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«Ich nehm’s als Lebensschule»

Die Sanitäts-Rekrutenschule in Airolo hat einen sehr hohen Frauenanteil. Cuminaivel hat bei zwei freiwillig eingerückten weiblichen Rekruten nachgefragt und Leutnant Johanna Fareda bei der Arbeit begleitet.

25.01.2019 | CUMINAIVEL | ni

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Sie stehen zusammen, tuscheln. Beide tragen eine schwarze Jacke, lachen. Wenn Sie nicht auf dem Waffenplatz in Airolo stehen würden, man würde sie nicht den neu eingerückten Rekruten zuordnen. Doch Céline Meylan und Gwendeline Devos sind seit Januar Angehörige der Schweizer Armee. «Ich habe mich fürs Militär entschieden, weil ich meine persönlichen Limiten austesten und später die Polizeischule absolvieren möchte», sagt die 19-jährige Devos. «Ich nehms als Lebensschule», sagt ihre neue Kameradin Meylan lässig.

Meylan und Devos sind zwei von 17 weiblichen Rekruten, die vor kurzem in die Sanitäts-Rekrutenschule in Airolo eingerückt sind. «Wir ziehen vergleichsweise viele Frauen an», sagt Oberst Daniele Meyerhofer. Der Schulkommandant ist begeistert von dieser hohen Frauenquote: «Im Sommer haben wir sogar zwischen 30 bis 40 weibliche Rekruten.» Unterschiedlich behandelt werden die weiblichen AdA’s nicht, versichert er. «Es gibt einzig logistische zusätzliche Zusatzaufwände. Die weiblichen Rekruten leisten exakt das gleiche wie ihre männlichen Kameraden.»

Was Frauen besser können als Männer

Zu den weiblichen Militärangehörigen auf dem Waffenplatz Airolo gehört auch Johanna Fareda. Sie hat vor einem Jahr die Rekrutenschule absolviert, steht mittlerweile als Leutnant auf dem AV-Platz. Sie erinnert sich an ihre ersten Wochen in der Armee: «Das war eine turbulente Zeit. Ich konnte mich aber schnell zurechtfinden, auch weil ich eine passionierte Pfadfinderin bin.»

Die 20-Jährige ist nicht die einzige Frau in einer Führungsposition der Sanitäts-RS. «Ein Fünftel des Kaders sind Frauen», sagt Schulkommandant Meyerhofer. Fareda weiss als ehemaliger Rekrut genau, wie sie ihren weiblichen Unterstellten helfen kann. «Das Wichtigste ist, dass man die Motivation behält, sich daran erinnert, weshalb man sich fürs Militär entschieden hat. Ich werde sie also immer wieder motivieren.» Sie stellt aber gleich klar, dass sie den weiblichen Rekruten ihres Zuges auf keinen Fall eine Vorzugsbehandlung schenken möchte. Auch können Frauen nichts besser oder schlechter als ihre männliche Kameraden, sagt sie und schiebt dann doch hinterher: «Sie sind einfacher zu begeistern, schliesslich machen sie es ja freiwillig.»

Auch Meylan und Devos betonen, dass ihnen die Gleichstellung wichtig sei. Sie ziehen von der ersten RS-Woche ein positives Fazit: «Ich spüre die Hilfe unserer männlichen Kameraden. Wir sind ein gleichwertiges Mitglied der Truppe. Das ist wunderschön.»