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MitteilungVeröffentlicht am 12. Juni 2025

Teamarbeit auf dem Waffenplatz – ein Blick hinter die Kulissen

Der Waffenplatz Wil bei Stans in Oberdorf NW ist weit mehr als ein Ausbildungsstandort: Er verbindet militärische, zivile und internationale Akteure zu einer lebendigen Drehscheibe der Zusammenarbeit. Zahlreiche Partner arbeiten hier eng und koordiniert zusammen und ziehen an einem Strang, um den Betrieb effizient und zukunftsgerichtet zu gestalten. Moderne Infrastruktur und gelebte Kooperation machen den Standort vielseitig und attraktiv.

Als Waffenplatz Berufsunteroffizierin behält Stabsadjutant Nathalie Rölli gern den Überblick.

Text: Fachof Aisha Seitz, Kommunikationsoffizierin Milizstab SWISSINT

Der Waffenplatz Wil bei Stans in Oberdorf NW ist einer von sieben kantonalen Waffenplätzen und spielt eine zentrale Rolle in der militärischen Ausbildung und Infrastruktur des Kantons Nidwalden und der Schweizer Armee. Das Kompetenzzentrum SWISSINT ist mit seinem Stab und Ausbildungszentrum dort stationiert, ebenso das Amt für Militär und Zivilschutz (AMZ) des Kantons Nidwalden. Zudem findet man hier die Logistikbasis der Armee (LBA) mit einer Retablierungsstelle. An das Gelände grenzt zudem der Zivilschutz des Kantons Nidwalden. Viele Parteien, viele Anliegen?

«Kommunikation ist das A und O», sagt Debora Rickenbacher, die seitens AMZ für das Belegungsmanagement der Unterkünfte zuständig ist. Der hohe Standard des Waffenplatzes mit seiner modernen Infrastruktur wird sehr geschätzt, auch von den internationalen Gästen. Entsprechend hoch ist die Nachfrage. Nationale und internationale Kurse am Ausbildungszentrum SWISSINT, Wiederholungs- und Stabskurse der Schweizer Armee, Sportanlässe oder zivile Seminare stehen auf der Tagesordnung. Stabsadjutant Nathalie Rölli, Waffenplatz Berufsunteroffizierin, und Debora Rickenbacher planen und managen die Belegung der Räumlichkeiten über die gleiche Software. So sehen beide transparent und in Echtzeit die aktuelle Auslastung und ob Anpassungen nötig sind. Im Zuge der Digitalisierung wurde auch eine Kollaborationsplattform eingeführt, was die Zusammenarbeit weiter erleichtert.

Lernende in der Küche – Nachwuchs für die Verpflegung

Eine wichtige Rolle bei der Zufriedenheit der zivilen und militärischen Gäste spielt das Essen. Die Waffenplatz-Küche kann bis zu 1’000 Personen pro Mahlzeit verpflegen. Durchschnittlich 250 Portionen werden dreimal täglich ausgegeben, das macht rund 115’000 Portionen jährlich. Bei der Wahl der Lebensmittel achtet die Küche darauf, diese regional und saisonal einzukaufen. Stefan Jeremic, Leiter Verpflegung, sowie sein Stellvertreter und Küchenchef Noah Burkhalter stemmen diese Mammutaufgabe mit aktuell drei Lernenden und wenigen Durchdienern. Für die Lernenden im ersten und zweiten Lehrjahr ist der Waffenplatz eine spannende Option, unterschiedliche Bereiche des Koch-Berufes kennenzulernen.

Um Food-Waste zu vermeiden ist es wichtig, möglichst genau zu wissen, wie viele Personen an einem bestimmten Tag zum Essen kommen. Für Stefan Jeremics Planung ist eine enge Abstimmung mit den Partnern auf Platz daher elementar. Fun Fact: Im Rahmen der Zwischenverpflegung, kurz Zwipf, werden pro Jahr 1,8 Tonnen Bananen verteilt.

Gemeinsam zum Ziel

Bei so vielen Parteien muss jeder wissen, was wann zu tun ist. Damit die Planung reibungslos verläuft, werden in einem wöchentlichen Rapport anstehende Termine und Buchungen, bestellte Essen sowie Themen wie Reinigung, Sicherheit, Zugangsmanagement oder neue Projekte koordiniert. «Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut», sagt Stabsadj Rölli. Natürlich hilft die räumliche Nähe – und das gemeinsame Ziel aller Beteiligten, den Waffenplatz als attraktiven Standort weiterzuentwickeln. Für Ronald Rickenbacher, Vorsteher des Amtes für Militär und Zivilschutz des Kantons Nidwalden ist eine mit dem Waffenplatzkommando abgestimmte Vision wichtig. Diese kann dann entsprechend vertreten und realisiert werden, um die Synergien zwischen Kanton und Armee noch weiter auszubauen.

Raum für alle: Nachhaltige Lösungen schaffen

Regelmässig stehen Renovationen oder Instandhaltungsmassnahmen an den zahlreichen Immobilien an. Dann ist besonders viel Synchronisation gefragt, da externe Partner wie Architekten und Bauunternehmen in die Planung miteinbezogen werden müssen. Es gilt viele Vorschriften einzuhalten und die Prozesse für solche Vorhaben – wo nötig oder möglich – kritisch zu hinterfragen und zu optimieren. Aktuell werden beispielsweise zwei Zimmer rollstuhlgängig umgebaut, um Gäste mit Beeinträchtigungen adäquat unterbringen zu können.

Neue Sicherheitsvorschriften und Umweltaspekte stehen bei solchen Aufträgen ebenfalls im Vordergrund, um den Betrieb effizient und zukunftsfähig zu gestalten. Oberst im Generalstab Adrian Staub, Kommandant des Waffenplatzes und des Ausbildungszentrums SWISSINT, ist überzeugt: «Wir haben auf dem Waffenplatz zeitgemässe Infrastrukturen, die den Bedürfnissen der Armee und insbesondere der militärischen Friedensförderung vollumfänglich Rechnung zu tragen aber auch nahe an Kanton und Bevölkerung sind.» Die Mehrzweckhalle oder das Auditorium können bspw. von zivilen Vereinen belegt werden, wenn die Armee diese nicht benötigt und die Outdoor-Fitnessanlage vor dem Containerdorf steht als Gemeinschaftsprojekt allen Personen unentgeltlich zur freien Verfügung.

Für Nathalie Rölli ist klar, was ihre Funktion jeden Tag so spannend macht: «Die Zusammenarbeit mit so vielen spannenden Menschen, die ihre Ideen und ihre Motivation einbringen und sich gegenseitig ergänzen.»