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MitteilungVeröffentlicht am 22. November 2024

Obiliq – ein LMT zwischen Energieversorgung, Vertrauen und Präsenz

Im Kosovo sichern grosse Braunkohlevorkommen und die beiden Kohlekraftwerke KEK A und KEK B die Energieversorgung – doch veraltete Technik, hohe Umweltbelastungen und eine stetige Importabhängigkeit belasten das Land. Ein Liaison and Monitoring Team (LMT) der SWISSCOY beobachtet diese kritische Infrastruktur in der Region Obiliq und baut zugleich Vertrauen zur lokalen Bevölkerung auf.

Die Arbeit der LMT geht also weit über die reine Beobachtung hinaus: Sie schafft Verbindungen, fördert das Verständnis und ist Teil des täglichen Lebens in der Region.

Text: Wm Elisa Lutz, stellvertretende Presse- und Informationsoffizierin SWISSCOY 51

Die Anlagen der «Korporate Energjetike e Kosovës» (KEK) haben eine hohe Bedeutung für die kosovarische Wirtschaft und die Bevölkerung. Aus diesem Grund ist deren Beobachtung auch innerhalb der KFOR eine zentrale Aufgabe. Vor diesem Hintergrund führt das Liaison and Monitoring Team Obiliq regelmässig Patrouillen in den KEK-Kraftwerken und der lokalen Infrastruktur durch. Dabei geht es nicht nur um die Sicherstellung der Betriebskontinuität der Kraftwerke, sondern auch um die Erfassung von Problemen der lokalen Bevölkerung im Zusammenhang mit Energieversorgung, Umweltverschmutzung und Gesundheit.

Die Arbeit des LMT Obiliq

Die Region um Obiliq fällt seit 2020 in die Zuständigkeit des Liaison and Monitoring Teams K7 der SWISSCOY, die ein wichtiges Element der Friedenssicherung im Kosovo darstellt. Die Aufträge für das LMT Obiliq kommen von verschiedenen Seiten. Übergeordnete Stellen wie das Non-Kinetic Battalion geben Themen vor, die aktuell von Interesse sind. So kann z.B. der Einfluss einer Blockade serbischer Güter an der Grenze thematisiert werden oder Engpässe bei Medikamenten, die den Alltag der Bevölkerung beeinträchtigen. Diese Themen werden dann gezielt im Einsatzgebiet (Area of Operation) bearbeitet, z.B. durch Gespräche mit Mitarbeitenden in Gesundheitszentren oder Apotheken. Auf diese Weise erhalten die Teammitglieder einen Einblick, wie sich die Menschen in der Region fühlen und welche Probleme sie beschäftigen.

Die Sprachbarriere wird durch erfahrene Sprachmittler überwunden, die Albanisch, Serbisch und Englisch sprechen und oft auch Deutsch beherrschen. Sie begleiten das Team zu den geplanten Meetings und helfen nicht nur bei der reinen Übersetzung, sondern passen ihre Übersetzungen auch den kulturellen Gegebenheiten an. «Unsere Sprachmittler kennen die Region und die Menschen sehr gut und können uns auch wertvolle Tipps geben, wie wir Themen ansprechen können», berichtet der Team Commander, Hauptmann Fietz.

Neben den vorgegebenen Themen bringen die Sprachmittler auch aktuelle Nachrichten und lokale Ereignisse ein, die sie zum Beispiel aus den lokalen Medien oder sozialen Netzwerken erfahren. Daraus können sich neue Ansätze und Fragestellungen ergeben. «Manchmal wird ein Thema für uns erst durch einen Beitrag auf Facebook relevant, dann rufen wir direkt dort an und klären die Situation ab», sagt Team Commander Fietz.

Nah an der Bevölkerung

Eine besondere Stärke des LMT ist die Nähe zur Bevölkerung. Durch persönliche Gespräche und ständige Präsenz entsteht Vertrauen und die Menschen fühlen sich frei, ihre Meinung offen zu sagen. «Die meisten Menschen hier nehmen sich gerne Zeit für ein Gespräch mit uns», sagt Fietz. «Unsere Arbeit schafft eine Plattform, und wir bewerten die Meinungen und Einstellungen der Menschen nicht.»

Das LMT dokumentiert seine Begegnungen und Eindrücke und berichtet über relevante Themen an übergeordnete Stellen der KFOR. «Wir können zwar keinen direkten Einfluss auf die Situation vor Ort nehmen», erklärt Team Commander Fietz, «aber wir können auf KFOR-Ebene sensibilisieren und Ideen für unterschiedlich Projekte liefern.»

Diese Arbeit wird von der Bevölkerung positiv aufgenommen. «Die Dankbarkeit, die uns die Menschen entgegenbringen, ist sehr eindrücklich,» erzählt Hauptmann Fietz von einer besonderen Begegnung. «Wir waren zu Fuss unterwegs in Obiliq, als uns jemand zuwinkte und einlud, mit ihm und seinem Sohn auf Englisch zu sprechen. Diese Herzlichkeit und Offenheit zeigen, wie wertvoll unsere Nähe zu den Menschen ist.»

Verbindung schaffen

Die Arbeit der LMT geht also weit über die reine Beobachtung hinaus: Sie schafft Verbindungen, fördert das Verständnis und ist Teil des täglichen Lebens in der Region. Ihre Präsenz gibt der Bevölkerung das Gefühl, dass jemand zuhört und sich für ihre Anliegen interessiert - ein Zeichen von Respekt und Anerkennung, das oft auf Gegenseitigkeit beruht.

Die Zukunft der Energieversorgung im Kosovo hängt von technologischen Innovationen, internationalen Partnerschaften und der aktiven Einbindung der Bevölkerung ab. Das LMT wird auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen, indem es vermittelt und sicherstellt, dass die Bedürfnisse der Bevölkerung nicht aus den Augen verloren werden. Die Präsenz des LMT gibt der Bevölkerung das Gefühl, gehört zu werden und fördert die Entwicklung einer nachhaltigen Energieversorgung im Kosovo.