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Die Tage des Dienstbüchleins in Papierform sind gezählt

Das Dienstbüchlein der Schweizer Armee wird digitalisiert. Nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat im Dezember 2018 der Digitalisierung des Dienstbüchleins zugestimmt.

26.01.2019 | CUMINAIVEL | lt

Dienstbüchlein aus dem Jahr 1917
Dienstbüchlein aus dem Jahr 1917

Der Cuminaivel-Redaktion liegt ein Dienstbüchlein aus dem Jahr 1917 vor, dessen Besitzer beide Weltkriege miterlebt hat. Feinsäuberlich wurden die Einträge damals noch mit Feder und Tinte in Schnörkelschrift erfasst – lange bevor der Kugelschreiber erfunden wurde.

Für die Angehörigen der Armee war es lange ein fester Bestandteil auf der Packliste vor dem militärischen Dienst. Manchmal wurde es Zuhause vergessen, manchmal ging es gar verloren. Die gedruckte Papierversion des Dienstbüchleins hat in seiner Ära ganze Generationen überstanden. Nur der Digitalisierung konnte die gedruckte Papierform nun nichts mehr entgegensetzten. Eine 2008 durchgeführte Umfrage der Armeeführung bei aktiv eingeteilten Angehörigen der Armee, Vereinsmitgliedern von militärnahen Vereinen und höheren Militärkadern belegte eine grundsätzliche Akzeptanz für eine elektronische Version.

Auch eine verwaltungsinterne Abklärung zeigte auf, dass alle Instanzen mit einer elektronischen Ablösung des bestehenden Dienstbüchleins einverstanden sind, da doppelte Registrierungen in allen Bereichen entfällt, die Fehlerquellen gering, der Aktualisierungsgrad hochgehalten und beim Postversand Geld gespart werden kann. Aufgrund dieser Resultate legte das Personelle der Armee (J1) dem Streitkräfte-Planungsausschuss (SKPLA) einen entsprechenden Bericht vor. Der SKPLA entschied danach ein Vorprojekt zu starten, um den Aufwand und Ertrag eines entsprechenden Wechsels abschätzen zu können. Im März 2018 reichte der Nationalrat Marcel Dobler (FDP, SG) eine Motion ein, die verlangt das Dienstbüchlein zu digitalisieren. Diese wurde im Juni zuerst vom Nationalrat und anschliessend im Dezember vom Ständerat angenommen. Damit findet die Ära des gedruckten Dienstbüchleins nun definitiv ein Ende. Manch ein AdA wird in Zukunft beim Gedanken an die gedruckte Version wohl etwas nostalgisch werden.