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Der Mann vom Wetter ist vor allen anderen da

Das Wetter stellt die Einsatzkräfte am WEF vor eine Herausforderung, aber selten vor Probleme. Auch dank der Weitsicht von Wetteroffizieren wie Thomas Jordi.

19.01.2019 | CUMINAIVEL | mrm

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Bevor die ganze Luftwaffe ihren Tag in Angriff nimmt, bevor am gegenwärtigen Einsatz rund ums WEF alle Piloten, Offiziere, Helfer überhaupt ausrücken, beginnt der Tag von Fachoffizier Thomas Jordi. Denn Jordi ist der Mann vom Wetter, er sagt am Morgen in aller Früh, was heute wettertechnisch möglich ist und was nicht, und damit er das in aller Früh tun kann, muss er eben noch früher da sein: genauer gesagt um fünf Uhr in der Früh.

Am täglichen Rapport um sieben Uhr morgens im Air Operation Center im Raum Zürich gibt Jordi einen umfassenden Wetterbericht ab. Für die Luftwaffe vom Wetter zu berichten, sei insofern interessant, als hier andere Parameter zählen, sagt Jordi. «Die Sicht ist wichtig, wie tief die Wolken hängen. Aber, ob es regnet oder nicht, ist nicht wirklich relevant». Die heftigen Schneefälle vor allem vor dem Start des Einsatzes gerieten für die Luftwaffe zur Herausforderung, nicht aber wirklich zum Problem. Die Voraussagen von Jordi waren dadurch nicht beeinträchtigt. Und um die sich oft verändernden Schneehöhen durchzugeben, kann Jordi auf ein dichtes Netz an Messstationen zurückgreifen.

Im militärischen Einsatz stehen dem Berufsmeteorologen bei MeteoSchweiz nicht nur das Netzwerk seines Arbeitgebers und die Stationen des Schnee- und Lawinenforschungsinstituts (SLF) in Davos zur Verfügung, sondern auch die Daten der im Einsatz stehenden Wetter- und Nachrichtensoldaten im ganzen Einsatzraum Graubünden. «Das macht das Netz an Informationen noch dichter – und zuverlässiger». So könne es also sein, dass während des WEF die Wettervorhersagen für den Raum Graubünden noch präziser als sonst ausfallen.

Auch in seinem zivilen Alltag arbeitet Jordi überdies mit der Luftwaffe zusammen. Sie fungiert bei MeteoSchweiz als eine Art Kunde, holt sich bei der Wetterzentrale in Zürich das Flugwetter ein. Bislang war dies in Davos geprägt vom Wechsel zwischen Hochs und Sturmtiefs. Für den VIP-Transport ist das Wetter der entscheidende Faktor: Herrscht gutes Flugwetter, geht es per Helikopter nach Davos, sonst terrestrisch via Strasse. «Dies primär, weil bei schlechten Wetterverhältnissen ein Flug vor allem für VIPs ziemlich unangenehm werden kann».