Project Officer Frédéric Clément berichtet aus dem OSZE-Sekretariat in Wien

Frédéric Clément arbeitet als Project Officer im OSZE-Sekretariat in Wien, im Team, welches für Projekte im Bereich Kleinwaffen und leichte Waffen sowie Lagerbestände konventioneller Munition (SALW/SCA1) innerhalb der Unterstützungseinheit des Forums für Sicherheitskooperation (FSK) zuständig ist.
Unterstützung gegen illegalen Handel von Waffen
Die FSK-Unterstützungseinheit ist Teil des Konfliktverhütungszentrums im OSZE-Sekretariat. Sie steht den FSK-Vorsitzenden mit Rat und Tat zur Seite und hilft den OSZE-Teilnehmerstaaten bei der Umsetzung ihrer Verpflichtungen in der politisch-militärischen Dimension. So stellt beispielsweise die schlechte Bewirtschaftung sowie der illegale Handel und Einsatz von Waffen und konventioneller Munition in verschiedenen Ländern eine ernsthafte Bedrohung, unter anderem für die jeweilige Zivilgesellschaft, dar. Die OSZE ermöglicht es mit ihren Projekten solche Risiken zu reduzieren.
Vielseitige Aufgaben als Project Officer
Mein Tag beginnt mit einer Zusammenfassung der Nachrichten für die gesamte OSZE-Region und dann findet oftmals bereits ein erstes Zoom Meeting mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Sekretariat oder den Feldoperationen statt. Als Project Officer umfassen meine Aufgaben die Entwicklung und Umsetzung von Projektaktivitäten im Bereich Small Arms and Light Weapons (SALW) / Stockpiles of Conventional Ammunition (SCA) sowie die Recherche und Analyse zu Unterstützungsersuchen, die von Teilnehmerstaaten im Rahmen der OSZE-Dokumente über SALW/SCA eingebracht wurden. Weiter bin ich für das Zusammenstellen von Hintergrundinformationen zu bestimmten Themen sowie für die Veranstaltung von Seminaren und Workshops zur Umsetzung der Dokumente über SALW/SCA verantwortlich.
Entwickeltes Produkt bald einsatzbereit
Heute stehen mehrere Aufgaben auf der Pendenzenliste. Zum einen haben eine Kollegin und ich eine Videokonferenz mit unserem Grafiker, der derzeit den speziell für den Grenzschutz einiger zentralasiatischen Teilnehmerstaaten entwickelten Leitfaden zur Identifizierung von SALW fertigstellt. Dieser Leitfaden soll die Bemühungen unterstützen den illegalen Handel mit Waffen, Waffenteilen und Munition, insbesondere aus Afghanistan, zu bekämpfen. Es ist erfreulich zu sehen, dass das Produkt, das man von Grund auf entwickelt hat, bald einsatzbereit ist. Im Anschluss daran befasse ich mich mit der Entwicklung des nächsten Kursmoduls zur Identifizierung von Waffen und deren Erfassung in Datenbanken nach ihrer Beschlagnahme. Derzeit ist es für die Grenzschutzdienste einiger zentralasiatischer Länder bestimmt.
Betreuung von 19 Projekten
Die letzte Aktivität des heutigen Tages ist der Koordinierung und Organisation eines Besuchs zur Abklärung des Ausbildungsbedarfs von Munitionsexperten in einem zentralasiatischen Teilnehmerstaat gewidmet. In diesem konkreten Fall bot die Schweiz ihre finanzielle und praktische Unterstützung an, da sie über eine langjährige, international anerkannte Expertise im Bereich des Munitionslebenszyklusmanagements verfügt.
Unsere Projekte beschränken sich jedoch nicht nur auf Zentralasien. Derzeit betreuen wir 19 Projekte im Wert von über 57 Millionen Euro in Zentralasien, aber auch in Südosteuropa, Moldau und in der Ukraine. Sie werden durch freiwillige Spenden oder Bereitstellung von Expertise durch einige Teilnehmerstaaten, darunter auch die Schweiz, getragen. Das Projektmanagementsystem innerhalb der OSZE ist komplex und es braucht Zeit alle Feinheiten zu verstehen und umzusetzen zu können. Darum widme ich immer wieder ein wenig meiner Zeit der Fortbildung, die unter anderem von der Organisation angeboten wird.
1Small Arms and Light Weapons (SALW) / Stockpiles of Conventional Ammunition (SCA)

