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«Ich schlafe ruhiger, wenn das Lawinenrisiko gering ist.»

In Davos sind Lawinen aufgrund von steilen Hängen, einem engen Tal sowie der Höhenlage eine ständige Bedrohung. Cuminaivel hat mit dem Abteilungsleiter Lawinendienst über die Gefahr, das WEF und die Beziehung zum Militär gesprochen.

16.01.2020 | CUMINAIVEL | rb

Lawinendienst

Markus Hubert, Sie sind seit Januar 2019 Leiter des Forstbetriebs der Gemeinde Davos, zu dem auch der Lawinendienst gehört. Was sind Ihre Aufgaben?

Wir versuchen die Bevölkerung vor drohenden Lawinenniedergängen zu schützen. Auf der Homepage oder via SMS-Dienst warnen wir die Menschen in Siedlungsgebieten, wo Lawinengefahr besteht. Wir sperren Wege und Strassen, bringen Schilder an und lösen, je nach Möglichkeit, durch den Abschussdienst, Lawinen kontrolliert aus.

Wie berechnen Sie die Lawinengefahr?

Dazu ziehen wir nebst eigenen Messungen unter anderem die Wetterprognosen und das Lawinenbulletin vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SIF hinzu. Wie gross die Gefahr genau ist, kann allerdings nur eingeschätzt werden.

Wie sieht die Situation in diesem Winter aus?

Bis jetzt hat es im Vergleich zu früheren Jahren wenig geschneit. Deshalb gab es für den Lawinendienst Davos noch keine grösseren Einsätze. Kontrollierte Sprengungen blieben bis anhin aus. Zudem hat sich der Schnee, der bisher gefallen ist, stark verfestigt, sodass die Lawinengefahr als gering eingestuft werden kann.

Beruhigt es Sie, dass während dem WEF die Lawinensituation ruhig scheint?

Ja, ich schlafe ruhiger, wenn das Risiko gering ist. Im Januar ist Davos immer im internationalen Fokus und viele bekannte Personen sind im Dorf. Dass nun das Lawinenrisiko im Vergleich zu den letzten beiden Jahren klar tiefer ist, gibt mir natürlich ein besseres Gefühl.

Arbeiten Sie in diesen Tagen auch mit dem Militär zusammen?

Wir bekommen jedes Jahr vor den Militäreinsätzen eine Liste mit wichtigen Kontakten. Bei Bedarf können wir so alle für uns relevanten stationierten Truppen erreichen. Insofern funktioniert die Zusammenarbeit gut.

Wie können Sie von den eingesetzten Militärtruppen profitieren?

Ab und zu dürfen wir die stationierten Helikopter für Rekoflüge benützen, um die Schneedecke an den Hängen zu beobachten. Generell gibt uns das Militär mehr Möglichkeiten, auch in potentiellen Notfällen, wenn zum Beispiel Versorgungsflüge besser gewährleistet werden können.