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Veröffentlicht am 3. Februar 2026

Armeebotschaft 2026

Mit der Armeebotschaft 2026 unterbreitet der Bundesrat dem Parlament je einen Bundesbeschluss über das Rüstungsprogramm, das Immobilienprogramm VBS und das Luftverteidigungssystem «Patriot».

Angehörige der Armee bekämpfen eine Drohne aus einem Panzer.

Mit der Armeebotschaft 2026 beantragt der Bundesrat den eidgenössischen Räten drei Verpflichtungskredite in der Höhe von rund 3,4 Milliarden Franken:

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist ein sicherheitspolitischer Einschnitt. Der intensive Konflikt wird vermehrt hybrid geführt, unter anderem mittels Desinformation, Cyberangriffen und Sabotage. Das wirkt sich auch auf die Schweiz aus. Das Risiko ist erheblich gestiegen, dass eine Auseinandersetzung im näheren europäischen Umfeld kriegerisch geführt und sich dies direkt auf die Schweiz auswirken wird.

Auf wahrscheinlichste Bedrohungen ausrichten

Aufgrund dieser verschlechterten geopolitischen Lage haben der Bundesrat und das Parlament entschieden, die Armee wieder auf die Verteidigung auszurichten und rasch zu stärken, sowohl personell als auch materiell. Sie wollen die Armeeausgaben bis 2032 auf ein Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) erhöhen. Diese Bestrebungen werden jedoch von zwei Faktoren stark behindert:

Die Schweiz ist fast völlig vom Ausland abhängig, um militärische Systeme, Lenkwaffen und Munition zu beschaffen.

Abwehr von Bedrohungen aus der Luft verbessern

Angesichts der ausserordentlichen Bedrohung des europäischen Luftraums will der Bundesrat die Sicherheit und Verteidigung der Schweiz substanziell stärken. Die Armee und die zivilen Bundesämter mit Sicherheitsaufgaben sollen sich die nächsten Jahre prioritär auf die  Abwehr der wahrscheinlichsten Bedrohungen ausrichten:

  • Angriffe aus der Distanz.
  • Angriffe durch Drohnen.
  • hybride Bedrohungen: Cyberangriffe, Desinformation, Spionage.

Der Schwerpunkt des Rüstungsprogramms 2026 liegt bei der Abwehr von Bedrohungen aus der Luft. Der Bundesrat will Beschaffungen für die bodengestützte Luftverteidigung im unteren und mittleren Luftraum vorziehen und mit folgenden Vorhaben stärken:

  • Zwei zusätzliche Feuereinheiten IRIS-T SLM beschaffen, um einen grösseren Raum abzudecken und mehr kritische Infrastrukturen zu schützen.
  • Zusätzlich den Bestand an Lenkwaffen für die Feuereinheiten IRIS-T SLM erhöhen, um Bedrohungen aus der Distanz länger abwehren zu können.
  • Mit neuen Luftabwehrsystemen kleinerer Reichweite die schultergestützte Fliegerabwehrlenkwaffe Stinger und die Fliegerabwehrkanone 35 mm ersetzen, weil diese teilweise veraltet sind, im Nahbereich nur beschränkt wirken und deren Nutzungsdauer anfangs der 2030er-Jahre enden wird.
  • Systeme zur Abwehr von Mini-Drohnen beschaffen, um militärische Verbände, die Zivilbevölkerung und kritische Infrastrukturen zu schützen.

Fähigkeiten weiterer Bereiche stärken

Zudem will der Bundesrat mit weiteren Rüstungsvorhaben die Fähigkeiten der Armee beim Sensoren|Nachrichten|Führungs|Wirkungs-Verbund (SNFW) sowie im Cyberraum und elektromagnetischen Raum stärken:

  • Das veraltete taktische Fliegerradar TAFLIR durch ein teilmobiles Radarsystem mittlerer Reichweite ersetzen, um das Luftlagebild zu verbessern und damit Bedrohungen aus der Distanz früh erkennen und bekämpfen zu können.
  • Weltraumgestützte Fähigkeiten aufbauen, um dank mehr Informationen das Lagebild zu präzisieren und die Telekommunikation zu verbessern.
  • Eine eigene Kerninfrastruktur aufbauen, um zivile Datennetze erweitert zu nutzen und damit die Widerstandsfähigkeit der armeeeigenen IT-Systeme im Hinblick auf Bedrohungen und Gefahren zu erhöhen.
  • Die Fähigkeiten zur elektronischen Kriegführung erhalten und ergänzen, um sie auf der untersten taktischen Stufe einsetzen zu können.

Mit mehrjährigen Verträgen sparen

Nebst dem Rüstungsprogramm legt der Bundesrat den Räten einen Bundesbeschluss vor, der den Betrieb und die Instandhaltung des bodengestützten Luftverteidigungssystems grösserer Reichweite «Patriot» betrifft. Er will mit der US-Regierung sowie mit der Unterstützungs- und Beschaffungsagentur der Nato mehrjährige Dienstleistungsverträge abschliessen, um im Vergleich zu einjährigen Verträgen Kosten zu sparen.

Sicherheit und Schallschutz verbessern

Mit dem Immobilienprogramm VBS 2026 will der Bundesrat unter anderem drei Liegenschaften sanieren:

  • Eine in den 1950er-Jahren gebaute Kaverne nach heutigen Ausbau- und Sicherheitsstandards instand setzen.
  • Bei Gebäuden in unmittelbarer Umgebung der Militärflugplätze Emmen, Meiringen und Payerne Schallschutzfenster einbauen.
  • Die aus den 1940er-Jahren stammende Infrastruktur auf dem Schiessplatz Vugelles-La Mothe modernisieren.

Ein weiterer Verpflichtungskredit soll für bauliche Massnahmen zugunsten der Telekommunikation verwendet werden. Dazu gehört der Bau von Positionierungssystemen an Höhenstandorten und von Feldanschlusskästen.

Schliesslich werden zwei Zusatzkredite für laufende Projekte beantragt:

  • für bauliche Massnahmen, die mit der Beschaffung des neuen Kampfflugzeugs F-35A zusammenhängen.
  • für die Sanierung einer Führungsanlage.

Auswirkungen auf die Volkswirtschaft

Mit den Beschaffungen und Investitionen der Armeebotschaft 2026 fördert der Bundesrat die Schweizer Wirtschaft auf zwei Arten:

  • Er vergibt Aufträge an Schweizer Unternehmen.
  • Ausländische Auftragnehmer müssen Kompensationsgeschäfte bei Unternehmen in der Schweiz abschliessen (Offset).

Das Rüstungsprogramm 2026 führt voraussichtlich zu Aufträgen an Schweizer Unternehmen in der Höhe von 950 Millionen Franken und zu Kompensationsgeschäften in der Höhe von 990 Millionen Franken. Diese beiden Beträge entsprechen je rund 40 Prozent der Verpflichtungskredite. Damit führen rund 80 Prozent der Verpflichtungskredite zu zusätzlichen Aufträgen in der Schweiz. In diesen Angaben nicht berücksichtigt ist das System zur Abwehr von Mini-Drohnen, weil dessen Beschaffungsumfang noch nicht festgelegt ist.

Auch das Immobilienprogramm VBS 2026 wird vorwiegend Firmen in der Schweiz beschäftigen. Von diesen Aufträgen werden insbesondere Forschungseinrichtungen und Unternehmen der sicherheitsrelevanten Technologie- und Industriebasis (STIB) sowie die Baubranche profitieren. Die Auftragsvergaben werden zum Aufbau von Know-how und zu Wertschöpfung führen. Zudem werden der nachfolgende Betrieb und die Instandhaltung langfristig Arbeitsplätze erhalten und teilweise neue schaffen.

Auswirkungen auf die Umwelt

Neu beschafftes Rüstungsmaterial soll möglichst umweltschonend sein. Deshalb berücksichtigt die Armee bei der Evaluation und Erprobung verschiedenste Umweltanliegen. Bei der Immobilienplanung berücksichtigt das VBS konsequent die Anliegen von Raumordnung und Umwelt. So ist beispielsweise beim neuen Betriebsgebäude auf dem Schiessplatz Vugelles-La Mothe der Bau einer Photovoltaikanlage vorgesehen. An diesem Standort soll die Wärme mit modernen Wärmepumpen erzeugt werden, die unter anderem mit erneuerbarer Energie aus den Photovoltaikanlagen betrieben werden.

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