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Auf den Giftgas-Anschlag vorbereitet

Die Sanitäts-Kompanie 6 wird an diesem WK von ABC-Spezialisten unterstützt. Aufgrund der erhöhten Bedrohungslage gibt’s am WEF erstmals auch eine Patienten-Dekontaminationsstelle. Cuminaivel war bei der ersten Übung dabei.

25.01.2019 | CUMINAIVEL | ni

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10:45 Uhr, Bünda: Alarm beim ABC-Einsatzdetachement. Hastig eilen sechs AdAs ins Zelt, packen ihre Schutzausrüstung aus. Jetzt muss es schnell gehen. Genau 15 Minuten haben die Soldaten Zeit, C-Vollschutz zu erstellen.

10:54 Uhr: Die ABC-Spezialisten laufen ausgerüstet mit Schutzschuhen, Schutzhosen, Schutzanzug, Schutzhandschuhen und der Schutzmaske aus dem Zelt, rein in die Patienten-Dekontaminationsstelle. Gerade rechtzeitig, denn nur wenige Augenblicke später bringen zwei Soldaten eine Person auf einer Sanitäts-Barre in die Aufnahme. Sie übergeben den bewusstlosen Patienten, welcher eine Verletzung am rechten Arm zu haben scheint. Jetzt gehts darum, den hilflosen Mann so rasch wie möglich von den kontaminierten Kleidern zu befreien und ihn mit Chavel und Wasser abzuwaschen.

Oberst Georg Zimmermann beobachtet die Übungseinheit genau: «Das läuft gut», lautet sein Zwischenfazit. Es ist das erste Mal, dass die Soldaten den Ernstfall eines gezielten Giftanschlags proben. In diesem Jahr geht die Armee unter anderem aufgrund des Nowitschok-Anschlags im englischen Salisbury von einer erhöhten Bedrohungslage aus. «Wir haben erstmals eine Patienten-Dekontaminationsstelle und sind bestens für den Einsatz gerüstet», sagt Hauptmann Fassora, Kommandant der San Kp 6.

Derweil gehts nach rund fünf Minuten in die nächste Abteilung: vier weitere ABC-Spezialisten übernehmen den Patienten, der mittlerweile wieder bei Bewusstsein ist. Sie wickeln ihn in eine Wärmedecke, damit er nicht auskühlt und übergeben ihn zur medizinischen Erstversorgung. «Mir ist kalt», sagt der Patient zu Notarzt Fachoffizier Fredy-Michel Roten, der bereits in Stellung ist.

Die Sanitäts-Soldaten transportieren ihn zur Triage, wo Notarzt Roten zusammen mit zivilen Kräften vom Rettungsdienst St. Gallen sich weiter um den Patienten kümmert. «Mögen sie sich an irgendetwas erinnern? Warum schmerzt der rechte Arm?», fragt ihn Roten. «Ich weiss es nicht», antwortet der Patient.

Übung Halt: Die Stresssituation vorbei, die Stimmung im Saal lockerer. Etwa 25 Minuten hat die ganze Übung gedauert. Das Fazit von Fassora fällt positiv aus: «Sehr gute Arbeit. Wir konnten Unklarheiten, betreffend den Schnittstellen während der Übung, schliessen.» Einige kleine Verbesserungspunkte wurden aufgenommen und werden für den Einsatz bereits umgesetzt. Hauptmann Fassora: «Wir sind bereit für den Ernstfall»