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Die Instandhaltungs-Spezialisten der SWISSCOY

Die SWISSCOY hat bis zu 150 verschiedene Fahrzeuge im Einsatz. Dazu zählen Geländewagen, Baumaschinen, Cars, LKWs sowie gepanzerte Fahrzeuge. Für deren Wartung und Reparaturen ist die Instandhaltungsgruppe (Ih) zuständig. Was die Werkstatt-Tätigkeit im Einsatzraum ausmacht und welchen Mehrwert ein solches Engagement für den zivilen Beruf bringt, erzählt Wachtmeister Luca Wermelinger.

14.02.2024 | Text: Fachoffizier Aisha Seitz, Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 49; Foto & Video: Fachoffizier Andreas Müller, stellvertretender Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 49

Wachtmeister Luca Wermelinger ist als Mechaniker für Lastwagen und gepanzerte Fahrzeuge zuständig.
Wachtmeister Luca Wermelinger ist als Mechaniker für Lastwagen und gepanzerte Fahrzeuge zuständig.


In der Werkstatt im Camp Novo Selo (CNS) wechseln die Spezialisten defekte Türschlösser, ersetzen beschädigte Scheiben oder abgefahrene Reifen. Treten unterwegs Probleme auf, kommt die mobile Unterstützung in Form eines Servicefahrzeugs zum Ort des Geschehens.

Kontrollen, Reparaturen und Service

Grundsätzlich versuchen die Ih Spezialisten immer erst, defekte Teile zu reparieren. Erst wenn das nicht funktioniert, werden neue bestellt. Für die teilweise kniffligen Aufgaben braucht es neben dem Fachwissen auch eine Prise Erfindungsgeist und Spass an kreativer Lösungsfindung – echte Mechanikerarbeit eben.

Mechaniker in Uniform

Die acht Spezialisten der Ih Gruppe haben – je nach Funktion – unterschiedliche Schwerpunkte. Das Know-how aus dem militärischen Einsatz ist für alle eine wertvolle Ergänzung ihrer Kenntnisse aus dem Zivilen. Wachtmeister Luca Wermelinger ist als Mechaniker für Lastwagen und gepanzerte Fahrzeuge zuständig. Der gelernte Automobil-Mechatroniker hatte in der Rekrutenschule in Thun an einer Informationsveranstaltung des Kompetenzzentrums SWISSINT teilgenommen. Die Tätigkeit, der Nutzen für die Gesellschaft und die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung haben ihn dazu motiviert, selbst einen Einsatz zu leisten.

Kameradschaft und viele internationale Kontakte

Er schätzt es, im Einsatz immer wieder neue Leute kennenzulernen und die Kameradschaft pflegen zu können. Auch der internationale Aspekt macht die Mission für ihn wertvoll: «Ich habe mich schon immer dafür interessiert, wie andere Armeen arbeiten, wie sie funktionieren und mit welchem Material und welchen Fahrzeugen sie arbeiten.»
Für sein ziviles Leben nimmt er einiges mit: Neben den handwerklichen Kompetenzen zum Beispiel die Erfahrung, dass man auch gut leben kann, wenn die eigenen Bedürfnisse zurückgeschraubt werden müssen. Der Wohnraum und die persönliche Freiheit sind im Einsatz für eine bestimmte Zeit eingeschränkt. «Ich werde viele Dinge nicht mehr als selbstverständlich ansehen.»

Neben den notwendigen täglichen Reparaturen gehört die Wiedererstellung der Einsatzbereitschaft des Materials im Friedensförderungsdienst (WEMF) zum Aufgabenbereich der Ih Gruppe. Die WEMF findet bei jedem Kontingentswechsel statt und festgestellte Mängel müssen bis zur Mitte des Einsatzes behoben sein. Für die periodische Fahrzeugprüfung (vergleichbar mit der MFK bei Privatfahrzeugen) kommen regelmässig Mitarbeitende der Logistikbasis der Armee (LBA) in den Einsatzraum – auch das bereitet die Ih vor.

«Ein kaputter Reifen, die defekte Birne, die periodische Prüfung, die ansteht, der Service, der durchgeführt werden muss und alles rund um das Fahrzeug – da profitiert das Kontingent von meiner Arbeit.» sagt Wm Wermelinger. Indirekt profitiert so auch die KFOR, da die entsprechenden Schweizer Formationen so stets in der Lage sind, ihre Aufträge mit einsatzbereiten Fahrzeugen zu erfüllen.

Mit der Übernahme des Kommandos der Transportkompanie der KFOR von Österreich im Frühjahr 2024 und der Aufstockung des Schweizer Kontingents um 20 Armeeangehörige kommen auch mehr Aufträge auf die Ih zu. Mehr Fahrzeuge und mehr Fahrerinnen und Fahrer bedeuten, dass auch ihre Leistungen vermehrt nachgefragt werden.


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