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MitteilungVeröffentlicht am 11. Februar 2025

Erfolgreicher Pilotkurs im Kapazitätsaufbau UN TPP

Die UNO initialisierte 2014 das United Nations Triangular Partnership Programme (UN TPP) mit dem Ziel genietechnische Fähigkeiten für UNO-Einsätze in Afrika zu verbessern. Die Schweizer Armee unterstützt im Rahmen des Kapazitätsaufbaus dieses Projekt mit Baumaschinenführerkursen. Im vergangenen Sommer wurde erstmals das Modul «Sensibilisierung für Explosionsgefahren» integriert.

Der Schweizer Projektoffizier koordiniert die Aktivitäten der Kursteilnehmenden.

Text Mattia Saglini, Projektoffizier UN TPP

Seit 2015 unterstützt die Schweizer Armee das trilaterale Partnerprogramm der UNO (UN TPP) im Bereich Engineering mit Ausbildungskursen für Baumaschinenführerinnen und -führer und geniesst seit Beginn einen guten Ruf. Die von der Schweiz organisierten Kurse werden hauptsächlich am International Peace Support Training Centre (IPSTC) in Nairobi (Kenia) durchgeführt. Im Juni/Juli 2024 wurde zum ersten Mal ein Modul im Bereich Sensibilisierung für Explosionsgefahren (Explosive Hazard Awareness Training, EHAT) integriert, das die Gefahren von improvisierten Sprengkörpern thematisiert. Das EHAT-Modul und der darauffolgende Baumaschinenführerkurs sind eng miteinander verknüpft, da im Kurs spezifische Szenarien zur Bedrohung durch Sprengfallen, Minen und nicht explodierte Sprengkörper vorgestellt werden. Die Schweizer Armee bestätigte mit diesem Pilotkurs ihre wichtige Rolle im UN TPP-Programm und konnte einen wertvollen Beitrag zur Ausbildung von Baumaschinenführern sowie zur Sensibilisierung für improvisierte Sprengkörper leisten. Diese EHAT-Module werden ab 2025 fester Bestandteil der TPP-Kurse in allen Ausbildungsprogrammen für Baumaschinenführer sein.

Internationales Ausbildner-Team

Die Schweiz organisierte und leitete den Pilotkurs mit Hilfe von sechs Ausbildnern aus Kenia (3), Ghana (2) und Tansania (1), die vorgängig im Rahmen des UN TPP-Programms ausgebildet worden waren. 23 Männer und eine Frau aus den Staaten Kenia (7), Ghana (6), Uganda (5), Gambia (3), Liberia (1), Sierra Leone (1) und Armenien (1) nahmen am einwöchigen EHAT-Kurs und anschliessenden fünfwöchigen Baumaschinenführerkurs teil. Wie üblich war meine Präsenz als Schweizer Chefausbildner vor Ort am längsten erforderlich – insgesamt während acht Wochen. In der ersten Woche konnte ich allein arbeiten und die Vorbereitungen für den Kurs abschliessen, die bereits einige Monate zuvor begonnen hatten. Danach fand die reguläre Kursvorbereitungswoche mit den Ausbildnern statt, wobei der Fokus auf der detaillierten Unterrichtsvorbereitung und dem Abschliessen der letzten logistischen Vorbereitungen lag.

Vermittlung von Theorie und Praxis

Damit wir den Teilnehmenden eine ihren Fähigkeiten und Kenntnissen angemessene Ausbildung anbieten und eine Vertiefung des theoretischen und praktischen Wissens gewährleisten konnten, mussten die Teilnehmenden einen theoretischen und praktischen Einführungstest absolvieren. Nach einer sorgfältigen Analyse der Ergebnisse startete die Grundausbildung mit dem Hauptziel, einige technische Lücken zu schliessen und gleichzeitig alle Teilnehmenden auf den gleichen Stand zu bringen. Hier wurde der Grundstein für einen weiteren erfolgreichen Kurs gelegt und am Ende der Grundausbildung starteten wir wie üblich ein Grossprojekt, bei dem alle Teilnehmenden eine Woche lang am Bau einer Forward Operating Base (FOB) beteiligt waren.

Weitere Kurse geplant

Extreme Witterungsbedingungen brachten das Übungsgelände an die Grenzen der Benutzbarkeit und zwangen uns in den letzten Tagen nur mit Raupenmaschinen zu arbeiten. Aber dank der hervorragenden Arbeit der Ausbildner und eines optimalen Zeitmanagements konnten wir die Aufgabe zur grossen Zufriedenheit aller Teilnehmenden abschliessen. In der letzten Woche hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit ihre technischen Fähigkeiten durch praktische Prüfungen an jeder im Kurs unterrichteten Baumaschine unter Beweis zu stellen. Dank einer guten Planung, die 120 praktische Prüfungen sowie einige Wiederholungen im Laufe von drei Tagen vorsah, konnten wir die Prüfungssitzungen termingerecht abschliessen. Das gab uns auch etwas Spielraum für die üblichen logistischen Arbeiten am Ende eines jeden Kurses und zum Üben für die praktische Vorführung, mit welcher der praktische Teil des Kurses abgeschlossen wurde.

Die durchschnittliche Anzahl Stunden pro Teilnehmer auf den Baumaschinen während des Kurses betrug 54,7, während der Treibstoffverbrauch fast 18000 Liter Diesel betrug. Für das Jahr 2025 wurde die Schweiz mit der Organisation und Durchführung von zwei Grundausbildungskursen im Bereich der Baumaschinenführerausbildung beauftragt, die in Kenia an der Humanitarian Peace Support School des IPSTC stattfinden werden. Der erste Kurs wird im Februar/März und der zweite Kurs im August/ September durchgeführt.