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Taxidienst in luftiger Höhe

Während des Weltwirtschaftforums (WEF) transportiert die Schweizer Luftwaffe mit Super-Puma- und Cougar-Helikoptern hohe Würdenträger nach Davos. Die Vorbereitungen dafür sind minutiös.

22.01.2019 | CUMINAIVEL | mf

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Eine feine Schneedecke liegt über der Linthebene, im Hintergrund türmen sich im Sonnenlicht die Bündner Alpen auf. Bei dieser atemberaubenden Aussicht geht glatt das Rotorgeräusch unter. Es ist einer der letzten Trainingsflüge für Hauptmann Daniel «Schniggi» Stettler und Hauptmann Andreas «Trabi» Trabold mit dem Cougar-Helikopter. In den nächsten Tagen werden sie während des Weltwirtschaftforums (WEF) wichtige Staatsleute vom Flughafen Zürich nach Davos fliegen. Viele dutzend Personentransporte kommen so für die Schweizer Luftwaffe zusammen.

Weil an diesem Morgen beste Sichtverhältnisse herrschen, geht es für Schniggi und Trabi in erster Linie darum, sich nochmals ein genaues Bild von der Flugroute zu verschaffen. Wo gibt es Hochspannungsleitungen, wo Bergbahnen, wo Windturbinen. Denn: Was unter normalen Umständen dank grosser Flughöhe und Boardcomputer kein Problem ist, kann bei schlechtem Wetter zur Gefahr werden. «Genau deshalb machen wir solche Trainingsflüge», sagt Stettler.

Bevor die Piloten abheben, tragen sie alle relevanten Daten im Computersystem «FIS LW» ein. Relevant heisst: Fluggäste, Route, Treibstoff, Ausrüstung und das Wetter. So minutiös die Vorbereitung, so klar aufgeteilt sind die Rollen im Cockpit: Schniggi ist für diesen Flug Pilot in command (Kapitän) und fällt damit Entscheide, trägt aber auch die Verantwortung gegenüber Dritten, Trabi ist Co-Pilot. Und gleichwohl wird Letzterer für den Rückflug von Davos nach Dübendorf das Steuer übernehmen. Weil sie innerhalb der vorgegebenen Aufteilung die Funktion als Pilot flying (PF) und Pilot non flying (PNF) tauschen können.

Klare Rollenverhältnisse herrschen übrigens auch am Ende eines VIP-Transports. Der Kapitän verabschiedet die Gäste, der Co-Pilot kümmert sich um den Helikopter. Manche Gäste würden einem die Hand reichen, andere kaum grüssen, sagt Schniggi. Einmal allerdings sei er als Co-Pilot im Cockpit gesessen, als jemand mühevoll die Hand hineinzwängte: Es war die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die sich für den Flug bedanken wollte.