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Von null auf hundert – innert Sekunden

Auf dem temporären Flugplatz eingangs des Bündnerlands landen Helikopter mit verschiedensten Aufträgen. Einer allerdings hebt nur dann ab, wenn es richtig ernst gilt.

23.01.2020 | CUMINAIVEL | mo

Von null auf hundert – innert Sekunden

«Wenn uns mal langweilig wird, ist das vielleicht gar nicht so schlecht.»

Hauptmann Justin Eggermann bringt es auf den Punkt: Hier am improvisierten Heli-Flugplatz am Standort an den Toren zum Einsatzgebiet rund ums WEF in Davos ist mal so richtig die Hölle los - und dann stundenlang wieder fast nichts. Die Herausforderung, beschreibt es Standortkommandant Eggermann, sei es, dazwischen die Bereitschaft zu halten - und die vielen spontanen Flugbewegungen reibungslos zu managen.

Eggermann und sein Team, das sich aus Kräften der diversen LT-Kompanien zusammensetzt, sind im Helikopterverkehr rund um das WEF nur eine von diversen Basen, aber mit ihrer Nähe zu Davos quasi ein Bindeglied zwischen den Ausgangsflugplätzen im Flachland und dem Einsatzort in den Bergen. Der Standort ist eingerichtet wie ein herkömmlicher Heli-Flugplatz, hat mit Tank-Zisternen eine autonome, mobile Treibstoffversorgung und ist Tag und Nacht anfliegbar. 

Tagsüber ist es möglich, dass sich jederzeit ein Helikopter spontan zum sogenannten «Hot Refueling» anmeldet, der Betankung bei laufender Turbine. In diesem Fall funkt der Pilot den Info-Kanal auf dem Flugfeld an, koordiniert auch mit der Einsatzzentrale im Gebäude direkt neben dem Flugplatz und setzt auf einem der freien Landeplätze auf. 

Minutiös überwacht werden solche Betankungen auch von Leutnant Marco Roffler und seinem Unfallpikett-Team. Mit einem Löschfahrzeug sind sie auf dem «Rollfeld», das neben dem WEF ein normaler Übungsplatz der Armee ist, dicht am Heli dran. «Fünf Mann müssen immer da sein, neun weitere ständig auf Abruf», erklärt Einsatzleiter Roffler.

Am Standort kann Hauptmann Eggermann weiter auf die Dienste eines Meteo-Teams zählen, auf Übermittler mit Integriertem Militärischen Fernmeldenetz (IMFS), Hundeführer sowie einer von Gebirgsinfaneristen betriebenen Geländesicherung und Zutrittskontrolle. Sie alle sichern und kontrollieren die vielen Piloten und vor allem polizeilichen Einsatzkräfte, welche am Standort starten und landen. 

Eine Gruppe, welche dem Kommando Spezialkräfte (KSK) angehört, hält sich ständig im Helikopter startbereit. Es bildet den sogenannten Air Policing On Helicopter (APOH) - ein Dispositiv in einer Maschine, die sich eigentlich nie zu anderen Zwecken vom Flugplatz entfernt. Ausser, es gilt richtig ernst. Warten gehört dazu - und überhaupt: Wenn es mal langweilig wird, scheint vieles rund zu laufen.