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MitteilungVeröffentlicht am 29. November 2024

Teamarbeit und Technik im Einsatz: Die Arbeit der SWISSCOY-Instandhaltungsgruppe

Mitten im Kosovo, im Camp Novo Selo, wird täglich an der Einsatzbereitschaft von rund 150 Fahrzeugen gearbeitet, die für die SWISSCOY im Einsatz unverzichtbar sind. Hier kümmert sich die Instandhaltungsgruppe (Ih) um alles - von der Reparatur defekter Türschlösser und abgefahrener Reifen bis hin zu komplexen Arbeiten an gepanzerten Fahrzeugen. Gerät ein Fahrzeug unterwegs in Not, rückt die mobile Pikettgruppe aus und leistet rasch Hilfe. Ob Geländewagen, Baumaschinen oder gepanzerte G-Klassen - die Werkstatt arbeitet rund um die Uhr, damit jedes Fahrzeug jederzeit einsatzbereit ist.

Die SWISSCOY hat bis zu 150 verschiedene Fahrzeuge im Einsatz. Dazu zählen Geländewagen, Baumaschinen, Cars, LKWs sowie gepanzerte Fahrzeuge. Für deren Wartung und Reparaturen ist die Instandhaltungsgruppe (Ih) zuständig.

Text: Wm Elisa Lutz, stellvertretende Presse- und Informationsoffizierin SWISSCOY 51

In der Werkstatt der Gruppe Bravo im Camp Novo Selo wird am Dienstagmorgen fleissig gearbeitet. Während an einer gepanzerten G-Klasse Nacharbeiten aus der WEMF (Wiedererstellung der Einsatzbereitschaft des Materials im Friedensförderungsdienst) erledigt werden, sorgt Lt Gmür im Büro für einen reibungslosen Ablauf - unter anderem mit der Bestellung von benötigten Ersatzteilen. Als Werkstattchef ist Lt Gmür für ein Team von fünf Instandsetzungsspezialisten verantwortlich. Während sich die Aufgaben im zivilen Alltag meist nur auf die Werkstatt beziehen, geht seine Rolle im Einsatz in der SWISSCOY weit darüber hinaus: Neben der Leitung der Werkstatt ist er auch Serviceberater, Ersatzteillagerist und Automechaniker - eine Aufgabenvielfalt, die ein hohes Mass an Flexibilität und Organisationstalent erfordert. Dabei arbeitet er eng mit den verschiedenen Organisationseinheiten der SWISSCOY wie dem Nachschub zusammen. Durch seine Erfahrungen als Instandhaltungsspezialist in der Miliz und im Zivilleben bringt er bereits fundiertes Wissen und Führungserfahrung mit: «Es macht Freude ein Team zu führen und zu sehen, dass die Herausforderungen gemeinsam gemeistert werden können.» Vor einem Jahr hat sich Lt Gmür zudem als Zugführer in der Instandhaltungsschule 43 in Thun weitergebildet, was ihn optimal auf die Rolle des Werkstattchefs vorbereitet hat. Es macht ihm Freude, mit seinem Team die Herausforderungen zu meistern und es als Einheit zusammenwachsen zu sehen. Vor allem die Möglichkeit, seine Führungsfähigkeiten in einem internationalen Umfeld weiterzuentwickeln, hat ihn dazu bewogen, einen Einsatz in der SWISSCOY im Kosovo zu leisten.

Alltag in der Instandhaltung: Einsätze, Reparaturen und Herausforderungen

Sdt Brändle ist einer der Instandhaltungsspezialisten der SWISSCOY und verantwortlich für die Wartung und Reparatur der leichten Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen, die zur Flotte gehören. Dazu gehören G-Klassen in verschiedenen Ausführungen, Sprinter und Duro-Fahrzeuge. Seine tägliche Arbeit umfasst Diagnose-, Service- und Unterhaltsarbeiten an der gesamten Fahrzeugflotte: «Im Grossen und Ganzen kann man es sich vorstellen wie in einer Autogarage». Die Arbeit im Team macht ihm viel Spass, es ist eines der besten Werkstattteams, in dem er je gearbeitet hat. «Hier ist Fachwissen ohne Ende vorhanden», erklärt er, von dem er profitieren könne. Durch die unterschiedlichen zivilen Erfahrungen kommt viel Know-how zusammen, über das man sich auch austauscht und sich gegenseitig hilft und unterstützt. Aktuell ist er durch die Nacharbeiten der WEMF, die im Oktober stattgefunden haben, gefordert. Dabei müssen kleinere Reparaturen und spezifische Umbauten durchgeführt werden. Ein aktuelles Beispiel ist die Umrüstung der Leuchtweitenregulierung bei den G-Klassen von hydraulisch auf elektrisch, um die Fahrzeuge an die Einsatzbedingungen anzupassen. Für Sdt Brändle sind die berufliche Abwechslung und die täglichen Herausforderungen wichtig: «Das war einer der Gründe, wieso ich mich für den Einsatz entschieden habe.»

Pikettdienst und schnelle Hilfe im Notfall

Die Werkstatt ist rund um die Uhr, sieben Tage die Woche mit zwei Personen im Pikettdienst, um bei Pannen oder Defekten an Schweizer Fahrzeugen rasch Hilfe leisten zu können. Ein mobiles Pikettfahrzeug mit entsprechendem Werkzeug wird dann an den Schadenort geschickt, um vor Ort mit Werkzeug Unterstützung zu leisten. Kann ein Fahrzeug nicht repariert werden, wird es in Zusammenarbeit mit der Transportkompanie der JLSG – auch diese unter Schweizer Führung – abtransportiert und in die Werkstatt gebracht. Diese enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Organisationseinheiten innerhalb der SWISSCOY und der KFOR ermöglicht eine effiziente und schnelle Hilfe im Notfall. Mit der Übernahme des Kommandos der Transportkompanie von Österreich im Frühjahr 2024 und der Aufstockung des Schweizer Kontingents um 20 Armeeangehörige steht die Instandhaltungsgruppe vor zusätzlichen Herausforderungen. Mehr Fahrzeuge und ein grösserer Fuhrpark bedeuten auch mehr Fahrerinnen und Fahrer, die auf die zuverlässige Unterstützung der Werkstatt angewiesen sind. Dies führt zu einer steigenden Nachfrage nach den Dienstleistungen der Ih, sei es für regelmässige Wartungen, Reparaturen oder den Pikettdienst bei Pannen. Die steigende Zahl der Fahrzeuge und die erweiterten Aufgaben im Rahmen des erweiterten Auftrags erfordern eine noch bessere Koordination und Flexibilität, um die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge jederzeit zu gewährleisten. Doch das Team in der Werkstatt ist gut vorbereitet: Die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten und das umfassende Fachwissen der Instandsetzungsspezialisten stellen sicher, dass auch die kommenden Herausforderungen erfolgreich gemeistert werden können. Ein Garant für diesen Erfolg ist sicherlich die Begeisterung für die Arbeit, die bei Sdt Brändle deutlich zu spüren ist: «Mir macht die Arbeit viel Spass, es ist meine Leidenschaft.»