"MOBILO 26": Mechanisierte Verbände trainieren die Mobilmachung
Eine mechanisierte Formation ist nicht bereit, nur weil ihre Motoren laufen. Bei der Mobilmachung müssen Milizangehörige, Material, Fahrzeuge, Führung, Logistik und Schutz innert kurzer Zeit zusammenfinden. Genau dieses Zusammenspiel trainiert die Schweizer Armee mit "MOBILO 26".

Text: Kommunikation Heer
Vom Zivilleben in den militärischen Verband
Für die Angehörigen der Artillerieabteilung 49 beginnt "MOBILO 26" im zivilen Alltag. Sie verlassen Arbeitsplatz, Ausbildung oder Familie und rücken in der Westschweiz in ihren Fortbildungsdienst ein. Dort werden ihre Personalien und ihre Einteilung überprüft, sie übernehmen ihre persönliche Ausrüstung und finden sich wieder in den militärischen Funktionen ihres Verbandes zusammen.
Die Territorialdivision 1 ist in ihrem Raum für die Mobilmachung verantwortlich. Gemeinsam mit der Logistikbasis der Armee, den Verantwortlichen des Mobilmachungsplatzes und der Truppe trifft sie die notwendigen Vorbereitungen. Sie führt die Mobilmachung, organisiert praktische Abläufe wie Transporte und übergibt die mobilisierten Truppen anschliessend dem Verband, der sie im weiteren Verlauf führt.
Dieser Schritt ist mehr als Administration. Eine mechanisierte Formation vereint zahlreiche Aufgaben: Besatzungen schwerer Fahrzeuge, Führungs- und Übermittlungspersonal, Logistik, Sanität, Sicherung und weitere Spezialisten. Erst wenn die richtigen Personen in ihrer Funktion verfügbar sind und gemeinsame Abläufe beherrschen, entsteht aus vielen Einzelnen ein geführter Verband.
Die Mobilmachung ist deshalb der Übergang vom zivilen Leben zur militärischen Handlungsfähigkeit. Sie muss auch dann funktionieren, wenn wenig Vorbereitungszeit bleibt. Das System der abgestuften Bereitschaft erlaubt der Armee, Formationen je nach Lage gestaffelt aufzubieten. "MOBILO 26" prüft einen konkreten Ablauf innerhalb des ordentlichen Fortbildungsdienstes der beteiligten Milizformationen.
Material, Fahrzeuge und Ausbildung
Parallel zum Einrücken wird das Material bereitgestellt. Persönliche Ausrüstung, Einsatzmaterial sowie Rad- und Kettenfahrzeuge werden übernommen, kontrolliert und vorbereitet. Besatzungen prüfen ihre Systeme, Logistikkräfte stellen Betriebsstoffe und Ersatzmaterial bereit, und erkannte Mängel müssen behoben oder in der weiteren Planung berücksichtigt werden.
Technisch bereitgestellte Fahrzeuge allein genügen jedoch nicht. Nach längeren Dienstunterbrüchen frischen die Milizangehörigen sicherheitsrelevante Handgriffe, die Bedienung ihrer Systeme und die Zusammenarbeit im Verband auf. Entscheidend ist, dass Informationen weitergegeben, Bewegungen koordiniert und Aufträge gemeinsam umgesetzt werden können.
Mobilisiert bedeutet daher noch nicht automatisch einsatzbereit. Nach der Mobilmachung folgen die Zusammenführung des Verbandes, die mehrtägige Verschiebung und anschliessend die einsatzbezogene Ausbildung. Jede Phase baut auf der vorherigen auf.
Führung und Schutz machen den Verband beweglich
Während Personal und Material zusammengeführt werden, nimmt auch die Führung ihre Arbeit auf. Der Stab erfasst den Zustand der Einheiten, erstellt ein gemeinsames Lagebild und erteilt die nächsten Aufträge. Mobile Kommunikationsmittel müssen diese Führung auch unterwegs ermöglichen. Sanitäts- und Logistikmittel sorgen dafür, dass Menschen und Fahrzeuge versorgt bleiben.
Zur Beweglichkeit gehört zudem der Schutz. Sicherungskräfte schützen Personal, Material sowie Führungs- und Logistikeinrichtungen. Mittel der bodengestützten Luftverteidigung tragen zum Schutz vor Bedrohungen aus der Luft bei. Auf einzelnen Abschnitten soll das unbewaffnete Aufklärungsdrohnensystem ADS 15 sicherheitsrelevante Informationen zur Bewegung der Truppe liefern. Welche Mittel eingesetzt werden, richtet sich nach der Lage; ihre Wirkung entsteht im Zusammenspiel.
"Bereit in 24 Stunden" als Anspruch
"Bereit in 24 Stunden – das ist unser Anspruch" lautet das Motto der Übung. Gemeint ist ein klarer, überprüfbarer Zustand: Personal, Material und Fahrzeuge stehen bereit, Führung, Versorgung und Schutz sind organisiert, und der Verband kann sich geschlossen in Bewegung setzen. In der militärischen Planung wird dies als Bereitschaft für den Marsch bezeichnet.
Die 24 Stunden beziehen sich nicht auf die gesamte Verschiebung durch die Schweiz. Diese dauert mehrere Tage und erfolgt in mehreren Etappen. Der enge Zeitrahmen macht sichtbar, wo Abläufe funktionieren und wo nachgebessert werden muss. Genau darin liegt der Wert einer Volltruppenübung: Kader und Truppe trainieren unter Bedingungen, die dem Einsatz möglichst nahekommen, und gewinnen Erkenntnisse für Ausbildung, Prozesse und Vorbereitung.
Der erste Schritt einer längeren Kette
Mit der Mobilmachung beginnt eine zusammenhängende Übungssequenz. Der mechanisierte Verband wird geführt, versorgt und geschützt verschoben, überwindet Hindernisse und geht am Ziel in die einsatzbezogene Ausbildung über. Die nächsten Beiträge zeigen, wie Geniekräfte Übergänge ermöglichen und wie Informationen aus der Luft das Lagebild am Boden ergänzen.
"MOBILO 26" in Kürze
Zeitraum: 21.–25. September 2026 | Leitung: Kommandant Heer, Divisionär Yves Gächter | Im Zentrum: Stab der Mechanisierten Brigade 4 und Artillerieabteilung 49 | Übungsfolge: mobilisieren, geschützt verschieben, Hindernisse überwinden, transportieren und einsatzbezogen ausbilden. --> Zur Webseite "MOBILO 26"
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Während "MOBILO 26" wurde das unbewaffnete Aufklärungsdrohnensystem ADS 15 hauptsächlich als Mittel der gegnerischen Seite (OPFOR) eingesetzt. Aus der Luft klärte es Standorte und Bewegungen der beübten Truppe auf. Die Beobachtungen wurden ausgewertet und über eine gesicherte Verbindung an die Übungsleitung übermittelt. Der Einsatz ermöglichte es, die Fähigkeiten des ADS 15 in einem operationellen Rahmen zu nutzen und die Truppe dafür zu sensibilisieren, was ein Gegner aus der Luft erkennen kann.
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