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In der Krankenabteilung

Das Medizinische Zentrum der Region Chur ist für die Gesundheit der Soldaten am WEF zuständig. In der Regel ist der Gang dorthin mit Schmerzen verbunden. Es gibt aber auch Ausnahmen. Ein Augenschein vor Ort.

20.05.2022 | CUMINAIVEL | sf


Schmerzen in Rücken oder Knie, eine ausgerenkte Schulter, Entzündungen am Blinddarm oder psychische Probleme. Die Gründe einen Termin im Medizinischen Zentrum (MZR) zu vereinbaren sind vielfältig und in der Regel schmerzhaft. «Die orthopädischen, internistischen und psychiatrischen Fälle machen rund je einen Drittel der Patienten aus», sagt Oblt Imhoff. Er ist Truppenarzt. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die sogenannte vertrauensärztliche Kontrolluntersuchung. Sie betrifft alle Personen, die eine militärische Fahrberechtigung besitzen. Die Kontrolle wird alle fünf Jahre fällig. Ich führe diese Kontrolle im Schnitt ein- bis zweimal pro Woche durch», sagt Imhoff.

Vertrauensärztlicher Kontrolluntersuch

Bei der vertrauensärztlichen Kontrolluntersuchung werden zuerst Arme und Beine abgetastet. Anschliessen muss man mit geschlossenen Augen die eigene Nasenspitze berühren, dann dreimal tief ein- und ausatmen und schliesslich kleine Ziffern von einer Wand ablesen. Wer durchfällt, darf keine Fahrzeuge mehr führen.

In den Gängen des MZR in Chur ist es derzeit verhältnismässig ruhig. Vereinzelt schaut ein Soldat in Turnschuhen vorbei. «Gerade findet die Durchhalteübung statt», erklärt Soldat Nyffenegger, der am Empfang die Termine koordiniert und administrative Aufgaben ausführt. «Bald aber geben die RS-Soldaten das Material ab. Nachher wird es nicht mehr so viele Patienten geben.»


Immer wieder Dispensen

Neben körperlichen Beschwerden seien die Anliegen der Patienten in der Phase der Durchhalteübung (DHU) anders als zu Beginn der Rekrutenschule, sagt Truppenarzt Imhoff. «Während der DHU kommen auch all jene, die keine Lust auf Marschieren haben.» In solchen Fällen schaue er kritisch und genau hin. Einfach Dispensen rausgeben werde er sicher nicht. «Klar, die Gesundheit geht immer vor. Doch wenn wir ohne triftigen Grund einfach Dispensen ausstellen, stehen die AdA am nächsten Tag Schlange», sagt Oblt Imhoff und schmunzelt. 

Weiter betont der Truppenarzt, dass es während des FDT grundsätzlich weniger Patienten gebe als in den RS. Eine Ausnahme bilde der Assistenzdienst WEF. Dann seien «sehr viele Truppen in der Region», sagt Imhoff. Dieser Umstand habe Konsequenzen auch für das KA. Es gebe in dieser Zeit mehr zu tun. Als Allgemeinpraktiker ist der Truppenarzt aber für alles bereit. Und er schaut genau hin, gerade wenn es um Dispensationen geht.


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