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«Ich würde die Gästeliste anders zusammenstellen»

Der Bündner Sicherheitsdirektor Peter Peyer gibt zu: Mit dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat er so seine Mühe. Die Gästeliste ist nicht nach seinem Gusto. Doch darüber hat er nicht zu entscheiden. Sein Respekt gehört vielmehr allen Sicherheitskräften, die hinter den Kulissen ihren Dienst leisten.

21.01.2020 | CUMINAIVEL | ft

 Peter Peyer
Peter Peyer

Lange war er Gewerkschafter. Heute ist er Regierungsrat. Seine Einstellung zum Weltwirtschaftsforum hat sich aber nicht geändert. «Ich würde mir die Gästeliste anders zusammenstellen», sagt der Bündner Sicherheitsdirektor ehrlich. «Meine Einstellung zum WEF ist kritisch. Das darf sie auch sein. Schliesslich bin nicht ich für den Anlass verantwortlich». Seine Aufgabe als zuständiger Regierungsrat sei die Gewährleistung der Sicherheit. Dazu brauche es viel Man- und Frauen-Power, die nur durch den Einsatz von Polizei und Armee zu bewerkstelligen sei. Zurück zur Gästeliste des WEF: Auf die Frage, ob er sich mit US-Präsident Donald Trump treffen wird, antwortet Peter Peyer: «Nein, wir hätten uns wohl wenig zu sagen.» 

Zu einer anderen Aktualität: Geplant ist eine sogenannte „Klimawanderung“ von Landquart nach Davos. Das Tiefbauamt hat dafür die Bewilligung erteilt. Diese gilt aber nur bis nach Klosters. Ab dort müssen die Klimawanderer auf den ÖV umsteigen, da der Weg über die Hauptstrasse zu gefährlich ist und als Rettungsachse dient. Vielleicht wird an dieser Wanderung auch der Kopf der Klimajugend teilnehmen: Greta Thunberg. «Dank ihr machen sich die Menschen wieder mehr Gedanken zur Umwelt. Das ist erfreulich», sagt SP-Regierungsrat Peter Peyer.

Ich habe Respekt vor allen Einsatzkräften am WEF

 

Blicken wir zurück: Es ist Sommer im Jahre 1985. Als junger Mann rückt Peter Peyer als Artillerie-Kanonier in Monte Ceneri zur Rekrutenschule ein. «Meine Freude hielt sich in Grenzen», gibt er zu. Es sei ein heisser Sommer gewesen und in 17 Wochen habe es kaum geregnet. Erinnern kann sich der heutige Regierungsrat mitunter an die Zugschule. «Wir waren miserabel. Von Gleichschritt und Taktgefühlt war wenig zu sehen.» Es habe aber auch lustige Momente gegeben, betont der Bündner Sicherheitsdirektor. In der Regel sei er im WK immer 20 Minuten vor der offiziellen Einrückzeit angekommen. «Das reichte gerade für drei Stangen Bier mit den Kameraden», sagt Peter Peyer schmunzelnd. Und schiebt nach: «Heute als Gesundheitsdirektor sehe ich natürlich, dass das nicht empfehlenswert ist.» Da kommt ihm noch eine weitere Geschichte in den Sinn. In einer Nacht hätten sie Stellung bezogen. Als er in der Dunkelheit über das Feld lief, bemerkte er, «dass alle Kanonen nach Norden gerichtet sind. Nur unsere schaute nach Süden. Zum Glück konnten wir noch korrigieren. Hätten wir geschossen, wäre es wohl NEF gewesen», erzählt der Regierungsrat. 

Heute ist Peter Peyer nicht mehr in Uniform unterwegs, sondern besucht als Bündner Sicherheitsdirektor die Truppen. «Das ist eine Erfahrung, die hier am WEF besonders spannend ist.» Er habe Respekt vor allen Sicherheitskräften, die im Einsatz sind. «Ich danke den Polizei- und Armeeangehörigen für ihren wertvollen Dienst am WEF und wünsche allen angenehme Temperaturen, schöne Erlebnisse und einen unfallfreien sowie ruhigen Einsatz.»