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Zeit schmilzt schneller als Schnee

Der starke Schneefall ist für die Radar-Kompanie rund um das TAFLIR-System eine zusätzliche Herausforderung. Die Hilfe der Gebirgsspezialisten ist unverzichtbar.

18.01.2019 | CUMINAIVEL | mrm

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Prüfend geht der Blick zum Hang, routiniert die Hand in den Schnee. «Die Schichten werden langsam stabiler.» Oberleutnant Marco Stephan und sein Kamerad Wachtmeister Marco Camiu haben schon den ganzen Tag bei einer mobilen LW Radar Kompanie im Rückwärtigen der TAFLIR-Stellung im unteren Bündnerland gewartet.

Die Schneefälle der letzten Tage haben für Verzögerung beim Aufbau der Radaranlage gesorgt. Einmal in Betrieb, hilft das Gerät mit, die Darstellung der Gesamtluftlage zu verbessern. Die Daten werden direkt in das FLORAKO-System eingespeist. Die Installation ist aufwendig: Acht volle Lastwagen müssen in die Stellung hochgefahren werden. Der viele Schnee und das stürmische Wetter der letzten Tage ist dabei eine zusätzliche Herausforderung. Die Bergstrassen müssen geräumt, das Lawinenrisiko vorab beurteilt werden. Und genau dafür sind sie da, Stephan und Camiu, Gebirgsspezialisten des Kompetenzzentrums Gebirgsdienst der Armee in Andermatt.

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«Natürlich bieten auch unsere Empfehlungen keine absolute Sicherheit», sagt Marco Stephan, «aber Personen- und Fahrzeugschaden können wir nach der Beurteilung ausschliessen». Im Wiederholungskurs ist er mit seinen Kameraden während des WEF-Einsatzes im ganzen Gebiet unterwegs und schätzt die Lawinengefahr, zusammen mit den zivilien Behörden ab. So etwa im abgelegenen Hochtal, wo der Weg zur TAFLIR-Stellung entlangführt. Die Gemeinde räumt diese Strasse nicht frei, dafür wird extra eine Einheit der Logistikbasis der Armee (LBA) aufgeboten. Danach können die Lastwagen passieren, «am besten vormittags, wegen der geringeren Sonneneinstrahlung», wie Oberleutnant Stephan sagt. «Und Stopps am steilsten Schneehang würde ich auch vermeiden», rät sein Kamerad, Wachtmeister Camiu.

Bald also kann Zugführer Lukas Pellegrini mit seinen Leuten Stellung beziehen. Die letzten Tage spannten ihn und seine Mannschaft auf die Folter, denn der Schnee schmolz nicht so schnell wie die Zeitreserven im Plan. Der Stellungsbezug bis zur Bereitschaft kann zwei Tage dauern, mit grossem Einsatz und zusätzlichem Personal sei das auch binnen weniger Stunden zu realisieren, sagt Leutnant Pellegrini. Wenn die Einsatzleitung der Luftwaffe den Einsatz startet, steht das TAFLIR-System bereit, davon ist Pellegrini überzeugt. Während der intensiven Schneefälle hat sich sein Zug übrigens äusserst nützlich gemacht: Die Soldaten boten der Gemeinde ihre Hilfe an - und halfen beim Räumen einer Baustelle, auf der ein Kindergarten entsteht.

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