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Airbag für die Gebirgsspezialisten

Die Gebirgsspezialisten in Andermatt bewegen sich in schwierigem Gelände. Ab 2019 gehört zur Grundausrüstung der Einheit ein Airbag dazu, der zusätzliche Sicherheit bietet. Cuminaivel war bei der allerersten Ausbildung dabei.

28.01.2019 | CUMINAIVEL | ni

Die Soldaten packen den Airbag nach der Übung wieder ein.
Die Soldaten packen den Airbag nach der Übung wieder ein.

Andermatt, Waffenplatz, 10 Uhr: Dick eingepackte Gebirgsspezialisten des Bereitschaftsdetachementes 204 stapfen durch den Schnee. Skihelm auf dem Kopf, Skier auf den Schultern, silbergrauer Rucksack am Rücken. Ihr Ziel: der Gütsch-Express, Andermatts neueste Seilbahn. Über die Mittelstation Nätschen gehts zur Bergstation Gütsch auf über 2000 m ü. M. Es ist ein bedeutender Morgen für das Kompetenzzentrum Gebirgsdienst der Armee. «Ich freue mich immer auf den Berg, heute wirds natürlich nochmals spezieller», sagt Soldat Raphael Dahler.

Eine Stunde zuvor: Soldat Dahler und seine Kameraden drängeln sich um Holztische vor dem Mat Mag: «Guete Morge», ruft Stabsadj Peider Ratti in die Runde und reicht den Soldaten je einen silbergrauen Rucksack. «Da drin ist euer Lawinen-Airbag», sagt Ratti. «Er gewährleistet Euch einen kleinen Prozentsatz mehr Sicherheit, wenn wir uns in von Lawinen gefährdetem Gelände bewegen.» Ab 2019 gehört der Airbag zur Grundausrüstung der Gebirgsspezialisten. Heute findet die erste Ausbildung mit dem neuen Material statt – nur die Gebirgsspezialisten am WEF haben ihn bereits dabei. «Die absolute Sicherheit kann nie gewährleistet werden, aber bei uns gilt immer Safety First – und dazu trägt das neue Material bei», sagt Oberst i Gst Marco Mudry, seit Juli 2018 Kommandant in Andermatt.

Ich bin froh, dass wir mit dem Airbag Sicherheit dazugewinnen


Um im Kompetenzzentrum Gebirgsdienst der Armee eine RS durchlaufen zu können, müssen die Rekruten zuerst einen Eignungstest besten. «Wir selektieren streng, weil unsere Einsätze sehr anspruchsvoll sind», erklärt Oberst i Gst Mudry. Zu den Aufgaben gehören zum Beispiel Rettungseinsätze nach Lawinenabgängen – eine heikle Angelegenheit, bei der sich die Soldaten in einer gefährdeten Zone befinden.

Bergstation Gütsch, 11 Uhr: In Gefahr sind die Gebirgsspezialisten an diesem bewölkten Morgen nicht. Unter der Leitung von Stabsadj Ratti üben sie die Auslösung des Lawinen-Airbags. «Es ist wichtig, dass man im Ernstfall sofort zieht und nicht zuwartet», sagt er. Der Airbag braucht rund drei Sekunden, bis er vollständig aufgeblasen ist und seine volle Wirkung erzielt. Soldat Dahler hat dies verstanden. Auf Kommando betätigt er den Hebel – Übung erfüllt. Der 19-Jährige aus dem Appenzellerland strahlt: «Ich bin froh, dass wir mit dem Airbag Sicherheit dazugewinnen.»