print preview Zurück zur Übersicht WEF – CUMINAIVEL

Herrin des Hauses

Hauptfeldweibel Riccarda Schweiger ist zuständig für die Unterbringung mehrerer hundert Armeeangehörigen und somit verantwortlich für die Ordnung in der grössten Truppenunterkunft am WEF. Cuminaivel hat sie auf einem Rundgang begleitet.

20.01.2020 | CUMINAIVEL | rb

Herrin des Hauses

 

Den Dienstbetrieb für eine gesamte Kompanie aufrecht zu erhalten, ist anspruchsvoll. Dasselbe für mehrere zu tun, erfordert nebst einer noch präziseren Planung auch grössere Flexibilität und eine rasche Auffassungsgabe, um auf die verschiedenen Ansprüche einzugehen. Genau damit sieht sich Hauptfeldweibel Riccarda Schweiger konfrontiert. Die 23-Jährige ist in ihrem ersten WK gleich hauptverantwortlich für eine Unterkunft im Raum Davos, in der im Januar mehrere hundert Armeeangehörige übernachten. «Es herrscht ein 24-Stunden-Betrieb», sagt Hptfw Schweiger als sie uns durch die grosse Unterkunft führt, in der mehrere Kompanien bzw. deren Detachements untergebracht sind.

Ein Virus wäre ein Albtraum


Als Hauptfeldweibel ist Schweiger jedes Mal gefordert, wenn es im Betrieb der Unterkunft Schwierigkeiten gibt. Um den Überblick zu behalten, hält sie  täglich einen Rapport, um wichtige Informationen an die Feldweibel und Fouriere der Kompanien weiterzuleiten. So erhält sie auch Rückmeldungen der Truppen. Zu den vielen aktuellen Herausforderungen für Hptfw Schweiger gehören die Hygiene und die Zimmerverteilung: «Falls hier ein Virus ausbrechen würde, wäre das ein Albtraum. Es sind so viele Leute hier, es hat kaum noch freie Betten.» Täglich neue Probleme vorzubeugen oder zu lösen, stört Schweiger aber nicht: «Ich mag Herausforderungen. Durch die anspruchsvolle Arbeit im Militär kann ich mir selber beweisen, was ich kann», sagt sie selbstbewusst. Auf dem Rundgang durch die Unterkunft wird sie ihrem Anspruch gerecht. Hptfw Schweiger gibt Auskünfte, erteilt Aufträge und ist sich aber auch nicht zu schade, Papier oder leere Kartons in den Gängen aufzuheben und gleich selber zu entsorgen.

Die einzige Frau

Ein besonderer Umstand in der Unterkunft ist, dass Schweiger unter den zahlreichen männlichen Armeeangehörigen die einzige Frau ist. «Das ist kein Problem, denn alle sind gleich respektvoll mir gegenüber, wie zu jedem anderen auch», sagt sie. Trotzdem findet sie es schade, dass nicht mehr Frauen ins Militär gehen oder gar als Kader weitermachen: «Das Militär gibt einem die Chance, sein Selbstbewusstsein zu stärken und viele neue Erfahrungen zu sammeln, die einem auch im zivilen Leben weiterbringen.»