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Das Geb Inf Bat 48 und die EBA

Soldaten und Kader des Geb Inf Bat 48 haben sich in der sogenannten einsatzbezogenen Ausbildung (EBA) auf ihren Militärdienst am WEF vorbereitet. Mit dabei waren auch Militärpolizei und Hundeführer. Das Programm der EBA: Sanitätsdienst, ABC Abwehr, Schiess- und Zwangsmittelausbildung sowie Nachrichtenbeschaffung.

24.05.2022 | CUMINAIVEL | kh


Der Militärdienst im Zusammenhang mit dem WEF 2022 ist voll im Gang. Beobachtungsposten sind bezogen, Wetterstationen erstellt, die Flugabwehr installiert und sanitarische Hilfestellungen eingerichtet. Die für den Assistenzdienst WEF aufgebotenen AdA stecken voll in der Arbeit. Doch bevor es soweit war, haben die meisten von ihnen die EBA durchlaufen, auch Soldaten und Kader des Geb Inf Bat 48. Die EBA war breit abgestützt. So wurde die persönliche Schutzmaske geputzt, die ABC-Bereitschaft wiederhergestellt und diese anschliessend mit einer Dichtigkeitsprüfung bestätigt. Auch der Umgang mit der persönlichen Waffe wurde aufgefrischt. Die Anwendung der Sicherheitsgrundregeln wird grundsätzlich von allen Waffenträgern vorausgesetzt. Trotzdem ist es wichtig, dass die vier Sicherheitsgrundregeln immer wieder repetiert werden. Dazu gehört auch die persönliche Sicherheitskontrolle (PSK) mit der sich der Schütze vergewissert, dass die Waffe tatsächlich geladen oder ungeladen ist und ob ein Magazinwechsel notwendig ist. Die PSK wird immer dann durchgeführt, wenn die Waffe aufgenommen oder abgelegt wird oder es bei Übungen zu Gefechtspausen oder zu Stellungsbezügen kommt. Damit die Schützen ihres Zieles sicher sind, ist es unerlässlich, die sieben Schiess-Sequenzen einzuhalten. Dazu gehören die Identifizierung des Zieles, das Anschlagen der Waffe (Elevation), das Zielen, das Platzieren des Zeigefingers auf dem Abzug, das Schiessen, die Zielanalyse sowie das Scanning und die Rundum–Beobachtung (Scanning). Die Kameraden staunten nicht schlecht, als sie sahen, wie stark die Treffsicherheit mit sieben Schritten verbessert werden kann.

Beim Sanitätsdienst wurde dem schönen Wetter und der damit steigenden Temperaturen Rechnung getragen. So fokussierte sich die Ausbildung auf das Verhalten im Ereignisfall, die Blutstillung, die Lagerungsmöglichkeiten, die Schockzustände sowie die Hyperthermie. Beim Verhalten im Ereignisfall ging es um die sogenannten «4H». Damit gemeint sind die Fachausdrücke Hazards, Hello, Help und Hemorrhage. Weiter wurde an der EBA die zivile Rettungskette in Erinnerung gerufen. Dazu gehören etwa das korrekte Meldeschema und der ABCDE-Algorithmus. Für den Bataillons-Arzt, Hptm Thomas Peng, war es ein besonderes Anliegen, dass der Blutstillung mit dem Tourniquet CAT eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. «High & Thight» lautet die Devise, also die Befestigung des Tourniquets möglichst weit oben an den Extremitäten. Durch das feste Zudrehen kann die Blutzirkulation im betroffenen Körperteil möglichst schnell gestoppt und ein potenzieller Tod aufgrund eines zu hohen Blutverlustes verhindert werden.


Das Zuger Bataillon profitierte bei der EBA zudem von Spezialisten der Militärpolizei und der Hundeführer. Die Militärpolizisten bildeten die AdA des Geb Inf Bat 48 unter anderem im Bereich der Zwangsmittel aus. Weiter erklärten sogenannte Späher-Spezialisten ihre Überwachungs- und Nachrichtenbeschaffungsmittel. Dazu gehören etwa Restlichtverstärker und Wärmebildgeräte. Unterschieden wurde dabei zwischen einer offenen und einer getarnten Nachrichtenbeschaffung. Das bedeutet, dass Nachrichten beispielsweise mittels Checkpoint (TCP), Patrouille oder Beobachtungsposten beschafft werden können.

Ein weiterer Ausbildungsteil an der EBA war die Auffrischung der Kenntnisse im Bereich der Funkgeräte und des Polycoms. Zudem wurde auf die Wichtigkeit der Funkdisziplin hingewiesen. Hier konnte die Truppe von der hervorragenden Infrastruktur vor Ort profitieren. Denn der Waffenplatz in Chur gehört zu den modernsten der Schweiz. Insbesondere die Hundeführer und ihre vierbeinigen Begleiter fühlen sich in der weitläufigen Anlage wohl.

Die einsatzbezogene Ausbildung kam bei den Teilnehmenden sehr gut an. Die aktuelle weltpolitische Situation sowie das schöne Wetter verstärkte die Motivation der Truppe zusätzlich, auch wenn die Ausbildung durch die warmen Temperaturen etwas erschwert wurde. Genügend Trinkmöglichkeiten und Pausen im Schatten waren die Mittel der Stunde. 


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