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«Gschobe!»

Bei eisigen Temperaturen sind die AdA wie jedes Jahr beim Wachteinsatz in Davos anzutreffen. Zwischen zwei Wachtschichten besammeln sie sich dann in der Wärme zum Jassen. Cuminaivel hat recherchiert und hilft euch, bei eurer nächsten mehrsprachigen Jasspartie zu brillieren.

22.01.2020 | CUMINAIVEL | lj/rf

«Gschobe!»


Die erste Erwähnung von Spielkarten in der Schweiz stammt aus dem Jahr 1377 und wird dem Benediktinermönch Johannes «Hans» von Basel zugeschrieben. Der Jass wurde der Legende nach etwa ein Jahrhundert später von Schweizer Söldnern, die in den Niederlanden gekämpft haben, zurückgebracht. So stammt zum Beispiel das Wort «Nell» für den Trumpf 9 vom niederländischen «Näll» ab. Seither ist der Jass nicht mehr aus der Schweizer Armee wegzudenken. Kartenspiele sind aber nicht nur typisch für die Schweizer Armee. Auch die US-Armee erstellt und verteilt Kartenspiele mit Bildern ihrer Erzfeinden. Ein regelmässiges Spielen mit diesen Karten soll helfen, ein entsprechendes Ziel schneller erkennen zu können.

In der Schweiz sorgen die Jasskartenmotive immer wieder für rote Köpfe. Wenn der Röstigraben die Sprachgrenze bildet, trennt die Brünig-Reuss-Napf-Linie die Einsatzgebiete von französischen und deutschen Jasskarten. Gemäss einer Recherche von Cuminaivel bilden die französischen Karten aber die Mehrheit in den Pausenräumen des Einsatzgebietes, sehr zu Ungunsten der deutschsprachigen Jasser. Der französisch sprechende Soldat wird von den Varianten «Obenabe» und «Undenufe» überrascht sein. Es gibt keine Trümpfe und die Kartenwerte sind unterschiedlich. Fast ausschliesslich in der Deutschschweiz gespielt, beunruhigt diese Jassvariante oft die Tessiner und Romands am WEF.

Der «Slalom» wird für mehrsprachige Spiele schwieriger zu erklären und zu folgen sein. Die Tessiner und Romands haben einen gemeinsamen Jassverband, welcher für beide Regionen einheitliche Regeln (nachfolgend «lateinische Regeln» genannt) erlassen hat, während der Deutschschweizer Verband seine eigenen hat. Cuminaivel wollte es genau wissen. Der Hauptunterschied betrifft einen entscheidenden Moment des Spiels: Die letzte Spielrunde. Bei einem knappen Resultat gilt in den lateinischen Regeln die Reihenfolge «Wys, Stöck, Stich», wobei der «Stöck» erst dann gezählt wird, wenn er nicht bereits in der Ansage enthalten ist und nur dann, wenn die zweite Karte (König/Ober oder Königin) gespielt ist. Die deutschen Regeln machen den «Stöck» zu einem matchentscheidenden Faktor. Er muss gezählt werden, bevor die Punkte der Runde angekündigt wurden («Stöck, Wyss, Stich»). Cuminaivel empfiehlt euch, sich im Geiste von Niklaus von Flüe (Bruder Klaus) zu einigen.

Der Schutzpatron der Schweiz ist bekannt für seine Fähigkeit, zwischen verstrittenen Kantonen zu vermitteln. Ergo: einigt euch auf eine Regel.

Die Wahrscheinlichkeit vier «Under», das heisst 200 Punkte anzusagen, liegt nur bei 2/935. Wenn ein Team mehrmals eine Höchstansage während des WEF machen kann, wird es gerechtfertigterweise verdächtigt zu schummeln, unabhängig von Sprache oder verwendetem Kartenspiel.

Dieser Artikel wurde von unserem französischsprechenden Oberleutnant verfasst und in das Deutsche übersetzt. Falls Cuminaivel in diesem Beitrag Falschmeldungen verbreitet, laden wir euch herzlich ein es uns mitzuteilen an redaktion@cuminaivel.ch.

Cuminaivel wünscht euch – natürlich nur während der Arbeitspause – viel Erfolg beim Jassen, DEM Schweizer Nationalsport.

Die 4 Sicherheitsvorschriften beim Jassen

Kartenspiele können bekanntlich zu Konflikten führen. Deshalb hier nun unsere 4 Sicherheitsvorschriften für das Jassen:

1. Die Karten nie länger als 30 Sekunden mischen.

2. Der Jass wird stets zu viert gespielt. Wer keine Karten in der Hand hält, hat zu schweigen.

3. Der Zeigefinger muss während der Kartenverteilung zwingend die Karten bedecken.

4. Es ist verboten, über die ausgeteilten Karten zu motzen.