print preview Zurück zur Übersicht Militärische Friedensförderung

SWISSCOY Update - Ein Tag im SWISS HOUSE

Fondue, Raclette oder einen heissen Stein: Im SWISS HOUSE im Camp Film City in Pristina bekommen Soldatinnen und Soldaten heimische Spezialitäten auf den Teller. Darüber hinaus ist das SWISS HOUSE, welches von aussen aussieht wie ein Chalet, auch ein Rückzugsort für jene, die das Heimweh packt.

03.11.2021 | Wm Selina Berner, Stv. Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 45

SCY_SwissHouse
Sdt Max Helbling beim Dekorieren der Salate

Montagmorgen, 9.30 Uhr: Während das SWISS HOUSE mit Kaffee-Liebhabern gefüllt ist, packt Obwm Dominik Weber, der Chef SWISS HOUSE, die Autoschlüssel und fährt mit einem Puch 290 Richtung Stadt Pristina. «Zwei bis drei Mal gehe ich zu einem lokalen Bauern und hole dort frisches Obst und Gemüse. » Gesagt, getan: Nach rund 20 Minuten hält er bei einem kleinen Gemüsestand ausserhalb der Stadt und packt Lauch, Tomaten, frische Kräuter, Äpfel sowie Mandarinen ein. «Andere Dinge wie Fleisch bekommen wir von einem Lieferanten direkt vor das Camp geliefert. » Einige Lebensmittel kommen auch mit dem Transportflieger aus der Schweiz, beispielsweise das Bündnerfleisch und der Rohschinken für die kalten Plättli – oder auch die Mischung für das Käse-Fondue.

Das SWISS HOUSE ist eine Betreuungseinrichtung im Hauptquartier der Kosovo Force (KFOR). Es bietet Abwechslung zum Kantinenessen, wo sich die Soldatinnen und Soldaten normalerweise verpflegen. Die Karte des SWISS HOUSE ist klein, aber fein: knapp zehn verschiedene Gerichte bietet die dreiköpfige Küchencrew jeden Abend an.

Heute Abend steht Wm Marino Ricciardi im Küchencontainer, welcher lediglich zwei Kochplatten bietet. Der Platz ist beschränkt, eine klare Arbeitsaufteilung deshalb umso wichtiger. Ricciardi ist diese Woche für die warme Küche zuständig. Drei Fondues gleichzeitig muss er beaufsichtigen und scheint trotzdem die Ruhe selbst zu sein. «Das ist schon mein fünfter Einsatz. Das letzte Mal war ich Quartiermeister und die anderen drei Male Koch oder Chef der Betreuungseinrichtung», erklärt Ricciardi. Aha, daher also die Routine. Er will noch ein Kontingent machen und nachher Fahrlehrer werden. Die Hälfte der Ausbildung hat er dafür bereits absolviert.

Im Raum nebenan verpasst Sdt Max Helbling den Salaten den letzten Schliff mit den frischen Kräutern vom Morgen. Er ist ein SWISSCOY-Greenhorn und mit seinen 53 Jahren einer der Ältesten im Kontingent. «Mein Sohn hat mich auf die Idee gebracht. Jetzt bin ich hier und finde es toll! » Besonders die Internationalität gefalle ihm im SWISS HOUSE. Denn nicht nur Schweizer Armeeangehörige essen hier gerne, sondern auch Italienische, Amerikanische, Deutsche oder Österreichische. Begehrt ist vor allem der heisse Stein – 300 Gramm oder 500 Gramm Fleisch.

Für die Schweizer Soldatinnen und Soldaten hat das SWISS HOUSE jedoch eine ganz besondere Bedeutung, die über das Essen hinausgeht. Es ist ein Rückzugsort für jene, die Gesellschaft suchen. Denn egal um welche Tageszeit man reintrampelt: Irgendjemand ist immer am 'Käfele' und für einen kurzen Schwatz zu haben. Und nachdem die Gäste am Abend fertig gegessen haben, nehmen sowieso die Schweizer 'ihr Haus' wieder komplett ein, jassen oder trinken einfach noch etwas gemeinsam. Das SWISS HOUSE ist mehr als eine Betreuungseinrichtung mit heimischen Spezialitäten. Es ist quasi das 'Wohnzimmer' der Kontingentsangehörigen, in dem man stets Freunde antrifft.