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«Gemeinsam im Einsatz für Sicherheit und Ordnung»

Bei grösseren Anlässen wie etwa am Weltwirtschaftsforum (WEF) unterstützen sich Kantonspolizeien und Armee gegenseitig. Eine solche Zusammenarbeit bietet für beide Seiten einen Mehrwert. Ein Artikel über polizeiliche Ausbildung und gemeinsamen Patrouillen.

25.05.2022 | CUMINAIVEL | kh


Am 20. Mai 2022 startete offiziell der Einsatz der am WEF eingesetzten Truppen der Armee. Oberst Walter Schlegel, Kommandant der Kantonspolizei Graubünden und  Gesamteinsatzleiter Sicherheit WEF, betonte anlässlich der Medienkonferenz von letzter Woche, dass Polizei und Armee seit Jahren eine intensive Zusammenarbeit pflegten. Hintergrund ist: Die Kantonspolizei Graubünden habe gar nicht die nötigen Ressourcen, um einen Grossanlass wie etwa das WEF genügend sichern zu können. Deshalb arbeitet die Kapo GR mit weiteren Kantonspolizeien sowie der Armee zusammen. Der gemeinsame Einsatz wird primär auf die Risiken wie beispielsweise Terror, Sabotage, Angriffe auf kritische Infrastruktur und Cyberbedrohung ausgerichtet. Denn seit den in den letzten Jahren verübten Terroranschlägen gilt die Terrorbedrohung in der Schweiz als erhöht.

Major Markus Eggenberger ist Chef der Sicherheitspolizei. Er lobt die Zusammenarbeit mit der Militärpolizei (MP). Der gemeinsame Einsatz am WEF habe sich positiv entwickelt und beide Seiten würden profitieren. Zivile Polizei und MP hätten je ihr spezifisches Know-how, sei dies im Bereich der taktischen und technischen Polizeiarbeit, beim Material oder bei den Fahrzeugen. Die Zusammenarbeit lohne sich somit auch für die Weiterentwicklung der Polizisten. Sie könnten voneinander viel lernen, so Eggenberger.


Er betont insbesondere den wichtigen und interessanten Austausch mit dem sogenannten Spezial Detachement (MP Spez Det) der Militärpolizei. Das MP Spez Det setzt sich aus ehemaligen Angehörigen ziviler Polizeicorps und der Militärpolizei zusammen.

Doch wie wird man eigentlich Militärpolizist? Der Grundlehrgang wird an einer Polizeischule absolviert. Zudem gehören Weiterbildungen an der Offiziersschule zur Ausbildung, die vergleichbar sind mit dem zivilen CAS FIP (Ausbildungsabschluss für zivile Polizisten). Damit wird deutlich: Die MP ist gelingend in der schweizerischen polizeilichen Ausbildung integriert. Und diese Integration hört mit dem Abschluss der Ausbildung nicht auf, sondern findet ihre Fortsetzung etwa am WEF. Dort sind zivile und militärische Polizisten zusammen unterwegs, z.B. auf Patrouillen und bei Zugangskontrollen von Gebäuden und Infrastrukturen. Es ist also durchaus möglich, dass zivile Personen durch die MP kontrolliert werden oder dass die zivile Polizei Armeeangehörige einer Kontrolle unterzieht. Gewisse strukturelle und führungstechnische Trennungen gibt es dennoch: So ist die MP während des WEF-Einsatzes direkt der zivilen Polizei, konkret der Kantonspolizei Graubünden, zugewiesen. Im Fachjargon ist hier vom sogenannten Subsidiaritätsprinzip die Rede. Im diesjährigen Assistenzdienst der Armee kommt es zudem zu einer militärinternen Neuheit: Die Teile der Militärpolizei sind dem eingesetzten Gebirgsinfanteriebataillon unterstellt. Die Zusammenarbeit geht also über den Polizeiradius hinaus. 


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