"MOBILO 26": Die Übung endet – das Lernen geht weiter
Die Volltruppenübung "MOBILO 26" ist am 25. September 2026 planmässig zu Ende gegangen. Mit der Übung leistete die Schweizer Armee einen konkreten Beitrag zur Stärkung ihrer Verteidigungsfähigkeit: Sie trainierte die Mobilmachung, Führung und geschützte Verschiebung eines mechanisierten Milizverbandes unter realitätsnahen Bedingungen. Trotz der hohen Anforderungen konnten die beteiligten Formationen die vorgesehenen Phasen insgesamt erfolgreich durchführen. Die ersten Erkenntnisse bestätigen Stärken und zeigen zugleich, wo Ausbildung, Abläufe und Zusammenarbeit weiterzuentwickeln sind.

Text: Kommunikation Heer
Vom Einrücken bis zum Bahntransport
Während fünf Tagen trainierte die Schweizer Armee eine zusammenhängende Leistungskette: Eine mechanisierte Milizformation wurde in der Westschweiz mobilisiert, an vorbereiteten Standorten zusammengeführt, in mehreren Etappen geschützt verschoben, über Gewässer geführt und schliesslich mit der Bahn weitertransportiert. Führung, Logistik, Sanität, Genie, Luftverteidigung und Aufklärung mussten dabei über mehrere Stufen hinweg ineinandergreifen.
Im Zentrum stand die Artillerieabteilung 49. Damit sie ihre Verschiebung durchführen konnte, arbeiteten die Territorialdivision 1, die Logistikbasis der Armee, Führungselemente der Mechanisierten Brigade 4 sowie die beteiligten Unterstützungsformationen eng zusammen. Entscheidend war nicht die Einzelleistung eines Truppenkörpers, sondern die Fähigkeit, Beiträge zur richtigen Zeit zusammenzuführen.
Die Übung stellte Menschen und Material vor hohe Anforderungen. Schwere Fahrzeuge wurden bei Tag und Nacht über längere Distanzen geführt, Hindernisse mit Schwimmbrücken überwunden und Führungs- sowie Versorgungsleistungen auch während der Bewegung sichergestellt. Dass die Übung planmässig abgeschlossen werden konnte, ist deshalb ein wichtiges gemeinsames Ergebnis.
Ein Baustein zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit
Die Armee stärkt ihre Verteidigungsfähigkeit nicht mit einer einzelnen Übung. "MOBILO 26" steht in einem grösseren Zusammenhang mit weiteren Übungen wie "FIDES", "EOS" und "PUGIO GRANDE". Diese setzen unterschiedliche Schwerpunkte und überprüfen verschiedene Teile des Gesamtsystems – von der Zusammenarbeit mit zivilen Partnern über Führung und Unterstützungsleistungen bis zum Einsatz von Truppen im Gelände. Die Erkenntnisse ergänzen sich und fliessen in die Weiterentwicklung von Ausbildung, Verfahren und Fähigkeiten ein.
Ein Übergang als gemeinsame Leistung
Beim Flussübergang bei Hagneck wurde das Zusammenspiel besonders sichtbar. Das Pontonierbataillon 26 bereitete und betrieb die Schwimmbrücke, während die Besatzungen der Artillerieabteilung 49 ihre Fahrzeuge über die schmale Fahrbahn führten. Hinter jedem Übergang standen präzise Vorbereitung, Verkehrsregelung, Führung, Schutz und Zusammenarbeit am Ufer.
Der Flussübergang in Hagneck verlief problemlos und machte extrem viel Spass. Meine Leute waren in Topform und hoch motiviert, die Artilleriebatterien überzusetzen. Alles in allem war es ein sehr gelungener, unfallfreier Arbeitstag.
Erste Erkenntnisse: bestätigen und verbessern
Eine Volltruppenübung dient nicht nur dazu, Bewährtes zu bestätigen. Sie soll auch zeigen, wo Abläufe verbessert werden müssen. Die vertiefte Auswertung braucht Zeit. Aus den ersten Beobachtungen lassen sich jedoch bereits drei Themen ableiten.
Sicherheit ist mehr als Wachdienst
Der Schutz der Truppe beginnt nicht erst an einem festen Standort. Die Angehörigen der Armee müssen in jeder Phase berücksichtigen, wie sie entdeckt oder angegriffen werden könnten, und ihr Verhalten entsprechend anpassen. Dazu gehören beispielsweise aufmerksames Beobachten, Tarnung, genügend Abstand zwischen Fahrzeugen sowie die Sicherung während der Fahrt und bei Zwischenhalten. Dieses Bewusstsein soll in der Ausbildung weiter gestärkt werden.
Verbindungen müssen jederzeit funktionieren
Ein Verband kann nur geführt werden, wenn Informationen und Befehle zuverlässig übermittelt werden. Die Kommunikationsverbindungen müssen deshalb sowohl an festen Standorten als auch während der Verschiebung und über alle Führungsebenen hinweg funktionieren.
Zusammenarbeit muss regelmässig geübt werden
Bei "MOBILO 26" mussten verschiedene Formationen und Führungsebenen eng zusammenarbeiten. Ein solches Zusammenspiel lässt sich nicht improvisieren. Es muss regelmässig trainiert werden – auch unter Einbezug der übergeordneten Führung von der Brigade bis zum Heer.
Lernen endet nicht mit der Übung
Diese Beobachtungen sind keine abschliessende Bewertung. Sie bilden den Ausgangspunkt für die vertiefte Auswertung. Erkenntnisse werden überprüft, priorisiert und in Doktrin, Ausbildung, Prozesse und künftige Übungen überführt. So entsteht ein kontinuierlicher Lernprozess, der die Handlungs- und Verteidigungsfähigkeit Schritt für Schritt stärkt.
Der Wert von "MOBILO 26" bemisst sich deshalb nicht allein daran, dass die geplanten Phasen durchgeführt wurden. Ebenso wichtig ist, aus den gemachten Erfahrungen konkrete Verbesserungen abzuleiten. Damit leistet die Übung einen weiteren Beitrag dazu, die Verteidigungsfähigkeit der Armee zu stärken.
Der Dank gilt den beteiligten Milizangehörigen, Kadern und Partnern sowie der Bevölkerung in den Übungsräumen für ihr Verständnis und ihre Unterstützung.
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