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stratos | Das «Korea-Modell» – eine Lösung für den Ukrainekrieg? - Analogie, Abschreckung und strukturelle Asymmetrie
Historische Analogien entfalten in Phasen politischer Unsicherheit eine besondere Anziehungskraft. Sie versprechen Orientierung, suggerieren Präzedenzfälle und nähren die Hoffnung, komplexe Konflikte liessen sich mit vertrauten Deutungsmustern lösen. Seit Beginn der russischen Grossinvasion wird der Waffenstillstand von 1953 in Korea wiederholt als «Modell» für ein Ende des Krieges in der Ukraine herangezogen – als dauerhafter Waffenstillstand ohne formelle Friedensregelung. Der Beitrag hinterfragt, ob das «koreanische Modell» tatsächlich jene Tragfähigkeit besitzt, die ihm häufig zugeschrieben wird. Er argumentiert, dass die relative Stabilität auf der koreanischen Halbinsel nicht primär aus dem Text des Waffenstillstandsabkommens oder aus der demilitarisierten Zone (DMZ) resultierte, sondern aus einer schrittweise konsolidierten Abschreckungsarchitektur zwischen den USA und der Republik Korea, die weit über das im Juli 1953 unterzeichnete Abkommen hinausging.In dieser Perspektive erweist sich die Analogie weniger als taugliche Vorlage, denn als Ausdruck einer tiefgreifenden strukturellen Asymmetrie. Die Dauerhaftigkeit des koreanischen «eingefrorenen Konflikts» beruhte auf einem dichten Geflecht aus politischem Commitment, militärischer Integration und glaubwürdiger Durchsetzungsfähigkeit.Vergleichbare Voraussetzungen fehlen im ukrainischen Kontext. Die zentrale Lehre aus dem Korea-Fall liegt daher nicht in institutioneller Replikation, sondern in einer nüchternen, zugleich ernüchternden Erkenntnis: Abkommen haben nur dann Bestand, wenn die Kosten einer erneuten Eskalation prohibitiv hoch sind.This article is also available in an English version.

stratos | Call for Papers stratos 2-26
Die Printausgabe 2-26 (Dezember 2026) der militärwissenschaftlichen Zeitschrift der Schweizer Armee widmet sich schwerpunktmässig dem Thema «Zukunftsfähigkeit der Milizarmee». Die Schweizer Armee steht – wie andere Armeen auch – vor der Herausforderung, nicht nur neue Systeme und Technologien kontinuierlich zu integrieren und in der Lage zu bleiben, diese rasch zu adaptieren, sondern sich auch als Organisation (Fähigkeiten, Strukturen, Prozesse etc.) weiterzuentwickeln, um das Ziel der Verteidigungsfähigkeit zu erreichen. Dabei gilt es, verschiedene politische, rechtliche und finanzielle Vorgaben zu beachten. Zu den zentralen verfassungsrechtlichen Eckwerten zählt u.a., dass die Schweizer Armee nach dem Milizprinzip organisiert ist (Art 58 BV). Damit die Milizarmee der Schweiz ihren Auftrag auch in Zukunft erfüllen kann, bedarf es einer dauerhaften Auseinandersetzung mit den sich verändernden Rahmenbedingungen und einer kritischen Diskussion über die Aus- und Wechselwirkungen zwischen den anstehenden Herausforderungen sowie den möglichen Implikationen für die (Miliz-)Armee.In der Printausgabe 2-26 geht es darum, vor diesem Hintergrund Problemstellungen für das Milizprinzip der Schweizer Armee zu identifizieren und mögliche Lösungsansätze zu diskutieren.Willkommen sind Artikel aus allen militärwissenschaftlichen Disziplinen für die Rubriken «Forschung», «Expertise», «Praxis», «Forum» in deutscher, französischer, italienischer oder englischer Sprache.

stratos | Les ZSU à la loupe – Revue de l’Armée ukrainienne par Adrien Fontanellaz
L’Armée ukrainienne : Une histoire militaire et immédiate 1991–2025 est dès lors d’une grande utilité pour les journalistes souhaitant s’immerger dans cette thématique, les chercheurs et futurs historiens de la guerre russo-ukrainienne et les personnes souhaitant s’informer sur une institution sous-estimée, sous pression, mais jamais en manque d’innovation. C'est la conclusion à laquelle parvient le critique Ivan Colak-Antic.
stratos | 2-25
Sammlung aller veröffentlichten Zeitschriften und Artikel
DE | Die Zeitschrift erscheint zweimal pro Jahr als Printausgabe. Auf der digitalen Plattform werden unter dem Label «stratos digital» zusätzlich kontinuierlich Artikel publiziert. Die Zeitschrift ist mehrsprachig, das heisst, jeder Artikel wird in seiner Originalsprache abgedruckt.
FR | Le magazine est publié deux fois par an sous forme imprimée. Sur la plateforme numérique, stratos publie régulièrement des articles sous le label "stratos digital". Le magazine est multilingue, ce qui signifie que chaque article est imprimé dans sa langue d'origine.
IT | La rivista viene pubblicata due volte all'anno in forma cartacea, mentre sulla piattaforma digitale, sotto l'etichetta "stratos digital", pubblica articoli in modo continuato. La rivista è multilingue, per cui ogni articolo viene stampato nella lingua originale.
EN | The magazine is published twice a year as a print edition. Articles are also continuously published on the digital platform under the label «stratos digital». The magazine is multilingual, meaning that each article is printed in its original language.


