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On the Road für das Bataillon

Um seinen Auftrag zu erfüllen, braucht das Gebirgsinfanteriebataillon 85 eine Unmenge an Material. Nachschubsoldat Vitus Schärer ist darum besorgt, dass es nicht ausgeht – und durchkreuzt dabei die ganze Schweiz.

25.01.2019 | CUMINAIVEL | sf

Verbringt viel Zeit in seinem Wagen: Nachschubsoldat Vitus Schärer.
Verbringt viel Zeit in seinem Wagen: Nachschubsoldat Vitus Schärer.

Welcher Soldat kennt es nicht: Hier eine Führungswand aufhängen und da ein Plakat befestigen und schon ist das Klebeband alle. In solchen Fällen kommt Soldat Schärer zum Zug. Neben dem Malerabdeckband, dem am meisten nachgefragten Artikel, versorgt er die Kompanien des Geb Inf Bat 85 mit allem, was der Truppe fehlt – und zwar an allen Standorten. Ein grosser Aufwand. «Zum Glück wurde die Kompanie 4 auf die anderen Kompanien aufgeteilt. So muss ich einen Standort weniger anfahren», sagt Schärer, der selbst in Thusis stationiert ist.

Der Glarner ist der einzige Nachschub-Soldat des Bataillons. So hat das Armeelogistikcenter (ALC) nur einen Ansprechpartner pro Bataillon. «Damit nicht alle ins ALC rennen und da die Leute verrückt machen», erklärt Schärer. Er besorgt aber nicht nur Büro- und sonstiges Verbrauchsmaterial, sondern retabliert auch die Truppenküchen. Zweimal pro WK tauscht er in Chur die Schürzen, Tücher und Lappen – ein wichtiger Beitrag an die Hygiene der Truppe.

800 Kilometer am Tag

Die meiste Zeit verbringt Schärer im Auto. Meist zwischen acht und neun Stunden pro Tag. «An ruhigen Tag können es auch mal bloss fünf sein – ja nachdem, was die Kompanien so brauchen.» Denn nicht alles wird am selben Ort gelagert. Gore-Tex-Hosen und Tieftragholster sind zum Beispiel in Thun, Druckerpatronen in Elgg. Auf seinen Touren glüht der Kilometerzähler seines Autos förmlich: «Die grösste Distanz, die ich an einem Tag zurückgelegt habe, beträgt 800 Kilometer.»

Dem 23-jährigen Automobildiagnostiker setzt die lange Zeit, die er alleine verbringt, nicht besonders zu. «Für etwas Abwechslung sorgen auch die gelegentlichen Diskussionen mit den ALC-Mitarbeitern», lacht Schärer. Trotzdem hat ihm, der einst zum Panzermechaniker ausgebildet wurde, die einsatzbezogene Ausbildung bisher am besten gefallen. Aber auch seine Haupttätigkeit fordert ihn: «Ich muss schon das Hirni beieinanderhaben, damit ich nichts vergesse. Schliesslich sollen die Kompanien ihre Bestellungen möglichst schnell bekommen.»

Das gilt auch für die kleinsten Artikel, die manchmal die begehrtesten sind. Denn ohne Schärer bekämen die Soldaten auch keine Ribbons für den Inlandeinsatz.