Humanitäre Minenräumung

Erfahren Sie hier mehr über die Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Humanitären Minenräumung.  

Hier gelangen Sie direkt zu den Bewerbungsformularen und den Rekrutierungsdaten.  

Humanitäre Minenräumung im Südsudan

Seit die Humanitäre Minenräumung vor über zwanzig Jahren zu einem internationalen Thema wurde, konnten wichtige Fortschritte erzielt werden: Neue völkerrechtliche Instrumente wurden geschaffen und werden laufend umgesetzt, die Technologie zur Räumung wurde vereinheitlicht sowie effizienter und sicherer gemacht, grosse Landflächen wurden geräumt und umfangreiche Lagerbestände vernichtet. Trotz all dieser Fortschritte fordern Personenminen, Streumunition und explosive Kriegsmunitionsrückstände jährlich weitere Opfer. Zudem leiden viele Menschen noch immer unter den Folgen dieser Waffen, verhindern diese doch die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Bevölkerung sowie den Aufbau einer friedlichen und politisch stabilen Ordnung in den betroffenen Ländern.

Für die Schweiz ist das Personenminenübereinkommen ("Ottawa-Konvention") 1999 in Kraft getreten. Seitdem ist sie innerhalb der Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaft ein wichtiger Akteur. Inzwischen ist diese Konvention von 162 Staaten ratifiziert worden. Zwischenzeitlich ist die Schweiz auch dem Streumunitionsübereinkommen beigetreten. Die Schweiz fördert unter dem Sammelbegriff "Humanitäre Minenräumung" die Entwicklung und Umsetzung dieser Instrumente.

Im Rahmen des Schweizer Engagements in der Humanitären Minenräumung kommt der Ansatz der "Hilfe zur Selbsthilfe" zur Anwendung. Konkret geht es im Einsatzgebiet darum, einheimische Fähigkeiten - Räumtrupps, aber auch Management- und Führungsstrukturen – aufzubauen, zum Einsatz zu bringen und das notwendige Wissen nachhaltig zu vermitteln. Dabei werden Programme unterstützt, die direkt von den entsprechenden UNO-Agenturen geführt werden: das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) und der UN-Minenräumdienst (UNMAS).

Das VBS stellt den UNO-Minenräumprogrammen seit über 15 Jahren Spezialisten der Schweizer Armee zur Verfügung. Dabei greift die Schweizer Armee auf Freiwillige der Miliz sowie auf Angehörige des zivilen und militärischen Berufspersonals zurück. Diese Spezialisten sind nach wie vor gefragt und leisten einen wichtigen Beitrag im Rahmen der UNO-Minenräumprogramme.

Die Angehörigen der Miliz kommen in den Bereichen, Logistik, Finanzen, Management und Informations-Management zum Einsatz. Vorzugsweise gelangen Angehörige der Miliz mit ziviler Berufsausbildung und Berufserfahrung als Logistiker, im Informatikbereich (u.a. Sachkenntnisse im Bereich Datenbanken, Netzwerke und GIS), in der Buchhaltung, KV-Absolventen oder ähnlichen Ausbildungen zum Einsatz.

Als Voraussetzungen für einen solchen Einsatz ist ein Mix aus militärischem Grundwissen und Führungserfahrung sowie ziviler Fachkenntnisse unabdingbar. Gesucht werden deshalb Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere als Fachleute, die in einem internationalen Umfeld im hohen Masse selbständig arbeiten, in englischer und/oder französischer Sprache kommunizieren und in einem interkulturellen Umfeld die geforderten Leistungen erbringen können. Ein Einsatz bedingt einerseits physische und psychische Belastbarkeit, ermöglicht andererseits aber einmalige und unvergessliche persönliche Erfahrungen und Erlebnisse. Die Einsätze finden zivil statt und dauern in der Regel ein Jahr mit der Möglichkeit zur Verlängerung.

Das zivile und militärische Berufspersonal stammt fast ausschliesslich aus dem Kompetenzzentrum ABC-KAMIR (atomar, biologisch, chemisch, Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung) in Thun. Diese Spezialisten kommen in Engagements zum Einsatz, wo ihr spezifisches Fachwissen gefragt ist.

Im Rahmen der Strategie des Bundes für die Humanitäre Minenräumung 2012 – 2015 werden für die laufende Legislatur die politischen und operationellen Aktivitäten des Bundes definiert. Hauptziel ist es, vor Ort konkrete Impulse zu geben, neue Opfer zu vermeiden und die Lebensbedingungen der betroffenen Bevölkerung zu verbessern. Der Bund stellt dafür jährlich rund 16–18 Millionen Franken zur Verfügung. Weiter stehen die Durchsetzung der bestehenden völkerrechtlichen Instrumente und die Nutzung von Synergien zwischen der Entwicklungszusammenarbeit und der Humanitären Minenräumung im Fokus. Daneben will die Schweiz bei der Entwicklung neuer Instrumente und Konzepte und der Aufnahme neuer Themen von Beginn an aktiv mitwirken.

Der Bund praktiziert eine Arbeitsteilung in der Humanitären Minenräumung. Er konzentriert dabei seine Hilfe, indem die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) sich in erster Linie auf die Opferhilfe, die Prävention und den Aufbau lokaler Kapazitäten fokussiert. Die Abteilung Menschliche Sicherheit des EDA (AMS) unterstützt insbesondere Räumungsprojekte und leistet finanzielle Beiträge an das Internationale Genfer Zentrum für Humanitäre Minenräumung (GICHD). Das EDA ist weiterhin federführend im politischen Bereich sowie bei der Politikgestaltung.

Das VBS leistet auch Unterstützung im materiellen Bereich. Insbesondere wurden spezielle, in der Schweiz entwickelte Hohlladungssystem (sogenannte SM EOD-Systeme) zur Verfügung gestellt. Dieses Entschärfungssystem erlaubt ein berührungsfreies und somit gefahrloses Vernichten von Blindgängern und Minen.

Mit der Unterstützung des (GICHD) werden vor allem in Projekte in den Bereichen Informationsmanagements (IMSMA, Information Management System for Mine Action), der internationalen Normierung (IMAS, International Mine Action Standards) und des Qualitätsmanagements unterstützt. Das VBS organisiert zudem zusammen mit dem GICHD im Rahmen des Partnership for Peace-Programms (PfP) jährlich Einführungs- und Fortbildungskurse im Bereich humanitäre Minenräumung.