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«Scramble!», fertig, los

Die Fliegerstaffel in Payerne sorgt während des Weltwirtschaftsforums für die Sicherung des gesperrten Luftraums über Davos - Tag und Nacht. Damit übt sie bereits für die nahe Zukunft.

28.01.2019 | CUMINAIVEL | mw

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«Schampus» macht eines von Anfang an klar: «Wir sind die Augen der Einsatzzentrale. Jeder Pilot übt einen Auftrag aus, und dieser ist klar definiert. Alleingänge à la Top Gun gibt es nicht.» Der Mann mit dem klingenden Spitznamen ist Staffelpilot in Payerne. Er und seine Kameraden zeichnen sich während des Weltwirtschaftsforums (WEF) für die Kontrolle des gesperrten Luftraumes über Davos verantwortlich. Dabei wird mit diesem Einsatz im Prinzip eine Situation durchgespielt, die spätestens Anfang 2021 zum Standard wird: Den 24-Stunden-Betrieb des Luftpolizeidienstes (LP24).

Tag und Nacht sorgen während des WEF F/A-18 Hornets für die Sicherung des Luftraumes. Wobei das nicht bedeutet, dass Tag und Nacht geflogen wird. «Es ist ein Abwägen zwischen dem Sicherheitsbedürfnis und der Durchhaltefähigkeit», hält «Schampus» fest. Klar ist: Im Ernstfall muss alles sehr schnell gehen. «Scramble!» lautet der Code für einen Alarm. Geht dieser los, müssen die F/A-18 Hornets innert weniger Minuten in der Luft sein. Vor jedem Einsatz checkt der Pilot mit dem Bodenpersonal alle Systeme durch. Danach wird das Flugzeug speziell gekennzeichnet und abgesperrt. So ist sichergestellt, dass der Pilot im Ernstfall rasch nach dem Alarm starten kann.

Fliegt eine F/A-18 Hornet mit Unterschall, benötigt sie von der Basis beim Militärflugplatz Payerne bis nach Davos nur ein paar Minuten. Ist die Situation wirklich brenzlig, geht es noch schneller – mit Überschall. Doch solche Situationen sind während des WEF relativ selten, weil die meisten Piloten Bescheid über die Flugverbotszone wissen. Aber es sei schon vorgekommen, dass sich ein Kleinflugzeug «verirrt» habe und der Pilot, als er die F/A-18 Hornet erblickte, freundlich winkte, erzählt «Schampus». Das Nachspiel eines solchen Tête-à-Têtes in luftiger Höhe ist indes teuer: Denn am Boden wartet auf den Falschflieger die Polizei. Weil sie - freundlicher Winker hin oder her - durch die Hornet-Piloten informiert wurde.

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