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Laserblendung ist kein Lausbubenstreich

Tamer «Tungo» Tunç ist seit 2012 im Berufsfliegerkorps der Schweizer Luftwaffe als Helikopterpilot tätig. Im Interview erläutert er die Gefahren einer Laserblendung für die Besatzung und die Konsequenzen für Täter.

24.01.2020 | CUMINAIVEL | mo

Laserblendung: Tamer "Tungo" Tunc

Inwiefern sind Laserblendungen ein relevantes Thema im Rahmen der Helikopter-Operationen der Schweizer Luftwaffe?

Laserblendungen sind besonders beim Nachtflug ein wichtiges Thema und gleichzeitig Teil des Briefings unter Punkt «Notfallszenarien» vor dem Flug. Entdeckt ein Besatzungsmitglied an Bord des Helikopters im Flug einen Laserstrahl vom Boden aus, wenden alle ihren Blick in die entgegengesetzte Richtung und vermeiden so eine gefährliche Blendung. Unter anderem werden in der Nacht bei vermissten Personen Such- und Rettungsflüge mit dem Super Puma zu Gunsten der Polizei durchgeführt. Bei diesen Einsätzen tragen die Piloten spezielle Nachtsichtgeräte und orientieren sich mit Wärmebildkameras im Gelände. In solchen Fällen lassen sich Täter solcher potenziell lebensgefährlichen und strafbaren Laser-Attacken rasch orten und später durch die Polizei identifizieren. Gleichzeitig wird auch die Einsatzzentrale der Schweizerischen Rettungsflugwacht informiert bzw. gewarnt.

Wie kann sich die Helikopter-Crew vor Laser-Attacken schützen?

Wenn wir den Verdacht oder allenfalls Hinweise auf Laser-Gefahren haben, schalten wir die Lichter des Helikopters aus und bleiben für einen potenziellen Gegner unerkannt. Im selben Moment dreht der Pilot den Helikopter ab. Oberste Priorität hat der Eigenschutz – keinesfalls sollte der Laser die Augen treffen. Kurz- aber auch langfristige Gesundheitsschäden können die Folge sein. Wird ein Pilot namentlich während des Starts oder Landung geblendet, kann dies im schlimmsten Fall gar zum Absturz führen. Nach einem solchen Ereignis müssen die Augen am Fliegerärztlichen Institut (FAI) auf allfällige Schäden untersucht werden. 

Was sind Konsequenzen für die Täter?

Eine Laserblendung ist bei weitem nicht etwa nur ein Lausbubenstreich. Im Gegenteil: Wer eine Laser-Attacke gegen ein Luftfahrzeug verübt, wird strafrechtlich wegen einfacher oder schwerer Körperverletzung, Tätlichkeit gemäss Artikel 126 StGB oder Störung des öffentlichen Verkehrs verfolgt. Täter werden mit Geldbusse und Haft bestraft.