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Grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Militärpolizei

Die Multinationale Militärpolizei (MNMP) spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung von Sicherheit, Ordnung und Ruhe – sowohl innerhalb der KFOR-Camps als auch im gesamten Kosovo. Auch Schweizer Armeeangehörige stehen zugunsten der MNMP innerhalb der KFOR im Einsatz und erfüllen umfangreiche Aufgaben im internationalen Umfeld.

23.01.2024 | Text: Fachoffizier Aisha Seitz, Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 49 Fotos: Fachoffizier Andreas Müller, stellvertretender Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 49

Hauptfeldweibel Thomas Probst, Multinationale Militärpolizei (MNMP).
Hauptfeldweibel Thomas Probst, Multinationale Militärpolizei (MNMP).


Die blaue Armbinde mit der Aufschrift «MP» (Military Police) kennzeichnet die Angehörigen der Militärpolizei im Einsatz. Aktuell leisten Militärpolizistinnen und -polizisten aus der Schweiz, Österreich, Slowenien, Lettland, Polen, Italien und der Tschechischen Republik gemeinsam in der KFOR Dienst.

Die Schweizer Angehörigen der MNMP erfüllen polizeiliche Grund- und sicherheitspolizeiliche Zusatzaufgaben für die KFOR. Diese reichen von Routenerkundung und Eskortfahrten über Konvoibegleitungen bis hin zum Transport- und Veranstaltungsschutz. Geschwindigkeits- und Verkehrskontrollen, Tatbestandsaufnahmen bei Unfällen und Schadensmeldungen gehören ebenfalls zu ihren Pflichten. Jeder Peacekeeper begegnet ihnen zudem mindestens einmal beim Security Check am Flughafen. Die MNMP deckt damit ein umfangreiches und spannendes Aufgabengebiet mit vielen internationalen Schnittstellen ab.

Nah am Kontingent

Neben ihren internationalen Verpflichtungen sind die Schweizer Militärpolizistinnen und -polizisten für nationale Belange der SWISSCOY verantwortlich. Das kann bedeuten, dass sie bei ausserdienstlichen Anlässen die Camp-Regeln und Vorschriften kontrollieren oder durchsetzen müssen. Daher können sie selbst nicht an allen Veranstaltungen teilnehmen. Dieses sogenannte Community Policing ist eine Strategie, die auf enger Zusammenarbeit mit den Schweizer Kontingentsangehörigen beruht.

«Der Einsatz ist eine echte Bereicherung!»

Wir begleiten Hauptfeldweibel Thomas Probst auf einer Kontrollfahrt. Als Fachberufsmilitär ist er jeweils für drei Monate im Einsatz, im Gegensatz zu den meisten anderen Angehörigen der SWISSCOY, die sechs Monate Dienst leisten. Hptfw Probst ist bereits zum vierten Mal im Kosovo und hat in der Schweiz sehr ähnliche Aufgaben. «Hier kommt der internationale Aspekt hinzu. Das ist eine besondere Herausforderung, nicht zuletzt wegen der Sprache – Arbeitssprache ist Englisch. Das macht es aber auch spannend.»

Der Pfingstmontag des letzten Jahres ist ihm in besonderer Erinnerung geblieben. Bei den Ausschreitungen in Zvecan, bei denen auch KFOR-Angehörige verletzt wurden, waren er und seine Kameraden zwar nicht direkt vor Ort, aber in den Wochen danach gab es viele Folgeeinsätze, da eine erhöhte Gefahrenstufe herrschte. «Das hat uns doch sehr gefordert.»

Die Angehörigen der MNMP arbeiten zudem im Schichtdienst. Wie er den Ausgleich schafft? «Ich versuche die Ruhezeit, die uns zur Verfügung steht, auch wirklich zu nutzen. Ich gehe gern zum Sport, das ist für mich ein guter Ausgleich. Da kann ich nicht nur Energie ablassen, sondern auch Energie tanken.»

Auch wenn er im Kosovo weniger Freizeit hat, überwiegen für ihn die Vorteile und er kann jeder und jedem einen Auslandseinsatz nur empfehlen: «Es ist eine gute Lebenserfahrung und eine Horizonterweiterung. Und man lernt, bestimmte Aspekte der Schweiz wieder mehr zu schätzen.»


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