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SWISSCOY Update - G3Air – Ohne ihn fliegt kein Super Puma

Bevor ein Transporthelikopter der Schweizer Luftwaffe im Kosovo bei der SWISSCOY und der KFOR in die Luft steigt, müssen diverse Informationen vorliegen und Abklärungen getroffen werden. Dafür ist im SWISSCOY-Kontingent 45 ein 24-jähriger verantwortlich, der die Privatpilotenlizenz besitzt: Hptm Michael Auer. Er organisiert jeden Flug und plant diesen auf die letzte Minute. Für ihn ist der Job als G3Air ein absoluter Traumjob, den er mit viel Herzblut und Leidenschaft ausübt.

18.11.2021 | Wm Selina Berner, Stv. Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 45

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«Es geht kein Super Puma in die Luft bevor ich nicht das Go gebe», sagt Hptm Michael Auer und zeigt auf eine Magnet-Tafel, auf der er die Flüge für die kommende Woche schön säuberlich von Hand notiert hat. In der Regel geht der Helikopter täglich in die Luft – mehrheitlich für Personen- und Materialtransporte zugunsten der Mission, manchmal auch im Rahmen von Trainingsflügen für die drei Piloten der Schweizer Luftwaffe. Diese sind jeweils drei Wochen am Flughafen in Slatina stationiert – genauso wie die drei Mechaniker, die ebenfalls nur kurz im Kosovo sind und dann wieder zurück in die Schweiz reisen. Die anderen Mitglieder des Lufttransport Detachements bleiben hingegen ganze sechs Monate. Dazu gehören der Log Koordinator, der Warrant Officer und der Ground Operations Air (G3Air): Auer. Letzterer ist für die ganze Administration rund um die Flüge der Super Pumas verantwortlich. Konkret holt er beispielsweise Lande-Erlaubnisse ein, checkt die Flugräume und schaut, ob alle Landeplätze minenbefreit sind. «Es gibt auch extra EOD-Flüge, also Flüge für die Kampfmittelbeseitigung, bei denen alle zwei Monate kontrolliert wird, ob wir auf den Landeplätzen in den Gebirgen noch sicher stoppen können. »

Zurück nun aber zur Organisation der täglichen Super Puma-Flügen: «Wenn ich alle Abklärungen getroffen und alle Bewilligungen eingeholt habe, muss am Flugtag nur noch das Wetter stimmen bzw. keine Gewitter angekündigt sein, dann gebe ich als letzte Instanz das Okay für den Flug», so der 24-Jährige, der selbst den Pilotenschein für Kleinflugzeuge hat und nun parallel zum SWISSCOY-Einsatz die Theorie zum Linienpilot büffelt. Trotz seines Vorwissens sei der Job als G3Air eine komplett neue Herausforderung: «Ich muss an jedes Detail denken bevor der Super Puma in die Luft steigt. Sonst könnte es Konsequenzen für die Piloten haben und dann wäre ich verantwortlich. » Besonders komplex sind Flüge ins Ausland. Da raucht Auer schon einmal der Kopf bei den Vorbereitungen: «Dort brauche ich von jedem Land, welches der Helikopter durchquert, eine Einverständniserklärung, eine Diplomatic Clearance. Das ist wahnsinnig aufwändig. » Aber gerade diese internationale Kommunikation schätzt er auch an seiner Funktion. Täglich telefoniert er mit anderen Nationen und klärt ab, ob die nächsten Flüge möglich sind.

Neben der ganzen Flug-Administration ist Auer auch 'Aircraft Marshaller' (Boden-Lotse) der Super Pumas. Das heisst, er hilft mit, damit der Helikopter wieder am richtigen Platz im Hangar steht. «Sobald der Super Puma landet, weise ich ihn ein», erklärt er und geht mit zwei Leucht-Winkstäben Richtung Flugfeld. Dort hört man von Weitem, wie der Super Puma angebraust kommt. Der Motorenlärm wird immer lauter und Auer steht bereit auf der Landezone. Der Helikopter landet und der G3Air zeigt den Piloten mit den Stäben an, wo der Super Puma stehen bleiben muss, damit er schnurrgerade in den Hangar gezogen werden kann. «Es geht auch ohne meine Parkierhilfe, aber für die Piloten ist es so viel einfacher. Und ich finde es ja cool, wenn ich den Helikopter einweisen darf! » Ein absolutes Highlight sind für ihn aber natürlich die Flüge selbst. Ab und zu darf er als Passagier im Super Puma einsteigen, z.B. wenn die Piloten Trainingsflüge fliegen. «Das ist ein riesen Privileg und darüber bin ich überglücklich! » Überhaupt sei der Job als G3Air für ihn ein absoluter Traumjob, trotz der grossen Verantwortung, die die Funktion mit sich bringt: «Ich bin hier mitten drin in der Welt der Aviatik und erlebe alles hautnah. Das finde ich unfassbar toll! »