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Cuminaivel: Jede Ausgabe ist wie eine Geburt

Graubünden–Luzern–Chur: 300 Kilometer und über 1000 Exemplare. Vom Druck bis zur Verteilung verfolgten wir den ersten Tag im Leben einer Ausgabe unserer Zeitung.

21.01.2020 | CUMINAIVEL | ab/sf

Jede Ausgabe ist wie eine Geburt

 

Die Produktion der Printversion von Cuminaivel, sowie von Veröffentlichungen in der App, im Internet, in Facebook-Posts, im täglichen Newsletter und von Fotos auf Facebook, für alle Truppen der Schweizer Armee im subsidiären Einsatz wird von der ad hoc Kommunikationsgruppe der Territorialregion 3 vorbereitet, die extra für den Dienst am WEF eingerichtet wurde. Die Reise der gedruckten Ausgabe von Cuminaivel beginnt früh am Morgen. Sie verlässt die Redaktion in Richtung Luzern per E-Mail, um dort das Licht der Welt zu erblicken. Eine angenehme Reise durch die malerischen Landschaften der Ostschweiz, von den «Schweizer Dolomiten» am Walensee über die Inseln Ufenau und Lützenau im Zürichsee bis zum «Spital», dem Armee-Ausbildungszentrum Luzern (AAL). Kurz nach 12 Uhr kommen aus der Druckerei die ersten Schreie. Mehr als 1000 Exemplare, 900 auf Deutsch und 145 auf Französisch, wurden geboren, Geschwister mit dem gleichen Nachnamen Cuminaivel, der in blauer Farbe oben aufs Papier gedruckt wurde.

Eine stille «Hebamme»

Seit 11 Jahren ist die Druckerei im Untergeschoss des AAL praktisch die Heimat von René Sommerhalder. Seine Hände haben auch dieser Ausgabe von Cuminaivel zur Geburt verholfen. Der Spezialist der Druckerei ist eine stille Hebamme, die lieber die Druckmaschinen sprechen lässt. «Wir produzieren zwischen 2,5 und 3 Millionen Exemplare pro Jahr. Natürlich drucken wir nicht nur den Cuminaivel, sondern vor allem Flugblätter und Magazine für die Luftwaffe, die MILAK, die Berufsunteroffiziersschule und die Generalstabsschule», verrät Sommerhalder. 

Nach ein paar Scherzen lassen wir ihn arbeiten. Wären da nicht die Papierstapel in allen Grössen, könnte man sein Büro mit einer Atelierwohnung voller Erinnerungen verwechseln. Alte Armeeabzeichen, ein Bajonett, das an der Wand hängt, aber auch eine Biographie von Keith Richards von den Rolling Stones. 

«Normalerweise dauert es etwa 3 Stunden, um 1000 Exemplare zu drucken. Wir haben Glück gehabt.» Ein kleines technisches Problem zwingt uns, zwei Stunden länger in der Druckerei zu warten. In diesem kleinen Museum gibt noch viele Erinnerungsstücke zu bestaunen. Als ob das nicht genug wäre, schlägt ein altes Coca-Cola-Bild vor, was zu tun ist: «Refresh Yourself. Have a cold American style.»

Der Tessiner Praktikant und «Mister Post»

Wir laden unsere frisch gedruckten «Babys» in den Kofferraum. Es ist Zeit, sie nach Hause, oder besser gesagt: zur Post, zu bringen. Da die Luzerner Post für die Zustellung an die Luftwaffentruppen zuständig ist, machen wir in der Nähe des Bahnhofs Halt, um einen Teil unserer Beute auszuliefern. Wir verlassen den Tessiner Praktikanten in der Post mit ein paar hundert gepackten Cuminaivel und setzen uns ans Steuer nach Chur. 

«Ich liefere seit 40 Jahren Militärpost aus.» So begrüsst uns Unteroffizier André Kuster mit einem militärischen Gruss und einem Händedruck, aber für uns ist er sofort «Mister Post». Von Chur aus werden die Kopien für die Offiziere des Generalstabs der Ter Div 3 und die am WEF eingesetzten Bodentruppen verteilt. In 8 Jahren wird Kuster in den Ruhestand gehen. «Vielleicht gehe ich nach Hawaii», scherzt er. Aber bis dahin ist die Auslieferung von Cuminaivel in guten Händen.