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Militärbeobachterkurs mit Abschlussübung in der Region Appenzell

Angehende Schweizer UNO-Militärbeobachter konnten in einer einwöchigen Abschlussübung noch einmal beweisen, was sie gelernt haben. Die Teilnehmenden stammen normalerweise aus verschiedensten Ländern und Kontinenten. Trotz der geltenden Corona-Richtlinien konnten in diesem Jahr 14 Schweizer Offiziere zusammen mit einem Offizier aus Deutschland den Kurs absolvieren.

12.07.2021 | Kommunikation SWISSINT, Daniel Seckler

SUNMOC_Checkpoint

 

 

Der diesjährige UNO-Militärbeobachterkurs SUNMOC (Swiss United Nations Military Observer Course) endete für die 15 Teilnehmenden am vergangenen Freitag. Vorausgegangen war eine einwöchige Abschlussübung im Raum Appenzell, um das erlernte Wissen einer Prüfung zu unterziehen. Der Kurs findet jeweils im Rahmen des «Fo(u)r Peace Central Europe» (4-PCE) zusammen mit den Niederlanden, Österreich und Deutschland statt. Dies ist auch der Grund, warum die Abschlussübung seit über 10 Jahren grenznah im Appenzell durchgeführt wird: Das fiktive Einsatzgebiet Centland ist grenzüberschreitend und erstreckt sich vom Appenzell über Voralberg (AUT) bis hin zu Baden-Württemberg (DEU).

Der Kurs begann jedoch nicht im Appenzell, sondern Anfang Juni in Stans beim Kompetenzzentrum SWISSINT, genauer im Ausbildungszentrum von SWISSINT. Zu Beginn erhielten die Schweizer Offiziere einen einwöchigen Auffrischungskurs. Dieser beinhaltet unter anderem erweiterte Kenntnisse in medizinischer Hilfe, die Handhabung internationaler Karten, Geländefahrtraining oder Funken. Bei den darauffolgenden drei Wochen, zu welchen der Kamerad aus Deutschland dazu stiess, handelt es sich um einen von der UNO zertifizierten Kurs, der internationale Standards berücksichtig. In diesen Teil der Ausbildung fällt auch die Abschlussübung in der Region Appenzell. Knapp eine Woche lang bewohnten die angehenden Militärbeobachter eine Team-Basis und führten von dort aus täglich verschiedenste Missionen und Patrouillen durch – genauso, wie sie dies im künftigen Einsatz tun werden. Die realitätsnahen Szenarien der Abschlussübung sind komplex und herausfordernd: Im fiktiven Centland gilt es schwierige Gesprächssituationen mit Vertretern der Konfliktparteien zu meistern, richtig vorzugehen bei unerwarteten Checkpoints von Rebellen und gleichzeitig eine Waffenstillstandslinie zu überwachen mittels Beobachtungsposten, Fahrzeugpatrouillen oder Helikopter-Aufklärungsflüge. Um solche Aufgaben zu lösen, braucht es ein breites Wissen in verschiedensten Gebieten. Viel militärisches Wissen, aber auch viel Empathie, Geduld und das Verständnis für andere Kulturen.

Nach dem erfolgreichen Bestehen des SUNMOC geht es für die Schweizer Teilnehmer diese Woche bereits weiter: Um ebenfalls als UNO-Stabsoffizier eingesetzt werden zu können, werden sie – in einem ebenfalls durch die UNO zertifizierten Kurs – in Stabsprozessen geschult und sie erfahren die Unterschiede zwischen der Arbeit in internationalen Stäben und jenen der Schweizer Armee. Nach diesen insgesamt fünf intensiven Wochen sind die Teilnehmenden bereit, um weltweit in eine der Missionen der UNO eingesetzt zu werden.