International anerkanntes Ausbildungszentrum
Im Herbst 2003 zog das Ausbildungszentrum für friedensfördernde Operationen AZFO vom Waffenplatz Bière auf den Waffenplatz Wil in Oberdorf bei Stans um und wechselte den Namen auf AZ SWISSINT. Unverändert blieb der Auftrag: Die einsatzbezogene Ausbildung für angehende Peacekeeper sicherzustellen. In den vergangenen 20 Jahren wurden die Infrastruktur und das Kursangebot stetig ausgebaut und heute verzeichnet das AZ SWISSINT in nationalen und internationalen Kursen jährlich rund 780 Absolventinnen und Absolventen.
Die Einsatzvorbereitung der Armeeangehörigen, die 1953 und in den nachfolgenden Jahren nach Korea in die erste friedensfördernde Mission der Schweizer Armee flogen, beschränkte sich auf einen Tag in der Kaserne in Bern. Ebenfalls in der Bundesstadt ausgebildet – allerdings über mehrere Tage bis Wochen – wurden die Frauen und Männer, die in den beiden Medical Units in Namibia (1989–1990) und in der Westsahara (1991–1994) einen Einsatz leisteten. Der Entscheid des Bundesrates 1989 sich auch mit Militärbeobachterinnen und -beobachter an UNO-Missionen zu beteiligen, erhöhte den Bedarf nach einem Ausbildungszentrum für friedensfördernde Einsätze.
Ausbildungszentrum für die Friedensförderung
1992 war es so weit: Die Abteilung friedenserhaltende Operationen (AFO) erhielt mit dem AZFO ein eigenes Ausbildungszentrum, das als ersten Kurs den Swiss United Nations Military Observer Course (SUNMOC) in der Kaserne in Winterthur sowie auf dem Waffenplatz Frauenfeld durchführte. Dieser fünfwöchige Kurs nach UNO-Standards machte angehende nationale und internationale Blaumützen «fit for mission». Nach vier Jahren war dort aufgrund von Truppenverschiebungen kein Platz mehr für die Friedensförderung und das AZFO zog Anfang 1996 von der Ostschweiz in die Westschweiz nach Bière. Damit galt es eine doppelte Herausforderung zu meistern. Parallel zum Umzug hatten die Instruktoren eine einsatzbezogene Ausbildung für die 55 Frauen und Männer des ersten Kontingents «Swiss Headquarters Support Unit» aufzubauen. Dies ging auf den Entscheid des Bundesrates von 1995 zurück, diese OSZE-Mission in Bosnien und Herzegowina mit einer militärischen Einheit, aufgrund der gelben Bérets auch unter dem Namen Gelbmützen bekannt, logistisch zu unterstützen.
Der Waffenplatz Bière bot mit seinem weitläufigen und abgelegenen Übungsgelände ideale Bedingungen für die AZFO-Kurse. Da er vor allem von der Artillerie RS sowie von WK-Verbänden rege genutzt wurde, bestand stets ein Interessenskonflikt bezüglich der Nutzung der Ausbildungsinfrastruktur. Diese Situation verschärfte sich, als ab August 1999 neben den zwei Gelbmützen-Kursen und dem SUNMOC neu auch zweimal jährlich die Ausbildung für die 160 SWISSCOY-Angehörigen durchgeführt werden musste.
Umzug in die Zentralschweiz
Mit der Schaffung des Kompetenzzentrums SWISSINT per 1. Januar 2004 im Zuge der Armeereform XXI wurde auch das AZFO umbenannt – zum «Ausbildungszentrum SWISSINT» oder kurz AZ SWISSINT. Gleichzeitig war ein erneuter Umzug angesagt, diesmal in die Zentralschweiz. Der Kommandant des AZ SWISSINT und die Instruktoren bezogen bereits im Herbst 2003 das neu erstellte Lehrgebäude auf dem Waffenplatz Wil in Oberdorf bei Stans, während dort noch die letzte Rekrutenschule der Gebirgsinfanterie stattfand. Im Winter 2004 absolvierten die SWISSCOY-Angehörigen zum ersten Mal die einsatzbezogene Ausbildung in der Zentralschweiz. Allerdings im Barackenlager im Melchtal, da auf dem Waffenplatz Wil die Kaserne umgebaut wurde und sich die zusätzlich geplante, dem Camp Casablanca in Kosovo nachgebildete Unterkunft noch im Aufbau befand. Das Camp aus Containern sollte es den Frauen und Männern der SWISSCOY-Kontingente ermöglichen sich optimal auf ihren Einsatz und das damit einhergehende Campleben vorzubereiten.
Breitgefächertes Kursangebot
Die Waffenplatzinfrastruktur und das Kursangebot sind seit 2004 stetig ausgebaut und den sich ändernden Bedürfnissen angepasst worden. Das AZ SWISSINT umfasst heute 21 Berufsmilitär sowie 11 zivile Angestellte und 10 projektbezogene Mitarbeitende. Unterstützt von einsatzerfahrenen Ausbildnern aus der Miliz und dem Berufsmilitär-Korps sowie von internationalen Instruktoren bildet es in unterschiedlichen Kursen während 47 Wochen pro Jahr militärische und zivile Personen aus dem In- und Ausland im Bereich Peace Support aus und bereitet sie damit optimal auf einen friedensfördernden Einsatz vor. Sämtliche Kurse werden entsprechend den Anforderungen und Erkenntnissen aus den Einsätzen aufgebaut und laufend den operationellen Bedürfnissen angepasst. Die Qualität der Ausbildung zeigt sich unter anderem darin, dass das AZ SWISSINT von verschiedenen internationalen Organisationen (unter anderem der UNO) als zertifiziertes Ausbildungszentrum anerkannt ist.

