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Profis auf den Strassen – mit dem SWISSCOY-Konvoi unterwegs nach Durrës

Die Fahrerinnen und Fahrer der SWISSCOY werden innerhalb der KFOR als zuverlässige und pünktliche Konstante geschätzt. Aktuell ist die Unterstützung der Transportprofis des Kontingents 49 bei grossen Transportaufträgen anderer truppenstellender Nationen gefragt. Der stellvertretende Presse- und Informationsoffizier des Kontingents war mit dem Konvoi unterwegs nach Durrës.

12.01.2024 | Text & Fotos: Fachoffizier Andreas Müller, stellvertretender Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 49

SWISSCOY-Konvoi unterwegs nach Durrës.
SWISSCOY-Konvoi unterwegs nach Durrës.


Jeden Monat transportieren die Angehörigen der SWISSCOY aus dem Bereich Transport tonnenweise Fracht vom Kosovo in die Schweiz und umgekehrt. Das ist aber bei weitem nicht der einzige Auftrag. Wann immer Soldatinnen und Soldaten oder Material anderer Nationen mit dem in oder aus dem Einsatzraum unterwegs sind, organisieren die Schweizer die Transporte. So auch in den vergangenen Wochen: Während viele italienische Kräfte im Einsatzraum angekommen sind, reisen ebenso viele britische Truppen wieder ab. Ohne die Unterstützung der Transportprofis aus der Schweiz und Österreich wären Verschiebungen dieser Grössenordnung überhaupt nicht möglich. 
 

Nichts für Langschläfer

Ein Konvoi-Tag beginnt früh. Genauer gesagt um 5 Uhr morgens. Nach der Kontrolle der Fahrzeuge macht sich die Kolonne um 5.30 Uhr auf den Weg in Richtung Süden. Die fünf Lastwagen mit Anhängern und die zwei Reisecars nutzen den frühen verkehrsarmen Morgen und sind nach rund einer Stunde bereits am kosovarisch-albanischen Grenzübergang. Nach einer kurzen Pause geht es in Begleitung der Militärpolizei weiter durch die malerische Landschaft Nordost-Albaniens. Langsam schlängelt sich der Konvoi unter der Leitung von Wachtmeister Stephan Wyler dem Flachland und schliesslich dem Mittelmeer entgegen. Um 11 Uhr erreichen die Transport-Experten den Hafen von Durrës und beginnen sogleich mit den Vorbereitungen für das Abladen der jeweils rund 10 Tonnen schweren Container. Seit sechs Stunden sind die Fahrer nun auf den Beinen und der bevorstehende Fahrerwechsel kommt allen gelegen. Nach einer kurzen Verpflegungspause geht es schon zurück in den Kosovo. Trotzdem sagt Wachtmeister Wyler: «Obwohl unsere Arbeit eigentlich immer abwechslungsreich ist, gefallen mir solche Konvois besonders. Man fährt durch wunderschöne Landschaften und arbeitet eng mit anderen Nationen zusammen.» Die Fracht ist abgeladen, die Verantwortung jedoch keineswegs kleiner. Die beiden Car-Fahrer, die auf dem Hinweg noch alleine unterwegs waren, haben jetzt den Bus voller britischer Soldaten, welche in einem zweiten Konvoi unzählige Fahrzeuge vom Kosovo in die Hafenstadt gebracht haben. Der Konvoi begibt sich auf die rund sechsstündige Fahrt zurück. «In den letzten beiden Wochen haben wir bereits über zehn solcher Hin- und Rückfahrten absolviert. Da sind wir froh, dass der Truppen-Wechsel bald vollzogen ist.»

Logistisches Rückgrat der KFOR

Die Joint Logistic Support Group (JLSG) ist ein Element innerhalb der KFOR, welches die truppenstellenden Nationen bei logistischen Herausforderungen unterstützt. Dazu zählen Transporte wie die Konvois von und nach Durrës, aber auch vom und zum Flughafen. Den Italienern konnten beispielsweise mit dem Transport von rund 400 Tonnen Material und über 500 Personen unterstützt werden. Damit die britischen Kameradinnen und Kameraden pünktlich zu Weihnachten zuhause sind, beförderten die Fahrerinnen und Fahrer der SWISSCOY bereits über 320 Tonnen Fracht, rund 20 Fahrzeuge und mehr als 800 Personen. «Die Schweizer Fahrer sind sehr beliebt und bekannt dafür, dass sie alles möglich machen», sagt Fachoffizier Tobias Eisert. Er ist als Verbindungsoffizier in der JLSG für die Planung und Durchführung dieser Transporte verantwortlich und steht jeweils in engem Kontakt mit den internationalen Auftraggebern. «Wir Schweizer werden immer wieder aktiv angefragt. Dies liegt an der hohen Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit und an den Mitteln der SWISSCOY, die anderen Nationen oftmals fehlen.» National spielt der Transportbereich ebenfalls eine wichtige Rolle: Im Mai dieses Jahres ist bereits der 500. Konvoi aus der Schweiz sicher im Kosovo angekommen.


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