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«White Out» und andere Herausforderungen im Davoser Winter

Die Helis der Luftwaffe fliegen das ganze Jahr. Im Winter stehen Piloten und Mechaniker aber vor einigen besonderen Herausforderungen.

21.01.2019 | CUMINAIVEL | mf

Die Einsätze der Mechaniker zwischen Landungen und Starts sind oft kurz und erfordern einen konzentrierten Einsatz.
Die Einsätze der Mechaniker zwischen Landungen und Starts sind oft kurz und erfordern einen konzentrierten Einsatz.

Pulverschnee und Helikopter: Eine interessante Kombination. Ein Heli wirbelt mit seinen mächtigen, turbinengetriebenen Rotoren viel Schnee auf. Die Piloten sprechen dabei vom «White Out». Diese Schneewolke um das Fluggerät herum sieht eindrücklich aus, ist aber in der Regel harmlos. Und doch kann der White-Out-Effekt bei bestimmten Witterungsverhältnissen eine ganz besondere Herausforderung darstellen, nämlich dann, wenn vor lauter Weiss kaum noch Gelände- oder Gebäudekonturen, so genannte Referenzpunkte, zu sehen sind. In diesem Fall droht Gefahr, dass der Helikopter beim Absetzen wegen eines verborgenen Hindernisses beschädigt wird.

Auch Vereisung ist ein Problem

«Wenn man wirklich gar nichts mehr erkennt, startet man durch und landet auf einer Ausweichfläche», sagt Hauptmann Fabian «Vampi» Etter, der für die Schweizer Luftwaffe Cougar, Super Puma und EC-635 fliegt. Wenn es aber irgendwie geht, landet ein Helikopter natürlich. Ob ein Heli abhebt, ist übrigens letztlich immer der Entscheid des Piloten. Hat er wegen des Wetters Zweifel an der Flugfähigkeit, bleibt er am Boden. Der Heli hat im winterlichen Einsatzgebiet noch einen anderen Gegner: Eis. Mit vereisten Rotoren kann er nicht in die Luft. Auch Eisbildung an der Aussenhaut kann dazu führen, dass wichtige Funktionen des Helis eingeschränkt werden. Weil die Helikopter der Schweizer Luftwaffe nicht enteist werden, fliegen sie in solchen Fällen nicht.

Beschränkte Platzverhältnisse

Trotz teils äusserst anspruchsvollen Wetterbedingungen fliegt die Luftwaffe am WEF fast immer. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt den Mechanikern, die Dienst leisten. Die Zeit zwischen Landung und Start ist während des WEF oft sehr kurz. Dann ist von den Mechanikern schnelles und konzentriertes Arbeiten gefragt – im Wissen, dass die winterlichen Helikopter-Operationen durchaus ihre Besonderheiten haben. «Das schwierigste ist, wenn sich die Wetterverhältnisse rasch ändern», sagt Björn Hemmi, Chef Technik auf der hiesigen temporär eingerichteten Helikopterbasis. Der Einsatz kann sich bei schlechtem Wetter von Minute zu Minute ändern. Die Mechaniker arbeiten auf engerem Raum als sonst. Dazu kommt während des Weltwirtschaftforums ein 24-Stunden-Schichtbetrieb. Somit müssen die Arbeiten stets gut koordiniert werden.

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White Out Tests 2017