Veröffentlicht am 20. März 2026
Rüstungsprogramm 2026
Mit dem Rüstungsprogramm 2026 beantragt der Bundesrat Verpflichtungskredite für rund 2,4 Milliarden Franken.

Die beantragten Verpflichtungskredite enthalten die voraussichtliche Teuerung, den geschätzten Risikoanteil und die Mehrwertsteuer.
Bodengestützte Luftverteidigung mittlerer Reichweite (ergänzende Beschaffung)

Investitionen 1000 Millionen Franken
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Mit dem Rüstungsprogramm 2024 hat das Parlament einen Verpflichtungskredit von 660 Millionen Franken für die bodengestützte Luftverteidigung mittlerer Reichweite bewilligt, um die Wirkung gegen Ziele im unteren und mittleren Luftraum (bis 8000 m ü. M.) aufzubauen. Der Bundesrat beantragt zwei zusätzliche Feuereinheiten, um einen grösseren Raum abzudecken und mehr kritische Infrastrukturen zu schützen. Vor allem aber soll der Bestand an Lenkwaffen erhöht werden, um Bedrohungen aus der Distanz länger abwehren zu können.
Das System IRIS-T SLM des deutschen Rüstungsunternehmens Diehl Defence GmbH & Co. KG soll vor allem eingesetzt werden, um in allen Lagen taktische Drohnen, Marschflugkörper und Kampfflugzeuge abzuwehren. Die zu beschaffenden Feuereinheiten und Lenkwaffen entsprechen denjenigen Typen, die die Armee bereits bestellt hat. Ergänzend dazu sollen logistische Mittel wie Ersatzteile und Prüfgeräte beschafft werden. Die Beschaffungen sollen im Rahmen der European Sky Shield Initiative (ESSI) erfolgen.
Die Schweizer Armee hat die Wirksamkeit des Systems IRIS-T SLM im Sommer 2024 überprüft und für truppentauglich befunden. Eine neue Evaluation ist deshalb nicht erforderlich.
Die beantragten Feuereinheiten und logistischen Mittel werden frühestens ab 2030 geliefert. Die erste Tranche der zusätzlichen Lenkwaffen und die mit dem Rüstungsprogramm 2024 bewilligten Feuereinheiten sollen ab 2028 geliefert werden.
Die Armee hat keine Alternativen geprüft, weil es sich um ein bereits erprobtes System handelt.
Bodengestützte Luftverteidigung kleiner Reichweite

Investitionen 800 Millionen Franken
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Die bodengestützte Luftverteidigung verfügt zurzeit über zwei Fliegerabwehrsysteme kleiner Reichweite: die schultergestützte Fliegerabwehrlenkwaffe Stinger und die Fliegerabwehrkanone 35 mm. Zu Beginn der 2030er-Jahre wird die Nutzungsdauer beider Systeme enden. Dann müssen sie ersetzt werden.
Beide Systeme können bis 3000 Meter über Boden eingesetzt werden. Sie eignen sich hauptsächlich, um Kampfhelikopter zu bekämpfen, aber bloss bedingt, um Drohnen zu bekämpfen sowie Standorte und Objekte zu schützen.
Das neue System soll teilmobil sein und es Gegnern verunmöglichen oder zumindest erschweren, den unteren Luftraum zu nutzen. Es wird eingesetzt, um kritische Infrastrukturen ziviler und militärischer Art wie Kraftwerke, Flugplätze und Armeelogistikcenter vor Angriffen aus der Luft zu schützen.
Für die Luftverteidigung im Nahbereich soll ein Luftabwehrsystem der in der Schweiz ansässigen Rheinmetall Air Defence AG beschafft werden. Es soll aus einem 35mm-Flugabwehrgeschütz bestehen, das sich auf Lastwagen montieren lässt, damit es teilmobil einsetzbar ist. Eine Revolverkanone soll verschiedene Munitionstypen verschiessen können.
Auf diese Weise lässt sich ein breiteres Spektrum an Bedrohungen aus der Luft bekämpfen, beispielsweise unterschiedlich grosse Drohnen. Selbst schnelle und schwer bekämpfbare Ziele soll das System treffen. Dies dank programmierbarer Munition, die in der Luft explodiert und zahlreiche Projektile verteilt. Die Beschaffung soll zudem Mittel für die Feuerleitung und für das Luftlagebild beinhalten.
Der gewählte Waffentyp wird bereits von verschiedenen europäischen Streitkräften erfolgreich eingesetzt. Auf eine umfassende Evaluation wird daher verzichtet. Stattdessen führt die Truppe Versuche und Verifikationen durch.
Das System soll ab 2028 eingeführt werden.
Die Armee hat drei Varianten geprüft:
- eine mit geschützten Lastwagen.
- eine mit Geschützen auf Radschützenpanzern.
- ein Mix beider Varianten.
Die Variante mit geschützten Lastwagen ist bevorzugt worden.
Abwehr von Mini-Drohnen

Investitionen 30 Millionen Franken
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Kleine, schwer detektierbare Drohnen sind zunehmend verbreitet. Dies bedroht die Sicherheit im schweizerischen Luftraum zunehmend. Mini-Drohnen können missbraucht werden, um Gebiete oder Infrastruktur aufzuklären, Abläufe zu stören und in Extremfällen, um kritische Infrastrukturen wie Flughäfen oder Energieanlagen anzugreifen. Solche Angriffe häufen sich im europäischen Luftraum. Die eidgenössischen Räte haben deshalb im Dezember 2025 den Bundesrat aufgefordert, für eine wirksame Drohnen- und Luftabwehr zu sorgen.
Um Mini-Drohnen erkennen, identifizieren und neutralisieren zu können, werden verschiedenartige Sensoren und Effektoren eingesetzt, beispielsweise Überwachungssysteme, Störsender (engl. jammer) oder Laser. Mit einer Kombination dieser Mittel lassen sich militärische Verbände, die Zivilbevölkerung und kritische Anlagen schützen.
Beantragt wird ein verlegbares Abwehrsystem, um Mini-Drohnen zu detektieren und abzuwehren. Es soll modular aufgebaut sein, um es für unterschiedliche Einsätze nutzen und an künftige Erfordernisse anpassen zu können. Das Abwehrsystem soll hauptsächlich aus verschiedenartigen Sensoren, Kontrolleinheiten und Effektoren bestehen. Diese erfassen, identifizieren und neutralisieren die Mini-Drohnen. Dafür kommen unter anderem elektromagnetische Wellen oder Radar infrage. Dank einer Analyse- und Führungssoftware lassen sich die Sensordaten fusionieren und die Bedrohungen priorisieren. Optional lässt sich das System mit Komponenten erweitern, die anfliegende Objekte mit Abfangdrohnen oder Geschossen neutralisieren.
Die Schutzwirkung eines solchen Systems ist im Vergleich zu den Kosten sehr gross, weil die Abwehrmechanismen keine teure Munition erfordern.
Die Evaluation der Abwehrsysteme gegen Mini-Drohnen wird technische und operationelle Anforderungen berücksichtigen. Sie werden unter realen Einsatzbedingungen in verschiedenen Umgebungen getestet.
Die Abwehrsysteme sollen ab 2028 etappenweise bei der Truppe eingeführt werden.
Die Drohnenabwehr entwickelt sich schnell. Deshalb prüft die Armee laufend Alternativen.
Teilmobiles Radar mittlerer Reichweite

Investitionen 150 Millionen Franken
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Die Schweizer Armee verfügt seit Ende der 1980er-Jahre über das Taktische Fliegerradar TAFLIR. Es ergänzt das Luftraumüberwachungs- und Einsatzleitsystem Florako. Auf diese Weise lassen sich Lücken im Luftlagebild schliessen. So erfasst TAFLIR beispielsweise Räume im Radarschatten der Florako-Sensoren. Seine Technologie ist allerdings veraltet. Zudem ist die maximale Reichweite auf rund 100 Kilometer beschränkt. Deshalb wird es Ende 2028 ausser Dienst gestellt.
Seit Beginn des Krieges in der Ukraine ist auf dem Rüstungsmarkt die Nachfrage nach Sensoren stark gestiegen. Besonders bei Sensoren für die Luftraumüberwachung übersteigt die Nachfrage weiterhin das Angebot. Das hat zu langen Lieferzeiten und hohen Preisen geführt.
Um Bedrohungen aus der Distanz früh erkennen und bekämpfen zu können, will die Armee ein modernes und einsatzerprobtes Radarsystem mit einer Reichweite von rund 200 Kilometern beschaffen. Bevorzugt wird eine teilmobile Lösung eines europäischen Herstellers.
Dieses Radarsystem mittlerer Reichweite soll zum einen dazu dienen, den Luftraum zu überwachen. Zum andern soll es vor Bedrohungen aus der Luft wie Drohnen oder Raketen warnen können. Es soll kleine, schnelle und tief fliegende Ziele präzise erfassen, verfolgen und klassifizieren können. Ausserdem soll es in ein geländegängiges Trägerfahrzeug integriert sein. Dank dieser Teilmobilität lässt es sich in verschiedenen Szenarien einsetzen. Zudem kann es sich dank seiner erhöhten Mobilität im Konfliktfall dem gegnerischen Feuer schneller entziehen.
Mit dem beantragten Verpflichtungskredit will die Armee die erforderlichen Systeme frühzeitig bestellen, um nach der Ausserdienststellung von TAFLIR eine langanhaltende Fähigkeitslücke zu vermeiden.
Die infrage kommenden Radarsysteme sind Serienprodukte, die europäische Streitkräfte bereits einsetzen. Deshalb wird auf eine umfassende Erprobung wird verzichtet.
Die Radarsysteme können ab 2030 bei der Truppe einführt werden.
Die Armee hat verschiedene Alternativen in Betracht gezogen. Sie alle decken das gewünschte Einsatzspektrum ab, unterscheiden sich aber in bestimmten Eigenschaften.
Fähigkeitsaufbau Weltraum

Investitionen 30 Millionen Franken
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Der Weltraum gewinnt für die Streitkräfte rasant an Bedeutung, insbesondere für die Führungsunterstützung, die Informationsbeschaffung und die Telekommunikation. Das hat das Parlament erkannt. Es hat deshalb mit der Armeebotschaft 2024 die Fähigkeiten im Weltraum als Eckwert der Ausrichtung der Armee bis 2035 festgelegt.
Die Schweizer Armee nutzt erst wenige weltraumgestützte Leistungen. Sie ist dabei völlig von kommerziellen Anbietern und Kooperationen mit anderen Staaten abhängig. Deshalb will die Armee eigene Fähigkeiten aufbauen. Details dazu sind in der «Gesamtkonzeption Weltraum» von 2025 beschrieben, die der Bundesrat am 8. Oktober 2025 zur Kenntnis genommen hat.
Folgende Fähigkeiten strebt die Armee im Weltraum an:
- Ein Weltraumlagebild erstellen. Indem die Armee den Weltraum beobachtet, erlangt sie ein besseres Verständnis der dortigen Vorgänge – einschliesslich der Akteure, Mittel und Bedrohungen.
- Mehr Informationen beschaffen. Die Armee soll dank Aufklärungssatelliten, die mit optischen und elektronischen Sensoren oder Radaren ausgerüstet sind, rund um die Uhr und bei jeder Witterung Informationen aus dem Weltraum erhalten. Damit kann sie die Lage genau verfolgen und Aktionen präzise planen.
- Die Telekommunikation verbessern. Dazu soll ein redundantes, weltraumgestütztes Kommunikationssystem geschaffen werden.
- Fähigkeiten der Präzisionsnavigation aufbauen. Sie spielt bereits im Alltag eine wichtige Rolle, unter anderem, um Boden- und Luftfahrzeuge zu verfolgen.
- Die Truppe soll Gegenmassnahmen zum Eigen- und Informationsschutz treffen können, indem sie sich weltraumgestützten Sensoren entzieht oder eigene Systeme schützt.
Für den ersten Aufbauschritt ist das Projekt «Alpstar» zentral, das die Schweiz initiiert hat. Es wird von der Europäischen Weltraumorganisation (European Space Agency, ESA) durchgeführt. Zum einen soll ein Netz verbundener Bodenstationen aufgebaut werden, das der internationalen Kooperation dient und von den Satellitendiensten der am Projekt «Alpstar» beteiligten Staaten genutzt werden kann. Zum anderen soll ein gemeinsamer Prototyp eines Radar-Aufklärungssatelliten entwickelt werden. Dieser soll aufgrund seines Designs auch der passiven, elektronischen Aufklärung dienen, vor allem, um Radarstationen und Sender am Boden zu orten. Mittelfristig soll die industrielle Serienreife erreicht werden, um Satelliten preisgünstig beschaffen zu können.
Zunächst soll am Boden die notwendige Infrastruktur erstellt werden. Dazu gehören zum einen Operationszentren. Sie sind unter anderem erforderlich, um Satelliten zu steuern und Daten zu verarbeiten. Zum andern gehören Beobachtungsstationen dazu, damit die Armee ein Weltraumlagebild erstellen kann.
Der Prototyp des Radar-Aufklärungssatelliten und die Bodeninfrastruktur werden zusammen mit der Europäischen Weltraumorganisation (European Space Agency, ESA) und mit Partnerstaaten realisiert. Dabei profitiert die Armee vom Fachwissen erfahrener Expertinnen und Experten, was die Risiken und Kosten reduziert.
Der Fähigkeitsaufbau soll ab 2027 schrittweise erfolgen. Die erste Phase soll Anfang der 2030er-Jahre abgeschlossen sein. Für den weiteren Fähigkeitsaufbau sind bis Mitte der 2030er-Jahre zusätzliche Investitionen vorgesehen.
Die Armee hat geprüft, ob sie darauf verzichten kann, einen multifunktionalen Radar-Aufklärungssatelliten zu entwickeln. Sie betrachtet das Projekt jedoch als wegweisend und chancenreich, weil es noch keine Satelliten dieser Art gibt. Zudem kann die Armee Synergien mit der Europäischen Weltraumorganisation (European Space Agency, ESA) nutzen, die für den weiteren Fähigkeitsaufbau zwingend nötig sind.
Zivile Dienste nutzen

Investitionen 100 Millionen Franken
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Für vernetzt geführte Einsätze müssen die Truppen jederzeit und standortunabhängig auf Daten und Informationen zugreifen können, die sicher und leistungsfähig übertragen werden. Dafür modernisiert die Armee mit dem Projekt «Telekommunikation der Armee» ihre Technologien schrittweise. Einen weiteren Schritt dieses Projekts hat die Armee mit dem Rüstungsprogramm 2020 eingeleitet: Sie hat die Kommunikationskomponenten von Fahrzeugen mit SIM-Karten ausgerüstet, um Daten in zivilen Mobilfunknetzen zu übertragen. Diese Möglichkeit nutzt die Armee zunehmend.
Diesen Dienst will die Armee mit dem vorliegenden Rüstungsvorhaben erweitern. Sie will eine eigene Kerninfrastruktur aufbauen, um zivile Datennetze zu nutzen. Dies erhöht die Widerstandsfähigkeit der armeeigenen IKT-Systeme gegenüber Bedrohungen und Gefahren wie Cyberangriffen oder Stromausfällen. Ausserdem sollen zivile Anbieter die Armee künftig beim Nutzen ihrer Mobilfunknetze bevorzugen, was zurzeit nicht der Fall ist.
Mit dem Rüstungsvorhaben will die Armee drei wesentliche Massnahmen umsetzten, die eine sichere und jederzeit verfügbare Datenübertragung gewährleisten:
Eine eigene Kerninfrastruktur mit bevorzugtem Zugang zu Mobilfunknetzen aufbauen
Dadurch kann die Armee private Mobilfunknetze nutzen. Sie ist damit weniger abhängig von privaten Mobilfunknetzbetreibern. Der Aufbau dieser Kerninfrastruktur ermöglicht es der Armee, den Datenverkehr selbst zu steuern und weitgehend unabhängig zu operieren. Der Lieferant garantiert der Armee einen bevorzugten Zugang zu den bestehenden Mobilfunknetzen – auch in Notlagen oder bei hoher Auslastung. Zudem soll sichergestellt werden, dass die Verbindung über mehrere Serviceprovider hinweg funktioniert, um die Verfügbarkeit landesweit zu erhöhen. In einem späteren Ausbauschritt soll das zivile Mobilfunknetz resilienter und mit zusätzlichen Mobilfunkantennen ergänzt werden.Zivile Glasfasernetze nutzen
Dadurch kann die Armee kostengünstig auf sichere und leistungsfähige Datenverbindungen zugreifen, ohne dass sie zusätzliche Leitungen verlegen muss. Glasfaserverbindungen senden keine Funkwellen. Deshalb können sie weder aufgeklärt noch elektronisch gestört werden. Dies ermöglicht eine sichere Verbindung zwischen festen Standorten und sensiblen Führungsinfrastrukturen, was das Projekt «Führungsnetz Schweiz» ergänzt.Das System für Sprachkommunikation weiterentwickeln
Die Schweizer Armee verfügt seit 2022 über ein unabhängig betriebenes System für eine geschützte Sprachkommunikation. Dieses soll weiterentwickelt werden, damit militärische Funksysteme direkt mit handelsüblichen Geräten wie Smartphones oder Tablets kommunizieren können. Dies erleichtert die Kommunikation im Einsatz.Die Swisscom AG bleibt Hauptlieferantin der Netzwerkinfrastruktur, wodurch sich eine erneute Evaluation erübrigt. Sie übernimmt den Ausbau der bestehenden Systeme und ist für die Priorisierung der Nutzer zuständig.
- Die Komponenten für die Kerninfrastruktur zur Nutzung ziviler Datennetze sollen zwischen 2027 und 2030 in den Rechenzentren VBS installiert werden.
- Ihre zivilen Glasfaserleitungen wird die Swisscom mit Anschlusspunkten ausrüsten. Diese sollen mit den militärischen Kommunikationssystemen kompatibel sein, um von der Armee genutzt werden können. Diese Nutzung soll ab 2027 schrittweise ausgebaut werden.
- Die Weiterentwicklung des Systems für Sprachkommunikation wird von den bestehenden Lieferanten realisiert und von der Armee betrieben. Die ersten Fähigkeiten können ab 2027 genutzt werden.
Die Armee hat geprüft, ob nebst der Swisscom weitere Anbieter als strategische Partner und Hauptlieferanten in Frage kommen. Sie hat diese Alternative jedoch aufgrund von Sicherheitsüberlegungen verworfen.
Ebenso hat sie geprüft, ob die bestehende Kerninfrastruktur der Swisscom benutzt werden kann, um keine eigene Infrastruktur aufbauen zu müssen. Diese Lösung würde aber dem Anspruch der Armee nicht gerecht, die Resilienz ihrer militärischen Systeme zu erhöhen.
Elektronische Kriegführung

Investitionen 240 Millionen Franken
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Die elektronische Kriegführung (EKF) umfasst zwei Bereiche:
- Funksignale gegnerischer Geräte und Systeme aufklären.
- sämtliche Schutz- und Gegenmassnahmen, um gegnerische Führungs- und Aufklärungsfähigkeiten zu beeinträchtigen.
Diese Aufgaben erfordern leistungsfähige, elektromagnetische Sensoren und Effektoren. Die Sensoren erfassen, identifizieren und lokalisieren elektromagnetische Signale. Die Effektoren wirken wie Störsender in das elektromagnetische Einsatzumfeld.
Solche Sensoren und Effektoren sind vor allem darauf ausgelegt, die oberen Führungsstufen zu unterstützen. Hingegen kann die taktische Stufe (Einheit/Truppenkörper) zurzeit Schutz- und Gegenmassnahmen der EKF nicht selbständig durchführen. Angesichts moderner Bedrohungen ist es jedoch entscheidend, dass die Armee im elektromagnetischen Raum auf allen Stufen wirken kann. Dafür müssen ihre Mittel der EKF modular aufgebaut, anpassungsfähig und robust sein.
In erster Linie sollen die bestehenden Fähigkeiten der Aufklärung im elektromagnetischen Raum erhalten werden. Darüber hinaus sollen die Mittel der EKF derart erweitert werden, dass sie mobiler sind, zur Unterstützung taktischer Formationen eingesetzt und in die Kampftruppen integriert werden können. Schliesslich sollen auf der untersten taktischen Stufe (Einheit) neue Fähigkeiten aufgebaut werden, um Bedrohungen zu erkennen sowie Personal, Einrichtungen und Konvois vor Bedrohungen im elektromagnetischen Raum zu schützen.
Um die bestehenden Fähigkeiten zu erweitern, sollen die bestehenden Mittel der EKF mit elektromagnetischen Sensoren und Effektoren ergänzt werden. Technisch sollten diese EKF-Systeme möglichst modular ausgestaltet sein und etablierte Standards übernehmen. Damit sind schnelle Anpassungen möglich. Sensoren sollen integriert werden können, ohne das Grundsystem umfassend zu verändern.
Die elektromagnetischen Sensoren und Effektoren sollen Teile kompakter Module sein, die die Truppe einfach transportieren und einsetzen kann. Die Kampfformationen werden fähig sein, gegnerische Emissionen zu erkennen und deren Sender zu lokalisieren. Dadurch kann die taktische Stufe selbständig Lagebilder erstellen. Sind diese ausgewertet, entscheidet die Führung, ob Effektoren eingesetzt werden, um Übertragungen zu stören und damit Aufklärungs- und Führungsfähigkeiten des Gegners zu beeinträchtigen.
Die Modernisierung der EKF erfolgt im Rahmen einer Rüstungskooperation mit den Niederlanden und Deutschland, vor allem für die Sensoren, Signalanalyse und Steuerung. Mit beiden Ländern kann die Schweiz gemeinsam Lösungen erarbeiten. Dies führt im Idealfall zu kürzeren Beschaffungsfristen. Zudem kann sie Synergien in der Logistik, der Ausbildung und der Systembewirtschaftung nutzen.
Für die Evaluation wurde ein Pilotsystem beschafft, das auf den zentralen Systemkomponenten der Partnernationen basiert. Dieses wurde 2025 auf technische, funktionelle und operationelle Kriterien getestet. Die Erkenntnisse dienten dazu, die Anforderungen zu präzisieren und den effektiven Bedarf an Sensoren und Effektoren festzulegen.
Die Beschaffung soll ab 2027 schrittweise erfolgen.
Die Armee hat geprüft, ob bestehende Systeme so angepasst werden können, dass sie die neuen Anforderungen bezüglich Modularität und Mobilität erfüllen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass das beantragte Vorgehen weitaus wirtschaftlicher ist (die existierenden Aufklärungssysteme teilweise erneuern und mit modernen Komponenten ergänzen).
Pistole 26

Investitionen 50 Millionen Franken
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Die Schweizer Armee rüstet ihre Angehörige seit fünfzig Jahren mit der «Pistole 75» aus, der SIG P220. Der aktuelle Bestand reicht noch rund vier Jahre. Ersatzteile zu beschaffen ist schwierig und kostspielig. Deshalb soll ein neues Modell beschafft werden. Es soll die «Pistole 75» innert fünf Jahren nach und nach ersetzen.
Damit die Armee ihre Angehörigen über die gesamte Nutzdauer von dreissig Jahren mit der neuen Pistole ausrüsten kann, werden weitere Beschaffungen erforderlich sein. Dafür wird der Bundesrat weitere Verpflichtungskredite beantragen.
Beantragt wird ein quantitativ gleichwertiger Ersatz vom Kaliber 9 mm inklusive Zubehör wie unter anderem Holster und Reservemagazine. Die neue Pistole wird durch die Armee gewartet und instandgehalten. Die dafür benötigten Werkzeuge, Ersatzteile, das Know-how und so weiter werden beschafft.
Das Bundesamt für Rüstung (armasuisse) hat eine mehrstufige Evaluation durchgeführt und schrieb dafür im Frühjahr 2023 zwölf Waffenhersteller an. Fünf dieser Anbieter wurden für die Vorevaluation bestimmt und deren Produkte nach technischen, praktischen und logistischen Kriterien getestet. Drei dieser Waffentypen sind vertieft getestet und kommerziell analysiert worden. Ausschlaggebend für die Typenwahl waren nebst militärischer, technischer und wirtschaftlicher Aspekte vor allem rüstungspolitische Überlegungen.
Die Beschaffung richtet sich nach dem Bedarf der Armee, damit die neuen Pistole ab 2028 eingeführt werden kann.
Die Armee hat geprüft, ob der Gesamtbedarf der neuen Pistole mit einem einzigen Rüstungskredit beschafft werden soll, sodass auf Nachbeschaffungen in den Folgejahren verzichtet werden kann. Diese Alternative wurde aufgrund des verfügbaren Verpflichtungskredits für Rüstungsgüter verworfen.
Kapitel der Armeebotschaft 2026
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werden alle vier Jahre in der Armeebotschaft ausgewiesen und beantragt.
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Inhaltsverzeichnis
- Bodengestützte Luftverteidigung mittlerer Reichweite (ergänzende Beschaffung)
- Bodengestützte Luftverteidigung kleiner Reichweite
- Abwehr von Mini-Drohnen
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- Fähigkeitsaufbau Weltraum
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