print preview Zurück zur Übersicht WEF – CUMINAIVEL

Herausforderung am Himmel

Drohnen sind mittlerweile technologisch so weit entwickelt, dass sie für die Sicherheitskräfte eine grosse Herausforderung darstellen. Deshalb müssen Armee und Polizei eng zusammenarbeiten.

22.01.2020 | CUMINAIVEL | mo

Web_Walter Schlegel03_nicht bearbeitet_th

Man darf Walter Schlegel durchaus als Routinier bezeichnen. In diesen Tagen leitet der Kommandant der Kantonspolizei Graubünden zum achten Mal einen Einsatz am Weltwirtschaftsforum. Und es hat sich viel getan in dieser Zeit - gerade im Bereich der Drohnen. «Was vor drei Jahren noch das Nonplusultra war, ist heute nichts mehr wert. Die Technik hat sich rasant weiterentwickelt», sagt Schlegel. Das stellt für die Sicherheitsorganisationen – also unter anderem die Polizei und die Armee – neue Herausforderungen dar. «Die Drohnen-Abwehrmöglichkeiten müssen laufend angepasst werden. Weil sie besser sein müssten als die Drohne», sagt Walter Schlegel. 

Genau deshalb haben die Sicherheitsorganisationen 2014 die «Arbeitsgruppe Drohne» ins Leben gerufen. Schlegel präsidiert diese, die Armee ist in diesem Gremium ebenfalls vertreten. In der Arbeitsgruppe tauschen die diversen Partner mehrmals im Jahr Erfahrungen und Informationen aus. «Wir wollen möglichst einheitlich vorgehen», sagt Schlegel. Das WEF stellt in diesen Tagen eine willkommene Möglichkeit zur Weiterentwicklung für Polizei und Armee dar. Weil hier die bestmögliche Technologie zur Anwendung kommt, sei das im Bereich Radar oder physische Abwehrmittel. 

Wer im Ernstfall wie und wo interveniert, ist rund um Davos klar definiert. Die Polizei ist am Boden und im unteren Luftraum, bis zu einer Höhe von rund 150 Metern, für die Drohnenabwehr zuständig. Derweil kontrolliert die Luftwaffe den oberen Luftraum. Und die Devise lautet: Während des WEF darf rund um Davos keine Drohne fliegen. «Mit den modernen Detektionssystemen sehen wir bereits, wenn einer eine Drohne startet, wo sie sich befindet», sagt Schlegel. Das ist auch nötig. Weil die Technik mittlerweile so weit vorangeschritten ist, dass eine 30 kg schwere Drohne mit einer Last von bis zu 1 Kilogramm fliegen kann. Sie ist also theoretisch in der Lage, Sprengstoff zu transportieren. 

Drohnen werden die Sicherheitskräfte zweifellos weiterhin auf Trab halten. Wobei Armee, Polizei und Co. nun einen kleinen Erfolg verbuchen konnten: Auf den 1. Juli 2020 wird die Schweiz die Gesetzgebung der EU übernehmen. Wer ab diesem Zeitpunkt eine Drohne kauft, muss sich Online als Drohnenpilot registrieren lassen. Damit sollen Fälle wie jener vom Dezember 2018, als Unbekannte am Flughafen London Gatwick mit Drohnen den Betrieb zum Erliegen brachten, verhindert werden.