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«Mich kennen hier alle! » – als Feldpöstlerin bei der SWISSCOY

Zwei Mal in der Woche erhalten die Angehörigen des SWISSCOY-Kontingents 45 Post aus der Schweiz oder sie schicken selbst Briefe und Päckchen in das Heimatland. Die Chefin Feldpost hat deshalb stets viel zu tun, schliesslich sind die Soldatinnen und Soldaten im gesamten Kosovo verstreut. Doch genau das gefällt Korporals Tania Maggiullo an ihrem Job: «Ich komme viel rum und kein Tag ist gleich, das finde ich super! »

29.03.2022 | Wm Selina Berner, Stv Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 45

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Sie kennt das gesamte SWISSCOY-Kontingent 45 und alle kennen sie!

Als Beifahrerin in einem grossen Lastwagen kommt Kpl Tania Maggiullo, Chefin Feldpost, am Flughafen in Slatina an. «Heute sind es 850 Kilogramm im Lastwagen, aber manchmal ist bis zu einer Tonne geladen», sagt sie, nachdem sie ausgestiegen ist. Zusammen mit drei Fahrern des Transportzuges bringt sie das Material in die Abfertigungshalle des Flughafens. Dort läuft es durch ein Röntgengerät und wird danach wieder in den Lastwagen geladen. Es sind Pakete, welche die Kontingentsangehörigen in die Schweiz schicken wollen, Material, das beispielsweise ausgetauscht werden muss, sowie Gepäck der Fluggäste, die in die Ferien gehen. Sobald der Zimex-Flieger gelandet ist, fährt der Lastwagen los. Maggiullo steigt jedoch nicht ein, sondern geht mit schnellen Schritten voraus zum Landeplatz. Beim Flugzeug angekommen steigt sie die Treppe hoch und geht ins Cockpit zu den Piloten. Der Lastwagen fährt unterdessen zum hinteren Teil des Fliegers. Die Türe auf der Seite geht nach ein paar Minuten auf und raus schaut die Chefin Feldpost. Maggiullo gibt den Fahrern das Material im Laderaum des Flugzeugs, wobei der Raum auch sogleich wieder neu gefüllt wird mit dem Material aus dem Lastwagen. Doch nicht alles hat Platz im Flieger. Einige Dinge muss sie wieder mitnehmen. «Vor allem am Anfang eines Kontingents sowie jetzt am Ende wird extrem viel Material verschickt. Da muss ab und zu etwas hierbleiben und ein paar Tage länger warten», erklärt Maggiullo mit Blick auf das Material, das heute auf dem Boden des Kosovo bleibt.

Sie steigt in den Lastwagen ein und fährt zurück ins Camp Novo Selo. Dort muss das Material aus dem Fahrzeug in ihr Büro gebracht werden. Wieder schleppt die 1.61 cm grosse Maggiullo schwere Säcke mit Paketen. «Es ist schon ein strenger Job, ja… jeden Tag habe ich quasi ein Fitnessprogramm inklusive! » Im Büro sortiert sie die Pakete nach Standorten und verpackt sie wieder in die giftgrünen Postsäcke.

Am darauffolgenden Tag sitzt Kpl Maggiullo ans Steuerrad des Post-Sprinter und fährt los ins Camp Film City, wo sie den ersten Stopp macht. Sie geht schnurstracks in die MOVCON und läutet die Schalterglocke. «Ciao! Wie geht‘s?», fragt sie gutgelaunt. Nach einem kurzen Wortwechsel bringt sie alle Pakete und Briefe hinein, für jene SWISSCOY-Angehörigen, die hier untergebracht sind. Im Gegenzug nimmt sie das neue Material entgegen, das auf den nächsten Flug muss. Obschon sie einen stressigen Tag vor sich hat, spricht sie mit allen, die ihr begegnen ein, zwei Worte. «Natürlich sind alle nett zu mir, weil ich die Post bringe», meint sie schmunzelnd. Die Feldpost ist extrem wichtig für die Kontingentsangehörigen, welche alles Mögliche zugeschickt bekommen: Fresspäkli von den Liebsten Daheim oder z.B. auch Bücher. Und zum Ende des Kontingents müssen alle diese Dinge eben wieder zurück in die Schweiz. Kein Wunder also, nimmt die Feldpostchefin, Tania Maggiullo, aktuell mehr Pakete mit, als sie ausliefert.

Zwei Mal in der Woche besucht sie die verschiedenen Camps und Standorte im gesamten Kosovo. Bis zu 400 km legt sie an einem Liefertag zurück. Kein Problem für die Tessinerin: «Autofahren kann ich immer! » Bis sie alle Pakete verteilt hat und zurück im Camp Novo Selo ist, ist späterer Nachmittag. Eine Mittagspause hat sie nicht gemacht: «Das ist ebenso! Manchmal habe ich keine Pause und weiss nicht, wann ich Feierabend machen kann. Da muss ich flexibel sein. » Auch jetzt ist sie noch nicht fertig. Das eingesammelte Material muss sie wieder in ihr Büro bringen. Sortieren wird sie es morgen. Genug gearbeitet für heute und obschon sie etwas müde aussieht vom langen Tag, meint sie: «Aber jetzt gehe ich ins Fitnessstudio! »


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