ADS 15: Luftgestützte Aufklärung für das Lagebild am Boden
Während "MOBILO 26" wurde das unbewaffnete Aufklärungsdrohnensystem ADS 15 hauptsächlich als Mittel der gegnerischen Seite (OPFOR) eingesetzt. Aus der Luft klärte es Standorte und Bewegungen der beübten Truppe auf. Die Beobachtungen wurden ausgewertet und über eine gesicherte Verbindung an die Übungsleitung übermittelt. Der Einsatz ermöglichte es, die Fähigkeiten des ADS 15 in einem operationellen Rahmen zu nutzen und die Truppe dafür zu sensibilisieren, was ein Gegner aus der Luft erkennen kann.
Text: Kommunikation Heer
Die Truppe aus der Luft beobachten
Wenn sich eine mechanisierte Formation bewegt, sind zahlreiche Menschen, Fahrzeuge und logistische Mittel im Einsatz. Diese Aktivitäten können aus der Luft beobachtet werden. Während "MOBILO 26" wurde das ADS 15 deshalb hauptsächlich als Element der gegnerischen Seite eingesetzt. Sein Auftrag bestand darin, Standorte und Bewegungen der beübten Truppe aufzuklären.
Ziel war nicht, der beobachteten Formation direkt ein Luftlagebild zu liefern. Die gewonnenen Informationen waren für die Übungsleitung bestimmt. Sie konnte damit beurteilen, wie die Handlungen der Truppe aus der Luft wirkten, und diese Perspektive in die Führung und Auswertung der Übung einbeziehen.
Luftgestützte Aufklärung reduziert Unsicherheit, beseitigt sie aber nicht. Beobachtungen müssen ausgewertet, in ihren Zusammenhang eingeordnet und mit weiteren Informationen verglichen werden. Sie unterstützen die menschliche Beurteilung und Entscheidfindung; sie ersetzen sie nicht.
Drei Funktionen greifen ineinander
Beim Einsatz greifen drei Hauptfunktionen ineinander. Der Drohnenpilot steuert das Luftfahrzeug im vorgegebenen Rahmen. Der Sensoroperateur setzt die Aufklärungsmittel gemäss dem erhaltenen Auftrag ein. Der Auswerteoffizier analysiert die Beobachtungen, ordnet sie in den Zusammenhang ein und bereitet die relevanten Informationen für die Übungsleitung auf.
Die Aufteilung dieser Funktionen ermöglicht es, Flugbetrieb, Beobachtung und Auswertung gleichzeitig zu beherrschen. Die Fähigkeit beruht daher nicht allein auf dem Luftfahrzeug, sondern auf einem ausgebildeten Team, gemeinsamen Abläufen und einem klaren Verständnis des Auftrags.
Gesicherte Verbindung zur Übungsleitung
Eine gesicherte Kommunikation verbindet das ADS-15-Team mit der Übungsleitung. So können relevante Beobachtungen übermittelt und in das Lagebild für die Führung und Auswertung der Übung integriert werden.
Die Auswerteoffiziere prüfen die Informationen und ordnen sie vor der Übermittlung ein. Die Übungsleitung gleicht sie anschliessend mit weiteren Meldungen und Beobachtungen ab. Diese Kette stellt sicher, dass das Luftbild im richtigen Zusammenhang verstanden und genutzt wird, ohne dem System eine autonome Entscheidungsfähigkeit zuzuschreiben.
Das sichtbare Luftfahrzeug ist somit nur ein Teil der Fähigkeit. Drohnenpilot, Drohnenoperateur, Auswerteoffizier, gesicherte Verbindungen und Führung bilden ein Gesamtsystem. Erst ihr Zusammenspiel macht aus einer Beobachtung eine nutzbare Information.
Sehen, was ein Gegner sehen kann
Der Einsatz des ADS 15 hatte auch einen Ausbildungszweck für die Truppe am Boden. Er zeigte, dass Standorte, Bewegungen und Verhaltensweisen aus der Luft anders wahrgenommen werden können. Eine am Boden unauffällige Handlung ist aus der Luft nicht zwingend unauffällig.
Der Einsatz von Drohnen in Übungen wie "MOBILO 26" hilft der Truppe zu verstehen, welche Schutzmassnahmen gegen die Aufklärung aus der Luft notwendig sind. Sie trainiert dabei, ihre visuellen und elektromagnetischen Signaturen zu verringern, Tarnung und Deckung besser zu nutzen sowie disziplinierter zu handeln und sich im Raum besser zu verteilen.
Die Beobachtungen aus der Übung fliessen in die fachliche Auswertung ein. Sie helfen, bestehende Abläufe und Verhaltensweisen weiterzuentwickeln. Konkrete Ergebnisse bleiben dem Auswertungs- und Freigabeprozess vorbehalten.
Eine Fähigkeit im operationellen Rahmen
Bei "MOBILO 26" wurden die Fähigkeiten des ADS 15 in einem operationellen Szenario im Zusammenspiel mit der Übungsleitung und den Bodentruppen eingesetzt. Der Einsatz lieferte Informationen aus der Luft und schärfte zugleich das Bewusstsein der Truppe für die Bedrohung durch Aufklärung. Beobachten, auswerten, übermitteln und das Verhalten anpassen bilden damit eine gemeinsame Lernkette.
ADS 15 in drei Punkten
Auftrag während "MOBILO 26": Hauptsächlich als Mittel der gegnerischen Seite eingesetzt, klärt das System Standorte und Bewegungen der beübten Truppe auf. | Team: Drohnenpilot, Drohnenoperateur und Auswerteoffizier erfüllen komplementäre Aufgaben. | Wirkung: Die Beobachtungen werden gesichert an die Übungsleitung übermittelt und sensibilisieren die Truppe zugleich für ihre Sichtbarkeit aus der Luft. --> Zur Webseite "MOBILO 26"
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