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Werfer mit Sprengkraft

Ein Teil des Geb Inf Bat 29 ist derzeit südlich des Ceneri stationiert. Die Späher-Züge, die für ihren WK ins Tessin gereist sind, halten sich stets bereit, sollten plötzlich ihre Dienste am WEF gefragt sein.

24.01.2020 | CUMINAIVEL | ac

Späher mit Sprengkraft

 

Mit seinem Einsatz am WEF biegt das Gebirgsinfanteriebataillon 29 auf die Zielgerade ein. Seit Tagen läuft der Betrieb auf Hochtouren. Doch auch wenn die ersten Gäste das Weltwirtschaftsforum in Davos bereits wieder verlassen haben, muss die Truppe die Konzentration aufrechterhalten. Und im Notfall könnte das Bataillon auf schnelle Unterstützung aus der Region zählen.

Im wichtigen Moment hoch konzentriert

Nicht alle Einheiten der Formation sind für ihren Dienst nach Davos und Umgebung eingerückt. Cuminaivel hat die Späher des Geb Inf Bat 29 im Tessin besucht und sie während einer Minenwerfer-Übung beobachten können. Ein Tag, der bei allen Beteiligten durch Mark und Bein geht.

Peter Ziegler beobachtet zufrieden die Arbeit seiner Kollegen. Die Handgriffe sitzen. Ab und an fallen lockere Sprüche, aber in den entscheidenden Momenten ist der Fokus sofort wieder auf die Arbeit gerichtet. «Die Leute wissen, dass es keine ungefährliche Waffe ist, mit der sie hier hantieren. Seit der RS üben sie stets die gleiche Aufgabe aus», erklärt der 27-jährige Wachtmeister, während die Soldaten jeweils in Dreiergruppen die Geschütze auf ihre Übungsziele ausrichten. Erst seit einigen Jahren gehört die Arbeit am Minenwerfer zur Späher-Ausbildung.

Dann wird es still, die Konzentration steigt. Einer aus dem Trio, der sogenannte Lader, hält eine Wurfgranate in der Hand und lässt die Munition schliesslich unaufgeregt in das Rohr gleiten. Es dauert keine Sekunde, dann erschüttert ein ohrenbetäubender Knall das ganze Tal. Rund sechs Kilometer weit fliegt das Geschoss, ehe es hinter einem Bergkamm einschlägt.

«Der Zusammenhang ist besonders gross»

In nur zwei Stunden wäre ein kleines Einsatzelement einsatzbereit in Davos. Innerhalb von 24 Stunden könnten die gesamte Kompanie die Truppen beim WEF unterstützen. Die Ausrüstung ist dafür präpariert, die Soldaten über die Abläufe instruiert. 

Doch das alles ist bloss der Notfallplan. Noch stehen die Späher des Bataillons verteilt am schattigen Hang im Tessin. Die eisige Bise scheint ihnen nichts anhaben zu können. Unmittelbar nach dem Abschuss der Wurfgranate richten die Soldaten das Geschütz schon wieder neu aus und machen sich für den nächsten Knall bereit. Ein Grossteil der Truppe kommt unüberhörbar aus der Zentralschweiz. So auch Arnold Schnyder. Der 23-jährige Wachtmeister aus dem Kanton Schwyz ist stolz, Teil des Späher-Zugs zu sein. «Auf unseren Übungen sind wir meist etwas abgesondert vom Rest der Einheiten. Dafür ist der Zusammenhalt hier umso grösser», sagt er.

Noch den ganzen Rest des Tages ist im Tal das Donnern der Minenwerfer zu hören. Präzise und fokussiert arbeiten die Späher auf ihren Posten im Feld – und sind doch immer im Hinterkopf bereit für ihren Einsatz im Rahmen des WEF in Davos.