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Dank der Armee zum Kassenschlager weltweit

Das Schweizer Sackmesser erfreut sich weltweit grosser Beliebtheit. Wie das Taschenmesser Kult wurde und wie Soldaten das multifunktionale Wunder im WEF-Alltag gebrauchen.

24.01.2020 | CUMINAIVEL | ni

Dank der Armee zum Kassenschlager weltweit

 

Bekannt bis weit über die Landesgrenze hinaus und das international meistverkaufte Taschenmesser überhaupt: unser Schweizer Sackmesser ist ein Kultobjekt. Und wer ist dafür verantwortlich? Die Schweizer Armee! In den 1880er-Jahren entschied sich der Bund, ein neues Klappmesser mit verschiedenen Funktionen in Auftrag zu geben. Das Messer sollte einerseits dabei helfen, das Gewehr zu zerlegen und gleichzeitig Essbesteck sein. Es musste aus vier Komponenten bestehen: Klinge, Dosenöffner, Schlitzschraubenzieher und Ahle. Heute hat sich das Taschenmesser zu einem Multitool entwickelt, das weit mehr als diese vier Komponenten beinhaltet. Spezielle Versionen haben bis zu 35 verschiedene Werkzeuge in einem Messer vereint. Hergestellt werden die Produkte seit 2005 ausschliesslich von Victorinox – einer Firma mit Sitz in Ibach SZ. 

Auch heute noch gehört das Schweizer Sackmesser zur Grundausrüstung eines jeden AdA. Doch wozu brauchen die Soldaten das Taschenmesser bei ihrem Einsatz am WEF. Cuminaivel hat nachgefragt. Die beliebteste Antwort: Fleisch und Käse schneiden. Soldaten, die Zutrittskontrollen durchführen, benutzen das Sackmesser um die Kabelbinder zu kürzen. Soldat Weber ist froh, dass er das «Swiss Army Knife» – wie es international heisst – immer auf Mann hat: «Man kann es immer brauchen. Also habe ich es jeden Tag dabei. Das Schweizer Sackmesser ist ein Wegbegleiter für mich in der Armee – seit der Rekrutenschule.» 

Doch nicht nur im Schweizer Militär ist man von der Multifunktionalität begeistert. Das Taschenmesser ist ein weltweiter Kassenschlager! Nachdem US-Soldaten das Sackmesser als Souvenir aus Europa mitgebracht hatten, stieg die weltweite Nachfrage und das Sackmesser mauserte sich zum Kultobjekt. Die Marke Victorinox erkannte schnell das Potential und stellte nebst dem Klappmesser für die Armee solche für den Hausgebrauch her, mit zusätzlichen Funktionen, wie beispielsweise einem Korkenzieher (der im Armeemesser bis heute fehlt). Ein schwarzer Tag für das Taschenmesser war der 11. September 2001. Nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center wurden Messer im Flugzeug verboten. Die Verkäufe sanken schlagartig und das Einhandmesser wurde vom Werkzeug zur Waffe «degradiert». Davon hat man sich aber heute erholt. Ibach hat sich zur grössten Messerschmiede der Welt entwickelt und Victorinox verdient prächtig mit den Sackmessern. Eine Schweizer Erfolgsgeschichte also – möglich gemacht auch dank der Armee.