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Die Proteste gegen das WEF

Am 21. Januar fällt der Startschuss zum 50. Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. Anlässlich des Jubiläums blickt Cuminaivel in einer täglichen Serie zurück und beleuchtet historische, überraschende und manchmal auch lustige Ereignisse des legendären Jahrestreffens.

17.01.2020 | CUMINAIVEL | ni

WEF 50 Rubrik 5


Immer wieder sind in der Vergangenheit Menschen gegen das Weltwirtschaftsforum auf die Strasse gegangen. Einmal protestieren sie gegen die Globalisierung, ein anderes Mal geht es um einen WEF-Gast, der ihnen ein Dorn im Auge ist. Die Blütezeit erlebten die Anti-WEF-Demos nach der Jahrtausendwende: Im Jahr 2003 machten sich Tausende auf den Weg nach Davos. Weil sie sich nicht kontrollieren lassen wollen, blockieren einige Demonstranten den Zug in Fideris – in Landquart stauten sich deshalb weitere Züge. Die Situation eskaliert. Die Polizei setzt Wasserwerfer, Tränengas und Gummischrot ein. Rund 1000 Demonstranten machen sich daraufhin auf den Weg nach Bern. Dort kommt es wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei und zu schweren Sachbeschädigungen. Seither sind die Protestkundgebungen kontinuierlich abgeflacht. Das ist auch eine gute Nachricht für die Schweizer Armee, die im absoluten Ernstfall zusammen mit der Polizei für Ruhe und Ordnung sorgen müsste. 

Übrigens: Ein Jahr vor dem Protest-Jahr von 2003 kam es in Davos zu einer skurrilen Situation. Die Behörden haben eine Bewilligung für eine Demonstration gegen das WEF erteilt – an eine einzige Person. Der damals 79-jährige Edouard Wahl, ehemaliger Gemeinderat von Brissago TI, konnte für dreieinhalb Stunden lang an einem Samstagnachmittag in Davos gegen das WEF demonstrieren. Dumm nur, dass das Weltwirtschaftsforum in jenem Jahr ausnahmsweise in New York stattfand.