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Hunde, die bellen, beissen auch

Sie ist der beste Freund des Infanteristen: die Hundeführer-Kompanie 13/5. Auch am WEF unterstützen Vierbeiner den Menschen beim Einsatz für die Sicherheit am Grossanlass in Davos. Dahinter steckt jahrelange und intensive Zusammenarbeit zwischen den Tieren und ihren Haltern.

21.01.2019 | CUMINAIVEL | ts

Folgen aufs Wort: Die Hunde bei ihrer Ausbildung mit ihren Haltern im Vorfeld des WEF.
Folgen aufs Wort: Die Hunde bei ihrer Ausbildung mit ihren Haltern im Vorfeld des WEF.

Vor dem Theoriegebäude in Chur ist lautes Bellen zu hören. Während drinnen das Kader geschult wird, koordiniert ein Oberleutnant für die Tiere draussen einen Postenlauf im verschneiten Gelände. Es ist eine gezielte Vorbereitung. «Nur wer die Einsatzprüfung besteht, darf am Einsatz am WEF teilnehmen. Dies gilt für Tier und Mensch gleichermassen», sagt Adjutant David Huber vom Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere. Beim Umgang mit den Vierbeinern ist wenig Platz für Sentimentalitäten. Denn der Hund ist neben Beschützer und Helfer auch eine Waffe. Und diese gilt es sicher einzusetzen. Ein Problem im Einsatz kann den Rest der Truppe gefährden. Auf den Hund muss man sich verlassen können, egal ob es zu einem Schusswechsel kommt oder eine Zielperson vom Hund befreit werden soll.

Soldatin Jana Guntli ist zuversichtlich, dass es sie und ihr Cirko es schaffen werden. Nervös sei man aber trotzdem, erklärt die Sarganserländerin, die nun ihren zweiten WK als Hundeführerin angefangen hat. Dieser Wiederholungskurs sei nicht zu vergleichen mit einem Ausbildungs-WK, da der Dienst beim WEF ein richtiger Einsatz darstellt. Doch es ist Verlass auf ihren deutschen Schäfer aus Schweizer Zucht. Zweimal pro Woche trainiert das Duo jeweils zusammen. Guntli hat seit ihrer Kindheit mit Hunden zu tun. Cirko kam jedoch erst in ihrer Rekrutenschule an ihre Seite. Es scheint, als wären die Führerin und ihr Hund füreinander bestimmt. «Ich habe Cirko sogar einmal aus dem Fluss gerettet», sagt sie stolz. Er sei kein gewöhnlicher Hund. Rasch wird klar: Bei den Hundeführern dreht sich praktisch alles im Leben um die Beziehung zu ihrem Tier.
 

Der Dienst als Hundeführer der Armee ist zeit- und arbeitsintensiv. Nebst des üblichen WKs ist es Pflicht, unter dem Jahr mit dem Tier an insgesamt 25 Trainingsrunden teilzunehmen. Hinzu kommt eine alljährliche Prüfung, die es zu bestehen gilt. Vor dem Einsatz am WEF müssen die Tiere aber auch noch an die Zusammenarbeit mit sonst fremden Infanteristen gewöhnt werden. Im Rahmen des Grossanlasses sollen die Hunde die Truppen beim Bewachen von Objekten sowie während Zutrittskontrollen unterstützen.

Auf dem Trainingsgelände in Chur zeigen die Tiere und ihre Halter, dass sie für die Aufgaben rund um das WEF gewappnet sind. Bei einer abschliessenden Einsatz-Simulation wird klar: Hunde, die bellen, beissen auch. Manch Zuschauer ist froh, dass die Tiere ihren Führern dabei aufs Wort folgen.

Im Ernstfall müssen sich die Hundeführer in jeder Situation auf ihre Vierbeiner verlassen können.
Im Ernstfall müssen sich die Hundeführer in jeder Situation auf ihre Vierbeiner verlassen können.