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Ein Job mit viel Fingerspitzengefühl

Das Schweizer EOD Team (Explosive Ordnance Disposal) als Teil der SWISSCOY sowie als sogenanntes OPCON-Element der KFOR kommt immer dann zum Einsatz, wenn es um die Identifikation und die Beseitigung von Kampfmitteln im Einsatzraum geht. Zusätzlich nehmen die Schweizer Spezialisten an vielen internationalen Übungen teil und sensibilisieren die KFOR-Truppen für die Gefahren von beispielsweise Minen und Blindgängern.

01.02.2024 | Text: Fachoffizier Aisha Seitz, Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 49 Fotos: Fachoffizier Andreas Müller, stellvertretender Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 49

Um seine Aufgaben effizient erfüllen zu können, braucht das EOD Team hochspezialisiertes Gerät.
Um seine Aufgaben effizient erfüllen zu können, braucht das EOD Team hochspezialisiertes Gerät.


Als eingespieltes Team mit spezialisierter Ausrüstung begleiten Experten der KAMIR (Kampfmittelräumung) die internationalen Friedenstruppen. Sie sind für die schnelle und professionelle Beseitigung von Kampfmitteln zuständig. Damit tragen sie zur Sicherheit und Mobilität der Truppen und der Zivilbevölkerung bei.

Die meisten Berührungspunkte mit den EOD-Spezialisten hat das restliche SWISSCOY-Kontingent bei Trainings oder Ausbildungen. Dazu gehören auch die multinationalen FoMD (Freedom of Movement Detachement) Verbandsübungen. Im Dezember fand ein solches Trainingsszenario im Camp Novo Selo statt. Österreichische Truppen übernahmen die sogenannte «Crowd and Riot Control» und drängten Demonstranten zurück, die sich vor einer Blockade befanden. Sobald das Hindernis zugänglich war, suchten es die EOD-Angehörigen nach Sprengstoff oder anderen Gefahren ab. In diesem Übungsaufbau kam auch ein ausgebildeter Spürhund der italienischen Armee zum Einsatz. Nachdem kein Sprengstoff gefunden wurde, räumten die Schweizer Pioniere und der Transportzug den Weg mit ihren Spezialmaschinen frei.

Vielseitiges Aufgabengebiet

Übungen sind nur ein Teil des Verantwortungsbereiches des EOD Teams. Zu ihren Aufgaben gehören:

  • EOR (Explosive Ordnance Reconnaissance): Aufklärung, spezifische Informationen über Bedrohungen, Identifikation, Suche
  • EOD (Explosive Ordnance Disposal): Beseitigung von Blindgängern, konventioneller Munition sowie Munitionsrückständen;
  • IEDD (Improvised Explosive Device Disposal): Beseitigung von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen;
  • EHAT (Explosive Hazard Awareness Training): Ausbildung und Sensibilisierung von Angehörigen der KFOR bezogen auf Munition oder verdächtige Objekte;
  • Monitoring, Begleitung oder Ausbildung von lokalen Einsatzkräften.

Nicht alle im aktuellen Team bringen gleich viel Erfahrung mit. Während es für einen Teil der EOD-Spezialisten der erste Einsatz im Kosovo ist, hat ein Mitglied bereits über 1'200 Diensttage hier geleistet.

Ein langer Ausbildungsweg

Bis zum Auslandseinsatz ist es allerdings ein aufwändiger Weg. Jeder Spezialist ist Fachberufsmilitär, beim Kommando KAMIR angestellt und muss mindestens den Grundkurs KAMIR (ca. 13 Monate) erfolgreich bestehen. Weiter ist der Besuch des Introduction Course for Peace Support Operations (ICPSO) bei der SWISSINT vorgeschrieben sowie KAMIR-intern die einsatzbezogene Ausbildung (EBA) von 5-6 Wochen. Mindestens zwei Mitglieder des Teams müssen zudem IEDD-fähig sein, das heisst unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen beseitigen können. Diese Ausbildung dauert ebenfalls ca. vier Monate.

Die grösste Herausforderung ist die permanente Bereitschaft, meist mit einer sehr kurzen "Notice to move (NTM)". Es gibt wenig "scharfe" Einsätze in Relation zu den vielen Ausbildungen, die hauptsächlich die Sensibilisierung diverser Nationen der KFOR beinhalten.

Dafür ist die Zusammenarbeit mit den EOD Teams der anderen Nationen äusserst bereichernd. So konnten die Schweizer in einer Übung eine Sprengfalle für das US EOD Team verbauen und gespannt abwarten, ob sie es finden und entschärfen würden. Und ja, die amerikanischen Kameraden hatten Erfolg.


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