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SWISSCOY Update - Zwei Schweizer im Villaggio Italia

Ganz im Westen bei Peja liegt das Camp Villaggio Italia. Wie der Name schon sagt, wird dies von italienischen KFOR-Angehörigen geführt. Zwei Schweizer Stabsoffiziere arbeiten dort zu Gunsten der Regional Command West. Als ‹Stabsoffizier Assessment› und als «Stabsoffizier laufende Operationen» haben die beiden spannende Tätigkeiten und viel Verantwortung.

01.09.2021 | Fachoffizier Michelle Steinemann, Presse- und Informationsoffizierin SWISSCOY 44

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Das Camp Villaggio Italia ist an einem Hügel gebaut.

Das Camp Villaggio Italia ist in vielerlei Hinsicht etwas Spezielles. Erhoben neben Peja hat man einen herrlichen Ausblick über die Stadt und die waldbedeckten Berge im Rücken, strahlen eine Ruhe aus. Durch die Lage am Hang ist das Camp steil und Verschiebungen zu Fuss können als körperliche Ertüchtigung gewertet werden.

Das Camp Villaggio Italia ist die Hauptschaltzentrale der Regional Command West (RC-W). Als solche ist sie zuständig für die Truppen und Operationen der KFOR im Westen Kosovos. Somit sind auch die beiden Schweizer LMT Malishevo und Prizren der Regional Command West unterstellt.

 

«Massive work of coordination»

Im Hauptquartier des Camps, genauer gesagt im Tactical Operations Center (TOC), arbeitet Hptm Nicholas Cérat. Er beschreibt: «Alles, was in der RC-W passiert, läuft über diesen Raum. » Er arbeitet als Stabsoffizier für laufende Missionen (Current Ops SO) der RC-W. Zu seinen Hauptaufgaben gehören die Koordination von Helikopterflügen und die Überarbeitung der Befehle sowie deren Ablage. Er meint, es sei eine unglaubliche Koordinationsleistung, die er erbringen müsse. Dies entspreche ihm aber, wie er weiter ausführt.

 

Weiterführung der Arbeit der LMT

Wo die Arbeit der LMT mit dem Versand ihrer Berichte endet, beginnt sie für den zweiten Schweizer im italienischen Camp in der Funktion als «Stabsoffizier Assessment». Wenn er die Berichte der LMT erhält, besteht der erste Schritt darin, das Dokument formell zu begleichen. Das heisst beispielsweise Bezeichnungen wie «Bewohner», «Bevölkerung» oder «Leute» zu «PAX» umzuschreiben. Laut ihm seien die Schweizer LMT präzis genug und liefern gute Grundlagen, an denen wenig Formelles geändert werden muss.

Als zweiten Schritt nimmt er sein Buch hervor, welches er als «Arbeitsbibel» bezeichnet. Anhand vom Kommandanten KFOR definierten Kriterien, bewertet der Assessment-Offizier die Berichte. Wenn ein LMT über eine erkennbare Veränderung berichtet hat, leitet er ab, welche Effekte dies auf die KFOR-Mission haben könnte.

Anschliessend schlägt er anhand seines Buches mögliche Massnahmen vor, die von der KFOR getroffen werden könnten. Der Kommandant RC-W beurteilt dann diese und stimmt der Massnahme zu oder nicht. Entsprechend werden die unterstellten Truppen, Führungspersonen oder LMT beauftragt.

 

 

Schweizer leisten gute Arbeit

Der Chief Tec der RC-W, der der türkischen Airforce angehört, war zuerst im Team des Schweizer Assessment-Stabsoffiziers und wurde dann zum Vorgesetzten. Er kennt aber auch Nicholas Cérat und wenn er über die beiden Schweizer erzählt, hat er viel Positives zu berichten. «Nicholas ist sehr fachkundig und immer zur Stelle, wenn jemand auf Hilfe angewiesen ist. » Der zweite Schweizer sei für ihn schon zu einem Freund geworden: «Er ist ein wundervoller Kamerad und ein guter Soldat. Er kommt nicht mit Problemen, sondern mit Lösungen. »

Die beiden Schweizer fühlen sich im Villaggio Italia wohl, auch wenn sie von den restlichen Schweizern weit entfernt sind. Die Regional Command West kann auf zwei Schweizer Stabsoffiziere vertrauen, die ihre Arbeit mit Leidenschaft machen, welche von ihren Vorgesetzten und Kameraden honoriert wird.