Veröffentlicht am 20. März 2026
Beschaffung der Kampfflugzeuge F-35A (Zusatzkredit)

Investitionen 394 Millionen Franken
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Die USA haben angekündigt, dass die für die Schweiz bestimmten Kampfflugzeuge F-35A mehr kosten werden als geplant. Daraufhin hat der Bundesrat im August 2025 das VBS beauftragt, mehrere Möglichkeiten zu prüfen, wie mit diesen Mehrkosten umgegangen werden kann. Im Dezember 2025 hat das VBS dem Bundesrat den Bericht «Luftverteidigung der Zukunft – Validierung des Expertenberichts und der dazugehörigen Empfehlungen der Begleitgruppe» vorgelegt.
Dieser Bericht zeigt auf, dass der Grundlagenbericht «Luftverteidigung der Zukunft» das VBS von 2017 und die darin erwähnten Optionen für aktuelle Anforderungen grösstenteils noch immer gültig sind, obwohl sich seither Kampfflugzeuge technologisch rasant entwickelt und die geopolitische Lage deutlich verschlechtert haben. Jedoch haben sich manche Aspekte stärker akzentuiert als damals angenommen – und neue sind hinzugekommen.
Dazu gehören unter anderem:
- der gestiegene Bedarf an Abwehrfähigkeiten gegen Bedrohungen aus der Distanz wie ballistische Lenkwaffen und gegen Drohnen.
- der deutliche technologische Vorsprung von Kampfflugzeugen der 5. Generation gegenüber jenen der 4. Generation.
- die verstärkte Abhaltewirkung gegenüber einem potenziellen Gegner durch eigene, moderne Fähigkeiten und Sensoren.
Hinzu kommt, dass die Fähigkeiten der Luftverteidigung gegenüber dem Luftpolizeidienst höher gewichtet werden. Das führt dazu, dass die Anforderungen an die Verfügbarkeit gestiegen sind und die Kampfflugzeuge intensiver genutzt werden.
Aus diesen Gründen würde die Armee sicherheitspolitisch gesehen künftig 55 bis 70 moderne Kampfflugzeuge benötigen, um die Durchhaltefähigkeit in allen Lagen sicherzustellen. Den Bestand derart zu erhöhen, ist aber zurzeit unabhängig vom Flugzeugtyp finanzpolitisch betrachtet unpassend.
Am 12. Dezember 2025 hat der Bundesrat beschlossen:
- Er hält daran fest, das Kampfflugzeug F-35A zu beschaffen.
- Das VBS soll so viele F-35A beschaffen, wie angesichts der angekündigten Mehrkosten und innerhalb des Bundesbeschlusses vom 15. September 2022 finanziell maximal möglich sind.
- Er will angesichts der sicherheitspolitischen Lage zuerst die notwendige Stärkung der Sicherheit und Verteidigung behandeln.
- Er will anschliessend über die Möglichkeit entscheiden, weitere F-35A zu beschaffen, um die ursprünglich vorgesehenen 36 Kampflugzeuge zu erreichen.
Am 6. März 2026 hat der Bundesrat entschieden, dem Parlament für die Beschaffung der Kampfflugzeuge F-35A einen Zusatzkredit über 394 Millionen Franken zu beantragen.
Den Bundesbeschluss über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge hat das Parlament im Dezember 2019 verabschiedet. Die Stimmberechtigten haben ihn im September 2020 angenommen. Das maximale Finanzvolumen beträgt 6 Milliarden Franken. Dieser am Landesindex der Konsumentenpreise vom Januar 2018 gemessene Betrag entspricht per Ende 2025 rund 6,4 Milliarden Franken.
Mit der Armeebotschaft 2022 hat das Parlament für Beschaffung der Kampfflugzeuge F-35A einen Verpflichtungskredit von 6,035 Milliarden Franken bewilligt. Bereits damals hatte der Bundesrat darauf hingewiesen, dass der Volksentscheid einen höheren Verpflichtungskredit rechtfertigen könnte. Nun beantragt der Bundesrat einen Zusatzkredit von 394 Millionen Franken. Dieser entspricht dem maximalen Finanzvolumen nach Planungsbeschluss abzüglich des bewilligten Verpflichtungskredits und stützt sich auf Artikel 27 Absatz 1 des Finanzhaushaltsgesetzes vom 7. Oktober 2005.
Der Zusatzkredit ermöglicht es der Schweiz nach dem Stand der Kenntnisse vom Februar 2026 voraussichtlich, 30 Kampfflugzeuge F-35A zu beschaffen. Diese Menge ist zurzeit noch nicht definitiv. Sie kann erst genannt werden, wenn die US-Regierung die Verträge mit den Herstellern über die verbleibenden Flugzeuge und die Triebwerke der nächsten Produktionslose ausgehandelt hat.
Diese Lösung respektiert die vom Stimmvolk bewilligte Obergrenze der finanziellen Verpflichtungen. Aber: Je weniger F-35A die Schweiz beschaffen kann, desto grösser sind die militärisch-operationellen Konsequenzen im negativen Sinn. Diese wirken sich besonders auf die zu erbringenden Leistungen und die Durchhaltefähigkeit bei erhöhten Spannungen oder Konflikten aus.
Sie basiert auf der Armeebotschaft 2022.
Er basiert auf der Armeebotschaft 2022.
Alle 36 ursprünglich geplanten Kampfflugzeuge F-35A zu beschaffen, wurde aus finanzpolitischen Gründen verworfen. Dazu wäre ein Zusatzkredit von rund 1,1 Milliarden Franken notwendig gewesen (Stand Februar 2026). Dieser Betrag ist anhand folgender Faktoren berechnet worden:
- geschätzte Kosten des US-amerikanischen F-35-Programmbüros
- geschätzte Risikoreserve.
- angenommener Wechselkurs von 0,8 CHF/USD.
Aus sicherheitspolitischen Überlegungen verworfen wurden:
- der Rücktritt vom Vertrag.
- Optionen, die zu einer weiteren Reduktion der F-35A-Flotte geführt hätten.
All diese Alternativen würden den Schutz von Land und Bevölkerung bereits in der normalen Lage operationell schwerwiegend einschränken.
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