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«Jeder Rekrut bringt eigene Probleme mit»

Oberst Daniele Meyerhofer ist Kommandant der Sanitäts-Rekrutenschule in Airolo. Warum auch die fünfte RS für ihn nicht langweilig wird und was Sanitäts-Soldaten bei einem WEF-Einsatz können müssen, erklärt er im Gespräch mit Cuminaivel.

24.01.2019 | CUMINAIVEL | ni

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Vor einer Woche hat die neue Sanitäts-Rekrutenschule begonnen. Wie verlief der Start?

Wir sind tipptopp gestartet. 416 neue Rekruten durften wir vergangenen Montag empfangen. Sie machen jetzt gerade die ersten Erfahrungen im militärischen Alltag.

Dies ist bereits ihre fünfte Rekrutenschule als Kommandant. Das wird doch langweilig.

Nein, ganz und gar nicht. Jetzt ist vieles anders mit der Weiterentwicklung der Armee (WEA). Und jeder Rekrut ist individuell, rückt mit den eigenen Problemen bei uns ein. Deshalb bin ich immer wieder aufs Neue gespannt, was auf uns zukommt.

Haben Sie etwas auf diesen RS-Start hin geändert?

Mit der WEA hat sich einiges verändert. Wir haben das Jahr 2018 genau analysiert und haben uns nun im Winter darauf fokussiert, uns weiter zu verbessern. Ein Beispiel: Wir versuchen die neu eingerückten Rekruten mit dem Prinzip «Progress» an den militärischen Alltag zu gewöhnen. Das bedeutet, dass wir konstant eine physische Leistungssteigerung einfordern, aber nicht bereits in den ersten Wochen alles von ihnen abverlangen. Somit wirken die ersten Tage auf WK-Soldaten und Kader etwas lockerer als man das kennt, aber vergessen Sie nicht: Für die Rekruten ist alles neu, man muss Tausend Sachen lernen. Die werden genügend gefordert.

Es rücken ja nicht alle Rekruten topmotiviert in die Rekrutenschule ein. Wie motivieren Sie die Leute?

Ich bin da in einer komfortablen Position. Der Sanitäts-Soldat ist in der Regel eine Person, die gerne im Sanitätsbereich arbeitet. Dass wir in der Allgemeinen Grundausbildung ziemlich früh mit der spezifischen Ausbildung beginnen, ist sicherlich auch ein Vorteil. So können die Rekruten schon früh profitieren, das motiviert sie.

Sie bilden Ihre Rekruten ja auch für Einsätze wie beispielsweise das WEF aus. Was sind die Aufgaben eines ausgebildeten Sanitäts-Soldaten in einem solchen Einsatz?

Verwundete oder verletzte Soldaten zu empfangen, die von anderen Truppengattungen zu uns transportiert werden. Wenn der Patient bei uns eintrifft, machen wir eine Triage und behandeln ihn, bis er ins Spital gebracht wird.

Zur Person

Daniele Meyerhofer hat als Kommandant bereits vier Rekrutenschulen betreut. Privat ist er ein grosser Fan des Eishockey-Clubs Ambri-Piotta.