Minidrohnen in der Schweizer Armee
Minidrohnen sind neu ein fester Bestandteil moderner Konflikte, weil sie vielseitig sind und andere Waffensysteme ergänzen. Die Schweizer Armee verfolgt die Entwicklungen laufend und passt sich an. In diesem Dossier finden Sie mehr Informationen zum Einsatz von Minidrohnen in der Armee.
Minidrohnen sind vielseitig einsetzbar. Sie können für Aufklärungs- und Erkundungsaufgaben verwendet werden und ermöglichen Nachrichtenbeschaffung, ohne Menschenleben aufs Spiel zu setzen. Sind sie mit Sprengladungen ausgestattet, werden sie zur Präzisionswaffe, mit der sich Ziele bekämpfen lassen. Folglich kommt der Abwehr der Minidrohnen eine grosse Bedeutung zu, und die Armeen müssen lernen, ihre Truppen, Fahrzeuge, Infrastrukturen und ihr Material zu schützen. Der Ansatz besteht darin, frühzeitig Tests mit neuen Technologien durchzuführen, um möglichst rasch das erforderliche Knowhow zu entwickeln und sie zu beherrschen lernen.
Diesbezüglich können aus dem Krieg in der Ukraine zahlreiche Lehren gezogen werden. An der ukrainischen Front verändert der umfangreiche Einsatz von Minidrohnen die Art der Kriegsführung stark und macht das Gefechtsfeld transparent. Diese Tendenz wird mit der rasanten Entwicklung der Technologie in diesem Bereich sowie der künstlichen Intelligenz noch beschleunigt. Jedoch ist die Ukraine nicht die Schweiz und es ist wichtig, auf unser spezifisches Umfeld angepasste Lösungen zu entwickeln.
Deshalb hat die Schweizer Armee ein Kompetenzzentrum Drohnen und Robotik Verteidigung (Komp Zen DRV) geschaffen, das dem Heer angegliedert ist. Seine Aufträge sind folgende:
- die Bedürfnisse der Truppe bezüglich Minidrohnen identifizieren und mit Feldversuchen Knowhow erlangen;
- den Beschaffungsprozess von Systemen für die Truppe beschleunigen;
- die Koordination bezüglich Drohnen, Drohnenabwehr und Robotik in der Gruppe Verteidigung sicherstellen.
Drohnen, Drohnenabwehr und Robotik als strategische Schwerpunkte zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit
Aufgrund der verschärften Bedrohungslage erarbeitete der Bundesrat im Juni 2026 Leitlinien für die Verteidigung für die Abwehr der wahrscheinlichsten Bedrohungen, das heisst hybride Aktionen und Angriffe aus der Distanz. Diese Leitlinien legen unter anderem als Ziel den raschen Fähigkeitsaufbau im Bereich Drohnen und Robotik sowie deren umfassende Integration in die Armee fest. Daraus leiten sich folgende zentrale Massnahmen ab:
- Schaffung eines Zentrums Unbemannte Systeme VBS für Drohnen und Robotik mit einem Tech Hub und einem militärischen Kommando;
- Schaffung eines Drohnenbataillons zur Aufklärung, Wirkung und Abwehr ab 2028;
- Eine eigene Rekrutenschule ab 2027 zum Aufbau der notwendigen Fähigkeiten und zur Alimentierung des Bataillons;
- Investitionen in Drohnenfähigkeiten und Drohnenabwehr.
