Minidrohnen in der Schweizer Armee
Minidrohnen sind neu ein fester Bestandteil moderner Konflikte, weil sie vielseitig sind und andere Waffensysteme ergänzen. Die Schweizer Armee verfolgt die Entwicklungen laufend und passt sich an. In diesem Dossier finden Sie mehr Informationen zum Einsatz von Minidrohnen in der Armee.
Minidrohnen sind vielseitig einsetzbar. Sie können für Aufklärungs- und Erkundungsaufgaben verwendet werden und ermöglichen Nachrichtenbeschaffung, ohne Menschenleben aufs Spiel zu setzen. Sind sie mit Sprengladungen ausgestattet, werden sie zur Präzisionswaffe, mit der sich Ziele bekämpfen lassen. Folglich kommt der Abwehr der Minidrohnen eine grosse Bedeutung zu, und die Armeen müssen lernen, ihre Truppen, Fahrzeuge, Infrastrukturen und ihr Material zu schützen. Der Ansatz besteht darin, frühzeitig Tests mit neuen Technologien durchzuführen, um möglichst rasch das erforderliche Knowhow zu entwickeln und sie zu beherrschen lernen.
Diesbezüglich können aus dem Krieg in der Ukraine zahlreiche Lehren gezogen werden. An der ukrainischen Front verändert der umfangreiche Einsatz von Minidrohnen die Art der Kriegsführung stark und macht das Gefechtsfeld transparent. Diese Tendenz wird mit der rasanten Entwicklung der Technologie in diesem Bereich sowie der künstlichen Intelligenz noch beschleunigt. Jedoch ist die Ukraine nicht die Schweiz und es ist wichtig, auf unser spezifisches Umfeld angepasste Lösungen zu entwickeln.
Deshalb hat die Schweizer Armee ein Kompetenzzentrum Drohnen und Robotik Verteidigung (Komp Zen DRV) geschaffen, das dem Heer angegliedert ist. Seine Aufträge sind folgende:
- die Bedürfnisse der Truppe bezüglich Minidrohnen identifizieren und mit Feldversuchen Knowhow erlangen;
- den Beschaffungsprozess von Systemen für die Truppe beschleunigen;
- die Koordination bezüglich Drohnen, Drohnenabwehr und Robotik in der Gruppe Verteidigung sicherstellen.
Die Spezialistinnen und Spezialisten des Komp Zen DRV arbeiten mit der Truppe und ihren Partnern der Gruppe Verteidigung eng zusammen. Armasuisse W+T und die Taskforce Drohnen (TFD) sind ebenfalls wichtige Partner. Letztere wird vom stellvertretenden Rüstungschef geleitet. Das Komp Zen DRV vertritt in der Taskforce den Standpunkt der Nutzerinnen und Nutzer.
